Schädlinge gefährden Holz

Beitrag: Schädlinge gefährden Holz
Schädlinge gefährden Holz - Foto: T0113k / pixabay.com

Wie schon Jahrhunderte zuvor ist Holz auch heute noch ein beliebter Baustoff. Ob als Fertighaus oder als Dachkonstruktion, das vielfältige Baumaterial kommt in etlichen Bereichen zum Einsatz. Trotz aller Vorteile treten dennoch immer wieder Schäden auf, die durch Holzschädlinge verursacht werden. Bevor erste Maßnahmen ergriffen werden, müssen die Übeltäter allerdings identifiziert werden.

Der Baustoff Holz gehört aufgrund seiner guten baubiologischen Eigenschaften wie hoher Tragfähigkeit oder Beständigkeit sowie einer guten Wärmedämmung immer noch zu den bevorzugten Baustoffen. Wenn Holz jedoch nicht ausreichend geschützt wird, kann es von tierischen oder pflanzlichen Schädlingen befallen werden, die bei zu spätem Erkennen enorme Schäden anrichten können. Besonders kompliziert wird dies, wenn sich die kleinen Schädlinge über tragende Bauteile wie dem Dachstuhl hermachen.

Die häufigsten Ursachen von Schädlingsbefall sind Baumängel: eine unzureichende Wärmedämmung kann zum Beispiel die Ausbreitung des Hausschwamms fördern. Aber auch dauerhafte Nässe oder fehlende Holzimprägnierungen bieten allerlei Schädlingen ideale Voraussetzungen, um sich zu vermehren.

Tierische Schädlingsarten

Es gibt eine Vielzahl an Holzschädlingen, die prinzipiell zwischen Frischholz- und Trockenholzinsekten unterschieden werden. Erstere lassen sich üblicherweise nur im frischen Holz (auch in frisch gefälltem) entwickeln, letztere befallen normalerweise trockenes Holz wie Bauholz, das später einmal zu Möbeln, in Dachstühlen oder in Fachwerkhäusern verbaut wird. In unseren Breiten sind meistens Vertreter wie der Bockkäfer, der gemeine Nagekäfer (Holzwurm) oder auch der Splintholzkäfer anzutreffen. Zu manchem Erstaunen gehören auch bestimmte Ameisen- und Wespenarten zu den Holzschädlingen.

Bockkäfer

Zu den Bockkäfern zählt in unseren Regionen hauptsächlich der bis zu 25 Millimeter große Hausbock, der vorrangig Nadelhölzer wie Fichte und Kiefer befällt. Holzschäden durch diese Käferart entstehen aber nicht durch das ausgewachsene Tier an sich, sondern durch die Larven, die sich im Holz entwickeln.

Die Bockkäferweibchen legen bis zu 160 Eier in kleine Holzspalten ab, aus denen nach zwei bis vier Wochen die Larven schlüpfen. Diese nagen sich durch die Holzschichten, in denen sie aufgrund des hohen Eiweißgehaltes bis zu zehn Jahre leben können. Verlassen sie das Holz, entstehen 4×7 großen Schlupflöcher, an denen der Befall überhaupt erst bemerkt wird. Die Fraß-Gänge der Larven sind bei ihrem Verlassen mit Bohrmehl verstopft. Wird das Holz feucht, quillt das Bohrmehl auf, die Holzoberfläche platzt auf und das Mehl rieselt heraus. Bockkäfer wie der Mulmbock, oder der Große Eichbock stehen aufgrund ihrer Seltenheit heutzutage unter Schutz.

Nagekäfer

Die deutlich kleineren Nagekäfer mit ihren meist dunkelbraunen, gedrungenen Körpern befallen sowohl Nadel- als auch Laubhölzer. Die Weibchen legen in Rissen oder Spalten ihre Eier ab, aus denen, wie auch beim Bockkäfer, nach einigen Wochen Larven schlüpfen, die sich nach zwei bis vier Jahren verpuppen und schlüpfen. Durch kleine, runde Löcher verlassen die Käfer dann das Holz. Als bekanntester Vertreter gilt der Gemeine Nagekäfer, der umgangssprachlich auch als „Holzwurm“ bekannt ist.

Splintholzkäfer

Die Splintholzkäfer befallen mit Vorliebe Importhölzer, aber auch den heimischen Laubhölzern sind sie nicht abgeneigt. Diese nur fünf Millimeter kleinen Käfer haben eine meist längliche, schmale Form mit braun-schwarzer Färbung. Auch hier sind es die Larven, die in Laubhölzern wie Eiche oder Ahorn, in Parkettböden und Möbeln ihre Gänge nagen. In Deutschland ist der Splintholzkäfer bisher allerdings noch eher selten zu finden.

Weitere tierische Holzschädlinge
Bohrkäfer, Kugelkäfer, Prachtkäfer, Termiten, Holzwespen, Ameisen

Pilze als Holzschädlinge

Neben den üblichen Insekten sind aber auch verschiedene Pilzarten für die Schädigung des Holzes verantwortlich. Diese fällt meist erst dann auf, wenn sich das Holz bereits auffällig verfärbt hat. Braunfäulepilze wie der echte Hausschwamm, der braune Kellerschwamm oder auch der braune Porenschwamm sind Vertreter dieser pilzlichen Schädlinge. Bei dieser Form der Holzfäule werden durch holzzerstörende Pilze Cellulose abgebaut. Durch diesen Prozess verliert das befallene Holz sowohl an Festigkeit als auch an Masse und besitzt nach einer Weile keine Tragfähigkeit mehr und zerfällt.

