Ein sicherer Treppenlift

Beitrag: Ein sicherer Treppenlift
Ein sicherer Treppenlift - Foto: michaljamro / pixabay.com

Da mit einem Treppenlift tagtäglich Menschen transportiert werden, ist insbesondere die Sicherheit ein sensibles Thema. Im Normalfall sind Treppenlifte ein sicheres Beförderungsmittel, doch bei fehlerhafter Montage, technischen Schäden oder fehlenden Sicherheitsvorrichtungen droht erhebliche Verletzungsgefahr.

Damit ein sicherer Auf- und Abtransport mit einem Treppenlift stets gewährleistet ist, gibt es einige grundlegende Sicherheitsvorrichtungen. Dazu gehören rutschfeste Griffe, Anschnallgurte oder auch Abrollsicherungen für Rollstühle. Ebenso weisen viele Lifte mittlerweile sowohl elektrische als auch mechanische Sicherheitsvorrichtungen auf, die beispielsweise ein zu schnelles Hinabfahren oder ein abruptes Abbremsen verhindern.

Es gibt auch Treppenlifte mit sogenannten Abstandsmessern in Form von kleinen Sensoren, die an verschiedenen Stellen des Liftes angebracht sind und dafür sorgen, Zusammenstöße mit Menschen oder Gegenständen zu vermeiden. Sollte der Strom ausfallen, ist es zudem ratsam, wenn der Treppenlift eine Notstromversorgung durch einen integrierten Akku besitzt, damit die Fahrt auch bei Stromausfall fortgesetzt werden kann.

Je nach Modell unterscheiden sich nicht nur die Treppenlift-Kosten sondern auch die Sicherheitsvorrichtungen. Während Sitzlifte in der Grundausstattung über Armstützen, einen Sicherheitsgurt und ein Trittbrett verfügen, besitzen Plattformlifte Abrollsicherungen, damit der Rollstuhl während der Fahrt nicht vom Lift rollen kann. In den meisten Fällen ist die Plattform für zusätzlichen Schutz noch mit einem rutschfesten Material ausgestattet.

Akkuantrieb

Ein sicherer Betrieb bedeutet beim Treppenlift auch, dass der Betrieb garantiert ist. Falls der Treppenlift auf halber Strecke stehen bleiben sollte – aufgrund eines Stromausfalles oder eines Schadens – ist das mehr als unangenehm. Der Abstieg mitten auf der Treppe ist umständlich und nicht ungefährlich. Gerade auch bei Deckenliften ist ein Verlassen des Liftes im Fall eines Stromausfalles undenkbar. Daher bieten einige Treppenlifte einen zusätzlichen Akku, der zumindest im Falle eines Stromausfalles den Weitertransport garantiert. Daher sollte der Akku, wenn vorhanden, stets aufgeladen und betriebsbereit sein.

Ausgleichsschiene

Damit der Sitz des Treppenlifts stets in waagerechter Position verbleibt und nicht kippelt oder wackelt, ist standardmäßig eine Ausgleichsschiene im Lift eingeschweißt.

Automatikstopp (Stoppautomatik)

Die Stoppautomatik im Treppenlift verhindert „Auffahrunfälle“, die für den Passagier und eventuell anderen Personen gefährlich werden könnten. Entstehen können solche Situationen, wenn Gegenstände oder Personen den Fahrweg kreuzen. In diesen Fällen erkennt die Steuerung das Hindernis und stoppt die Fahrt. Auch, wenn der Treppenlift falsch bedient wird, kann die Stoppautomatik gefährliche Situationen vermeiden. Sie kennt den Fahrtweg und verhindert ein zu schnelles Auffahren am Ende der Strecke.

CE Kennzeichnung

Der Treppenlift muss den CE-Richtlinien entsprechen, was durch das CE-Zeichen dokumentiert ist. In Deutschland ist die Herstellung, der Verkauf oder Vertrieb von Treppenliften ohne CE-Zeichen seit 1.1.1997 nicht mehr gestattet.

Weitere Informationen zum CE-Zeichen finden Sie hier.

Einhandprinzip

Das Einhandprinzip besagt, dass die Funktionen des Treppenliftes mit einer Hand ausgeführt werden können. Das gilt für die Steuerung genauso wie für das Anlegen des Sicherheitsgurtes oder das Hochklappen des Sitzes. Bei etlichen Treppenliften lassen sich Sitz- und Fußbrett so gleichzeitig hoch- oder runterklappen.

Fangvorrichtung

Eine Fangvorrichtung bezeichnet eine Vorrichtung, die für das sichere Abbremsen des Treppenliftes in mehreren sicherheitsrelevanten Situationen, wie zum Beispiel einem Motor- oder Bremsdefekt, sorgt. Wenn eine zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Treppenlift eingestellt wurde, bremst sie diesen zudem bei Überschreitung.

