Brandschutz im Haushalt

Beitrag: Brandschutz im Haushalt
Brandschutz im Haushalt - Foto: tief-ton / pixabay.com

Trotz eines sorgsamen Umganges mit offenem Feuer und elektrischen Installationen lässt sich das Restrisiko eines Brandes meist nicht ganz ausschließen. Und auf den Komfort unserer elektronischen Alltagshelfer möchten wohl die wenigsten verzichten. Dennoch sollten Sie bedenken, dass von jedem Elektrogerät ein gewisses Gefahrenpotential ausgeht. Daher sind Maßnahmen zum Brandschutz enorm wichtig.

Brandgefahren

Küche

In der Küche lauern durch die Vielzahl der elektrischen und wärmeproduzierenden Geräte gleich mehrere Gefahrenquellen für Brände. Die Größte dabei ist natürlich der Herd, der durch Unachtsamkeit und Unkenntnis oft zum Ausgangspunkt eines Brandes wird. Vergessene Töpfe stellen eine akute Brandgefahr dar.

Besonders in der Küche droht bei Unachtsamkeit Brandgefahr. So sollten eingeschaltete Herdplatten und Öfen unter ständiger Beobachtung stehen, der Raum bestenfalls gar nicht verlassen werden. Dunstabzugsfilter werden am besten regelmäßig ausgetauscht, da sich diese im Laufe der Zeit mit Fett vollsaugen, was die Brandgefahr erhöht. Darüber hinaus sollte unter Dunstabzugshauben unter keinen Umständen flambiert werden. Sollte es zu einem Fettbrand auf dem Herd kommen, ist es alles andere als empfehlenswert, Wasser zum Löschen zu benutzen. Stattdessen muss der Brand mit einer Löschdecke erstickt werden, die sich immer in der Küche befinden sollte.
Insbesondere Gasherde können durch  die vorhandene offene Flamme eine Gefahrenquelle darstellen. Das normale, von den Stadtwerken oder dem Versorger gelieferte Gas ist durch einen beigemischten Gällstoff selbst in kleiner Konzentration gut riechbar. Sobald Sie den typischen Gasgeruch in Ihrer Wohnung wahrnehmen, sollten keine elektrischen Geräte mehr angeschalten werden. Auch Türklingeln, Telefone oder Lichtschalter dürfen nicht mehr benutzt werden.

Aber auch von anderen elektrischen Küchengeräten gehen Brandgefahren aus. So sollten Sie auch Mikrowelle, Friteuse oder Wasserkocher bei laufendem Betrieb nicht unbeaufsichtigt lassen. Geräte, die während des Betriebes eine Wärmeentwicklung haben, sollten man vorsichtshalber auf eine feuerfeste Unterlage stellen.

Haushaltsgeräte

Von jedem Elektrogerät geht ein gewisses Gefahrenpotential aus. Dabei droht die größte Gefahr nicht durch technische Defekte an den Geräten, sondern durch den Faktor Mensch. Rund 85 % der Brände entstehen durch unsachgemäße Bedienung, unbeaufsichtigte Geräte oder ähnliche Fehler. Nichtsdestotrotz sollten sämtliche Elektrogeräte regelmäßig kontrolliert werden. Bei ersten Anzeichen eines technischen Fehlers (Fehleranzeigen, verbrannter Geruch, Funken, Hitzeentwicklung, nicht einwandfreie Funktion) sollten sie das Gerät abschalten und von einem Fachmann überprüfen lassen. Mit einem Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) lassen sich Elektrogeräte im Gegensatz zu einer einfachen Sicherung auch stromlos abschalten.

Beim Kauf von Elektrogeräten sollten Sie auf Prüf- und Zulassungszeichen wie VDE und GS (Geprüfte Sicherheit) achten. Fehlen diese, handelt es sich meist um minderwertigen und gefährlichen Elektroschrott. Stecken Sie nicht zu viele Geräte an eine Leitung bzw. an eine Steckdose. Zu viele Verbraucher können Leitung und Dose erwärmen und zum Schmelzen bringen.

Einfache Brandschutzmaßnahmen

Vorbeugender Brandschutz in Gebäuden lässt sich auch ohne großen Aufwand realisieren. Somit kann man die Gefahr eines Brandes schon im Voraus minimieren und im Fall der Fälle, Ausbreitungen einschränken. Dazu reichen in vielen Fällen bereits kleinere Maßnahmen aus.

Materialien

Bereits beim Bau eines Hauses kann eine Menge für den Brandschutz getan werden, insbesondere was das Brandverhalten der Baustoffe und den Feuerwiderstand von Bauteilen angeht. Aber auch beim Einrichten der Wohnung lässt sich Schlimmeres verhindern, wenn Sie auf die Entflammbarkeit und Brennbarkeit der Materialien und Einrichtungsgegenstände achten.

Besonders bei Boden- und Bodenbelägen wie Teppich und Laminat ist die Brennbarkeit von den verwendeten Materialien abhängig. Bestimmte Materialien wie Schaumstoffmatratzen sollten beispielsweise nicht in Kinderzimmern verwendet werden, da diese sehr leicht entzündbar sind.