Die Weiß- oder auch Korrosionsfäule ist ebenfalls durch bestimmte Pilze bedingt, die sich häufig im Dach- und Sanitärbereich ansiedeln, da sie ein feuchtes Klima benötigen. Zu diesen Schädlingen gehören beispielsweise Trameten, Porlinge oder auch der Zunderschwamm. Die Pilze, die das Holz so auffällig verfärben, sind die Bläuepilze.

Die richtige Bekämpfung von Holzschädlingen

Ob Hausbock, Nagekäfer oder Pilze- tierische und pilzliche Holzschädlinge verursachen in Dachstühlen, Fußböden, Treppen und Möbeln durch ihre Fraßtätigkeit enorme Schäden. Doch wie kann man dem vorbeugen bzw. was ist zu tun, wenn die kleinen Übeltäter bereits am Werk sind?

Natürlich sollten durch regelmäßige Inspektionen die ersten Anzeichen eines möglichen Schädlingsbefalls frühzeitig erkannt und größere Schäden so vermieden werden, doch sollte man es gar nicht drauf angelegen. Schon beim Kauf von Möbeln, Kunstgegenständen oder einer Immobilie sollten diese auf mögliche Schäden geprüft werden. Es ist auch ratsam, sich bei der Verwendung von Holz z.B. für den Hausbau für nicht schädlingsanfällige Holzarten zu entscheiden und nur trockenes Bauholz zu verwenden, da feuchtes Holz günstige Bedingungen für die Vermehrung der Schädlinge bietet. Zudem sollten Sie darauf achten nur Holz mit glatter Oberfläche zu verwenden, das nicht mit der Rinde verarbeitet wurde.

Wird trotz gründlicher Vorsorge ein Schädlingsbefall festgestellt, gibt es verschiedene Wege, diese erfolgreich zu bekämpfen. Betroffene Teile können beispielsweise mit chemischen Substanzen behandelt werden, aber auch biologisch Maßnahmen sind denkbar.

Chemische Holzschädlingsbekämpfung

Soll das Holz einer chemischen Behandlung unterzogen werden, muss darauf geachtet werden, dass nur nach Holzschutzmittelverzeichnis zugelassene chemische Holzschutzmittel zum Einsatz kommen. Die Bekämpfung tierischer und pflanzlicher Schädlinge mit Chemikalien lässt sich dabei in zwei Bereiche unterteilen:

  1. Da bei einer solchen Behandlung oft Nervengifte zum Einsatz kommen, die weder für Umwelt noch Bewohner besonders verträglich sind, sollte die chemische Keule nur im äußersten Notfall angewendet werden. Besonders bei Räumen, die Sie als Wohnraum nutzen, sollte Sie sich den Einsatz chemischer Mittel besonders gut überlegen. Auf keinen Fall sollten große Flächen mit Chemikalien behandelt werden.
  2. Bei pilzlichen Holzschädlingen sollte ein möglicher Abbau bzw. Rückschnitt der befallenen Holzteile geprüft werden, da sie die einzige Möglichkeit sind, den Pilzbefall grundlegend zu bekämpfen. Bestimmte Holzschutzmittel im Holz können dagegen vorbeugend gegen Pilze eingesetzt werden.

Biologische Holzschädlingsbekämpfung

Holzschädlinge können aber auch auf natürlichem Wege erfolgreich bekämpft werden. Dazu sollten Sie zunächst einmal wissen, dass sich die meisten Schädlingsarten (sowohl tierisch als auch pilzlich) vor allem in feuchtem Holz wohlfühlen. Haben Sie beispielsweise ein befallenes Möbelstück, welches Sie erhalten wollen, stellen sie das Stück in einen gut beheizten Raum. Durch die Austrocknung des Holzes werden die Larven absterben. Achten Sie darauf, dass Ihr Holz immer trocken gelagert ist, also nie im Freien auf dem Boden liegt.

Ist ein tragendes Stück Holz befallen, gibt es speziell bei den Holzwürmern einen Trick, um sie aus dem Holz zu treiben: Eicheln. Legen Sie einige Eicheln nahe den betroffenen Stellen und warten Sie, bis die Schädlinge aus dem Holz kommen. Erst dann können sie problemlos vernichtet werden.

Ein weiteres sowohl ökologisch als ökonomisch erfolgreiches Verfahren zur Bekämpfung von Holzschädlingen tierischer Art ist das sogenannte Heißluftverfahren. Diese Methode macht sich den hohen Eiweißgehalt der Schädlinge zunutze. Eiweiß gerinnt bei einer bestimmten Temperatur, was den tierischen Holzschädlingen in jeglichem Stadium ihrer Entwicklung zum Verhängnis wird. Wenn die betroffenen Gebiete über einem Zeitraum von maximal einer Stunde auf 55°C aufgeheizt werden, sollten alle Schädlinge zuverlässig beseitigt sein. Der Einsatz chemischer Mittel wird so überflüssig.


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