Gewichtssensor

Um gefährliche Fehlbedienungen oder eine Anfahrt des Treppenliftes während des Hinsetzens bzw. Aufstehens zu verhindern, überprüft der Gewichtssensor des Treppenliftes, ob tatsächlich eine Person Platz genommen hat. Erst wenn dies der Fall ist, wird die Steuerung des Treppenliftes freigegeben. So können Unfälle durch ungewollte Inbetriebnahme verhindert werden.

Kindersicherung

Kinder probieren gerne Dinge aus, die sie besser nicht ausprobieren sollten – dazu gehört gewiss auch der Treppenlift. Damit dieser sich nicht durch ein neugieriges Kind ungewollt in Bewegung setzt und im schlimmsten Falle Verletzungen verursacht, sperrt die Kindersicherung die Bedienelemente (meist per Passwort).

Klappschiene

Versperren Teile der Treppenliftschiene Durchgänge oder Türen, müssen sie bei Nichtbenutzen des Treppenliftes hochgeklappt werden, um Unfälle zu vermeiden. Nur, wenn der Treppenlift in Bewegung gesetzt wird, wird dieser Teil der Schiene heruntergeklappt.

Sicherheitsgurt

Der Sicherheitsgurt ist eine der simpelsten und gleichzeitig effektivsten Sicherheitseinrichtungen des Treppenliftes. Er sorgt für einen sicheren Halt im Treppenlift und verhindert, dass der Passagier vor dem Beenden der Fahrt aus dem Stuhl rutscht.

Gesetzliche Bestimmungen für die Sicherheit

Treppenlifte müssen bestimmten gesetzlichen Bestimmungen entsprechen, um für den alltäglichen Gebrauch zugelassen zu werden. Eine Abnahme durch den TÜV ist jedoch nur in öffentlichen Gebäuden notwendig. Es steht Ihnen aber dennoch frei, den Einbau Ihres Treppenlifts auch im privaten Rahmen durch einen Sachverständigen überwachen zu lassen.

In jedem Fall müssen Treppenlifte sowohl dem Geräte-und Produktsicherheitsgesetz, als auch der Maschinenverordnung entsprechen. Ersteres bestimmt Regelungen zur Herausgabe und dem Aufstellen der Lifte und ist ebenso maßgebend, was die Vergabe des GS-Prüfzeichens angeht. Die Maschinenverordnung regelt ebenfalls die Neuaufstellungen von Maschinen und ist in dem Fall auch für Treppenlifte anwendbar. Jeder Lift muss laut der Maschinenverordnung eine CE-Kennzeichnung sowie auch ein Typenschild vorweisen, mit dem sich alle entsprechenden Daten, wie Name des Herstellers, Seriennummer oder Baujahr identifizieren lassen. Das CE-Prüfzeichen ist allerdings kein qualitatives Gütesiegel, sondern bestätigt nur die Einhaltung bestimmter Sicherheitsanforderungen in der EG und steht dafür, dass das Produkt bzw. in diesem Falle der Treppenlift für den Handel in ganz Europa zugelassen ist.

Zudem kann es nicht schaden, dass der Treppenlift eine Servicenummer enthält, mit der in Notfällen oder bei Schäden schnell Hilfe angefordert werden kann.

Als ein weiteres Indiz für die Sicherheit und Qualität Ihres Treppenliftes ist die ISO-Norm, an die sich jeder Hersteller halten sollte. Die von der internationalen Organisation für Normung festgelegten Auflagen sind die Basis für die Produkthaftung. Erst durch die Identifikation eines Produktes durch die ISO-Norm sind geschäftliche Beziehungen möglich.

Das wohl führende und bedeutendste Zertifikat ist das bereits erwähnte GS (Geprüfte Sicherheit)-Prüfsiegel, dessen Grundlage das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz ist und das nur unter zwei Bedingungen vergeben wird: wenn eine unabhängige Prüfstelle eine sogenannte Baumusterprüfung durchgeführt hat, bei der das Baumuster auf sicherheitstechnische Aspekte überprüft wird und wenn diese entsprechende Stelle auch tatsächlich bestätigt, dass das gefertigte Produkt dann auch dem geprüften Baumuster entspricht.

Wartung

Grundvoraussetzung für einen dauerhaft sicheren Betrieb ist die regelmäßige Treppenlift-Wartung durch ausgebildete Techniker der Treppenlift-Anbieter. Oftmals ist dieser Treppenlift-Service bereits im Preis enthalten, viele Anbieter lassen sich die Wartung von Schiene und Antriebsteilen allerdings extra bezahlen. In jedem Fall sollten Sie sich vor dem Kauf informieren, ob und Kosten für die Treppenlift-Wartung anfallen.


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