Schalldämmung nicht unterschätzen

Beitrag: Schalldämmung nicht unterschätzen
Schalldämmung nicht unterschätzen - Foto: MonikaP / pixabay.com

Andauernder Lärm gehört zu den größten Ärgernissen in den eigenen vier Wänden. Statt in der heimischen Umgebung zur Ruhe zu kommen, wird man viel zu oft unfreiwilliger Ohrenzeuge der Vorgänge in den Nachbarwohnungen, egal ob es sich dabei um spielende Kinder oder laute Musik handelt. Meist ist die nervende Geräuschkulisse auf eine mangelhafte Schalldämmung des Gebäudes zurückzuführen. Um sich mit nachträglichen Schallschutzmaßnahmen dennoch die nötige Ruhe zu verschaffen, sind oft nur wenige Handgriffe notwendig.

Erste Schritte

Um einen effektiven Schallschutz in der Wohnung einzurichten, muss zuerst die Lärmquelle lokalisiert werden. Die genaue Bestimmung der Schall-Übertragungswege ist dabei grundlegend. Die „Übeltäter“ sind allerdings nicht, wie zumeist vermutet wird, nur dünne Wände oder Decken. Auch durch Schächte oder Rohre kann der Schall gut übertragen werden.

Vor den eigentlichen Dämmungsarbeiten müssen daher genaue Messungen der Schallwege durchgeführt werden. Das Ergebnis der Schalldämmung fällt hinterher unter Umständen sonst enttäuschend aus. Bei einer optimal ausgeführten Dämmung können Verbesserungen von bis zu 10 Dezibel erreicht werden, was einer Reduzierung des Lärms um 50 Prozent entspricht.

Abhängen der Decke

Von der Wohnung „obendrüber“ lassen sich meist Läufgeräusche vernehmen, was Sie durch das Abhängen der Decke mit Gipskartonplatten leicht verhindern können. Diese werden in einem Abstand von circa 10 Zentimetern zur Decke angebracht und mit Dämm-Material aufgefüllt. Das Resultat einer Schallminderung von bis zu 10 dB kann sich jedenfalls sehen lassen.

Trittschall auch auf dem Dachboden

Der erforderliche Schallschutz hängt vor allem von der Nutzung ab und der Bauherr kann in privaten Wohngebäuden selbst entscheiden, ob ihn der Trittschall vom Dachboden stört. Trotz der baulichen Besonderheiten wie der oft geringen Raumhöhe ist eine Dachboden-Trittschalldämmung aber empfehlenswert. Denn in mehrgeschossigen Wohnungsbauten wird der Dachboden häufig so intensiv benutzt, beispielsweise als Trockenboden, dass die Trittschallbelastung durchaus Beschwerden hervorrufen kann. In diesem Fall bietet es sich im Zuge einer Sanierung an, unter die Schalldämmplatten des Dachbodens eine gute Trittschalldämmung zu verlegen. Mit speziellen Dämmmaterialien kann der Trittschall um bis zu 30 dB vermindert werden.

Schallreflexionen vermeiden

Räume mit „nackten“ Oberflächen aus Beton reflektieren den Schall extrem und lassen so ein Gespräch zu einem schwer verständlichen Mix aus Worten und Echo werden. Dieser Effekt lässt sich einfach und günstig durch das Anbringen von Akustikplatten vermeiden. Um Schallreflexionen vollkommen zu unterbinden, ist eine etwa 80 Zentimeter dicke Dämmung nötig.

Schalldämmung von Fenstern

Auch sehr wichtig beim Thema Schalldämmung, Fenster. Sie benötigen einen ebenso ordentlichen Schallschutz wie die Wände, denn gerade sie spielen beim Schutz gegen Lärmbelästigung von außen eine große Rolle. Das liegt daran, dass sie in der Regel wesentlich kleinere Schalldämmmaße aufweisen als die Wände, in die sie eingebaut sind. So weisen einfach verglaste Fenster nur ein Maß von 20 dB auf, zweifach verglaste meist 30 dB.

Wer in seinem Wohn- oder Schlafzimmer aber absolute Ruhe vor Verkehrslärm oder Ähnlichem braucht, sollte spezielle Schallschutzgläser einbauen. Diese sorgen mit Werten von 35 bis 52 dB für friedliche Stille im Raum. Wem das zu viel Aufwand ist, dem sei empfohlen bei seinen normal verglasten Fenstern auf eine wirksame Abdichtung zwischen Blend- und Flügelrahmen zu achten.

Vorsatzschalen an Trennwänden

Mit Vorsatzschalen können insbesondere dünne Trennwände verkleidet und akustisch verbessert werden. Diese ca. 10 cm breiten Bausysteme können die Schallisolierung um bis zu 10 dB verbessern.


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