Brandgefahr bei Photovoltaik

Das einzige Sicherheitsproblem im Brandfall bei Photovoltaikanlagen (PV) ist die Gefahr eines Stromschlages, denn die Anlage schaltet sich nicht automatisch ab. Auch die Feuerwehr steht zum Teil nur unzureichend ausgebildet vor der brennenden Anlage, wie eine Umfrage des Onlinepanels Photovoltaikumfrage.de ergab.

Bei einem Brandfall stellen Photovoltaikanlagen (PV) insofern eine Gefahr dar, als dass der Stromfluss nicht auszuschalten ist, solange Licht auf die Module fällt. Wenn nachts für das Löschvorhaben der Feuerwehr noch Scheinwerfer benötigt werden, oder tagsüber die Sonne auf die Module scheint, erhöht sich die Spannung. Versuchen die Feuerwehrleute nun, das Feuer per Wasserstrahl zu löschen, können sie von einem Stromschlag bis zu 1.000 Volt erwischt werden. Auch der Einsatz von Löschschaum hat in dieser Hinsicht bisher keine Besserung erzielt, da Schaum von der glatten Modulfläche abrutscht und so das Feuer nicht kontrollieren hilft. Die Tendenz der Feuerwehr geht also dahin, ein brennendes Solardach kontrolliert abbrennen zu lassen, um das Stromschlagrisiko zu minimieren.

Brand einer Photovoltaikanlage
Das Risiko für den Brand einer Photovoltaikanlage ist gering. Foto: Micha Hirschka / pixelio.de

Eine Umfrage des Onlinepanels Photovoltaikumfrage.de zeigte darüber hinaus, dass die Feuerwehrleute sich überfordert fühlen. Ganze 54,31 Prozent der insgesamt 2.134 Befragten aus dem gesamten Bundesgebiet, darunter Befragte aus Berufsfeuerwehren, Werkfeuerwehren und freiwilligen Feuerwehren, empfinden sich selbst in Bezug auf den Umgang mit installierten Photovoltaikanlagen auf brennenden Gebäuden weder ausreichend geschult noch informiert. Eine vom Bundesverband Solarwirtschaft herausgegebene Feuerwehr-Einsatzkarte befindet der größte Teil der Befragten als keinen hilfreichen Leitfaden, da die Einsatzkarte keine konkreten Sicherheitsmaßnahmen für die Brandbekämpfung bietet sowie auftretende Probleme beim Löschversuch vor Ort dadurch nicht gelöst werden können.

Forschungen plädieren für Sicherungsschaltung

Auch der TÜV Rheinland hat sich der Thematik angenommen.Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE Freiburg) und  im Auftrag des deutschen Bundesumweltministeriums wurde vom TÜV ein auf drei Jahre angelegtes Forschungsvorhaben speziell zum Brandrisiko von Photovoltaikanlagen (PV) durchgeführt. Zwar seien es bisher nur Ausnahmefälle, in denen PV-Anlagen in Brand geraten sind, aber da die Zahl der Solaranlagen auf deutschen Dächern wächst, steigt natürlich auch das Risiko eines Brandes. Bei den Forschungen geht es vor allem darum, die Anlagen als Brandauslöser auszuschließen. Nun prüfen über 180 Fachleute weltweit Module und Komponenten, entwickeln neue Testmethoden, werkeln an Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Nutzung von Sonnenenergie mit und begleiten den Aufbau von Solarkraftwerken.

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Allein das Umschalten des Hauptsteckers oder die gezogene Hauptsicherung können nicht verhindern, dass die Module den bis zu 1.000 Volt starken Gleichstrom zu den zugehörigen Wechselrichtern führen. Änderung verspricht der neue „Feuerwehrschalter SOL30- Safety“, der auf der Intersolar 2010 vorgestellt wurde. Diese Art der Sicherungsschaltung bewirkt, dass die Solarzellen nur dann Strom produzieren, wird ein Steuersignal an sie gesendet. Bleibt das Signal aus oder werden Module oder Verkabelung beschädigt, werden die Solarzellen passiv und liefern keinen Strom mehr. Dickes Manko: Eine Anlage mit SOL30-Safety produziert weniger Strom als eine ohne Sicherung. Außerdem ist die Nachrüstung mit dem Tool aufwendig und kostspielig.