Geräte

Die Installation und den Anschluss von Geräten, die Starkstrom nutzen, sollten Sie unbedingt einem Fachmann überlassen. Nicht ordnungsgemäß installierte Geräte können zu Bränden führen. Auch der Standort der Geräte ist entscheidend für das Entstehen von Bränden. Achten sie beim Aufstellen von Herd, Kühlschrank und Kamin auf die Brandschutzbedingungen, die meist in der Bedienungsanleitung beschrieben sind. Leicht entflammbare Gegenstände wie Vorhänge oder Gardinen dürfen nicht durch Windstöße an feuergefährliche Stellen gelangen.

Lagerstätten

Brennmaterial sollte nicht in größeren Mengen in der Wohnung gelagert werden, sondern gehört in die Kellerräume. Allerdings darf es dort nicht in einem Raum mit brennbaren Flüssigkeiten lagern. Sie sollten darauf achten, dass Gänge nicht verstellt sind und jeder Raum betreten werden kann. Auch diverses Gerümpel auf dem Dachboden sind potentiell brennbare Materialen, an die man häufig nicht denkt. In den hintersten Ecken verborgen kann das schnell einen erst spät identifizierbaren Brand verursachen.

Brandschutztüren

Die auch als Rauchschutztüren bezeichneten Brandschutztüren verhindern die Ausbreitung von Rauch, vor allem, um Fluchtwege auf diese Weise freizuhalten. Damit dieser Effekt erzielt werden kann, müssen sie sich im Fall eines Feueralarms schließen. Auch wenn die Feuerschutzbestimmungen zum Thema Brandschutztüren in jedem Bundesland unterschiedlich sind, muss ein Keller mit einer Ölheizung generell immer über eine solche Tür verfügen. Brandschutztüren müssen immer geschlossen gehalten werden – Ausnahmen sind über Brandmelder gesteuerte Türen, die offen stehen bleiben dürfen, da sie sich im Brandfall selbstständig schließen. Hier sollte jedoch darauf geachtet werden, dass keine Gegenstände das Schließen der Tür verhindern könnten.

Brandschutz durch Rauchmelder

Jährlich sterben im Schnitt 500 Menschen in Deutschland durch einen Brand in ihren eigenen vier Wänden. Die Gefährlichkeit, der beim Brand entstehenden Gase wird jedoch meist unterschätzt. Gase wie Kohlenmonoxid, die bei Bränden freigesetzt werden, sind höchst giftig und können nach wenigen Atemzügen zur Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod führen. Die dadurch verursachten Rauchvergiftungen ist die häufigste Todesursache bei Bränden.

Das laute Warnsignal eines Rauchmelders kann in vielen Fällen Leben retten. Der Brand kann schon frühzeitig erkannt werden und bietet daher die Möglichkeit zur Flucht oder Brandbekämpfung der Bewohner. Brandschutzexperten und die Feuerwehr raten dringend dazu, in jedem Flur eines Stockwerks in zentraler Lage einen Rauchmelder anzubringen, sodass alle Bewohner das Signal hören können. Die Anbringung zusätzlicher Geräte in Schlaf- und Kinderzimmern ist außerdem wichtig, da rund 70 Prozent aller Brände mit Todesopfern in der Nacht stattfinden und die Opfer im Schlaf von Brand und Rauch überrascht werden.

Seit 2016 gilt in Deutschland eine allgemeine Rauchmelderpflicht für alle Privathaushalte. Nähere Informationen finden Sie unter www.rauchmelderpflicht.net

Für Haushalte sind optische Rauchmelder am besten geeignet. Sie sind kaum größer als eine Kaffeetasse und im Elektrofachhandel, sowie Baumärkten erhältlich. Ihre Installation ist einfach und erfordert keine Fachkenntnisse. Wichtig ist es darauf zu achten, dass Rauchmelder das VdS-Zeichen tragen, welches angibt, dass das Gerät schon bei einer Rauchdichte von knapp einem Prozent einen Warnton abgibt. Außerdem sollten Rauchmelder über einen Testknopf verfügen, mit dem die Funktionsfähigkeit des Gerätes jeder Zeit überprüft werden kann. Die Lautstärke des Warntons sollte ausreichend sein und bei etwa 85 Dezibel liegen.

Bei batteriebetriebenen Rauchmeldern sollte man zusätzlich darauf achten, dass die mitgelieferte Batterie eine Gebrauchsdauer von drei oder mehr Jahren aufweist und über ein akustisches Signal bei nötigem Wechsel der Batterie verfügt. Sehr gut sind Geräte, die sich koppeln lassen, sodass bei einem Brand alle im Haus installierten Geräte gleichzeitig Alarm schlagen. Außerdem gibt es für Privathaushalte Rauchmelder mit Netzanschluss. Diese werden unter dem Putz verlegt und müssen von einem Fachmann installiert werden, weshalb sie sich besonders für Neu- und Umbauten eignen.

Rauchmelder sind Lebensretter, die sich leicht installieren und bedienen lassen. Sie sollten in jedem Haushalt vorhanden sein und dienen Ihrem persönlichen Schutz und dem Schutz Ihres Zuhauses. Niemand besitzt ein Haus ohne ein Dach, das seine Bewohner vor Unwetter und Kälte schützt, daher sollte auch niemand ein Haus ohne Rauchmelder besitzen, der im Falle eines Brandes Leben retten kann und Sie rechtzeitig vor Rauch und Feuer warnt.


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