Wohnungsleerstand: Warum Wohnraum leersteht und was dagegen getan wird

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Wohnungsleerstand: Warum Wohnraum leersteht und was dagegen getan wird - Foto: qimono / pixabay.com

In deutschen Groß- und Universitätsstädten ist Wohnraum knapp. Die Folge: Das Angebot an günstigen Mietwohnungen sinkt und es muss immer tiefer in die Tasche gegriffen werden. Trotzdem stehen zahlreiche Wohnungen leer.

Um die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern, wurde das Wohnraumschutzgesetz verschärft. Vermieter und Wohnungsbaugesellschaften werden in diesem Rahmen dazu verpflichtet, jede Wohnung zu melden, die länger als drei Monate leer steht. Dadurch werden sie stärker in die Pflicht genommen und müssen Wohnungen im Zweifelsfall – etwa bei Haussanierungen – auch befristet vermieten, um den Leerstand zu bekämpfen. Die freien Wohnungen müssten dann zwischenvermietet werden.

Den Vermietern drohen Strafen

Verweigern Vermieter eine zumutbare Zwischenvermietung, kann die Stadt sie mit dem Wohnungsnutzungsgebot dazu zwingen. Das Gesetz hat bei Verstößen Strafen in Höhe von bis zu 50.000 Euro zur Folge. Die Dauer des erlaubten Leerstands verkürzt sich dann von sechs auf drei Monate, außerdem muss der Leerstand schon vom ersten Tag an den Bezirksämtern gemeldet werden.

Darüber hinaus wurde die Auskunftspflicht über einen Leerstand gegenüber den Behörden ausgeweitet. Galt diese davor nur für den Vermieter, müssen sich seit dem auch Verwalter, Vermittler oder Internetanbieter auf Nachfrage zur Situation äußern. Das Leerstandsproblem besteht jedoch nicht nur bei Wohnungen, die wegen Modernisierungen zu lange unvermietet bleiben – für rechtswidrige Ferienwohnungen gilt auch ein Werbeverbot.

Neu Regelung für steuerliche Absetzbarkeit bei Leerstand

Vorher konnten Vermieter, stand eine Wohnung eine Weile leer, ihre Unterhaltskosten als vorgezogene Werbungskosten von der Steuer absetzen. Das geht nun nicht mehr so einfach: Erst wenn der Vermieter nachweist, dass er sich ernsthaft und nachhaltig um einen Mieter bemüht, kann er die Kosten für den Unterhalt als Werbungskosten absetzen. Lässt sich eine Immobilie nicht vermieten, muss er auch bereit sein, von seinen Forderungen abzurücken – sowohl beim Mietpreis als auch bei den Mietern. So müsse beispielsweise ein Vermieter, der eigentlich einen Beamten als Mieter wollte, dann auch die alleinerziehende Mutter mit Kind oder die Studenten-WG akzeptieren.

Die Spekulation mit dem Leerstand

Der sogenannte spekulative Leerstand zeigt sich vor allem in Großstädten und immer dort, wo Wohnungen sowieso schon knapp und daher teuer sind. Der Grund dafür ist, dass sich mit leerstehenden Wohneinheiten im Verkaufsfall mehr Gewinn erzielen lässt. Die Wohnungen werden zuerst preiswert angekauft, bleiben einige Jahre leer und werden dann zu einem wesentlich besseren Preis wieder verkauft. Durch die niedrigen Kreditzinsen wird der spekulative Leerstand in deutschen Großstädten zur Zeit genährt.

 

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