Was bringt der Wohnberechtigungsschein?

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Was bringt der Wohnberechtigungsschein? - Foto: athree23 / pixabay.com

Wer eine öffentlich geförderte Wohnung beziehen will braucht ihn: den Wohnberechtigungsschein. Was gibt es zu beachten und was bringt der Schein?

Bekannt ist der Wohnberechtigungsschein (WBS) auch unter den Bezeichnungen §-8-Schein, §-5-Schein oder auch B-Schein. Es handelt sich dabei um eine amtliche Bescheinigung die dazu berechtigt in eine öffentlich geförderte Wohnung, also in einen sogenannten Sozialbau zu ziehen. Grundlage für die Erstellung ist § 5 des Wohnbindungsgesetzes (WoBindG) in Verbindung mit den Abschnitten drei bis fünf des § 27.

Warum ein WBS?

Für den Bau von Sozialwohnungen werden Vermieter mit Fördergeldern unterstützt. Sozusagen als Gegenleistung für diese müssen die entstanden Wohneinheiten an Menschen gegeben werden, denen dieser Wohnraum zusteht, also einen WBS vorlegen können. Zu bedenken gilt nur, dass der Vermieter zwar verpflichtet ist, nur an Menschen mit WBS zu vermieten, aber er kann zwischen den Bewerbern auswählen.

Wer einen WBS ausgestellt bekommt, hat zwar Anspruch auf eine Sozialwohnung, einen Rechtsanspruch auf den Abschluss eines Mietvertrages besteht jedoch nicht. Sozialwohnungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit öffentlichen Mitteln der Länder gefördert werden. Dadurch entsteht auch eine Preisbindung, die für die Mieter von Vorteil ist. Zum einen kann der Vermieter sich den Preis nicht selbst aussuchen und so in die Höhe treiben, andererseits sind Sozialwohnungen auch vor großen Mietanstiegen geschützt.

WBS beantragen

An den Erhalt eines Wohnberechtigungsscheins sind gewisse Voraussetzungen geknüpft. Er wird nur ausgestellt, wenn die Einkommensgrenze des Wohnungssuchenden und der zum Haushalt gehörenden Menschen nicht über dem festgelegten Satz liegt. Dieser fällt in den einzelnen Ländern unterschiedlich aus. Beantragen können einen WBS nur Menschen, die dauerhaft in Deutschland leben. Er gilt ab dem Ausstellungsdatum ein Jahr.

Ausschlaggebend für die Einkommensgrenze ist das bereinigte Jahreseinkommen der im Haushalt lebenden Personen. Zumeist kann bei der Antragsstellung von dem Einkommen des vorherigen Jahres ausgegangen werden, wobei Änderungen, die bereits zu diesem Zeitpunkt absehbar sind, gleich mitgeteilt werden sollten. Eine exemplarische Liste von Einkünften, die zum Einkommen zählen:

  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (Bruttoeinkünfte)
  • Steuerfreie Zuschläge (für Sonntags-, Feiertags-, Nachtarbeit, etc)
  • Einkünfte aus kurzfristigen und geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Ersatzleistungen (Arbeitslosengeld, Krankengeld, etc)
  • Leistungen der Rentenversicherung
  • Unterhaltsleistungen
  • Bafög und andere Berufsausbildungsbeihilfen

Hingegen nicht zum Einkommen hinzugerechnet werden:

  • Kindergeld
  • Wohngeld
  • Leistungen aus Kranken- und Pflegeversicherung
  • Steuerfreie Arbeitnehmer-Sparzulage.

Bei der Berechtigung zum WBS machen einige Länder und Kommunen gewisse Ausnahmen. Zum Teil wird der Schein auch bewilligt, wenn das Einkommen bis zu fünf Prozent über der Einkommensgrenze liegt. Die Berechnung ist unter anderem auch abhängig von der Personengruppe. Für Senioren fallen daher andere Einkommensgrenzen an.

Allgemein sehen die Einkommensgrenzen so aus: Haushaltsangehörige bereinigtes, jährliches Einkommen Antragssteller: 12.000 Euro; Ein Angehöriger: 18.000 Euro; Zwei Angehörige 22.600 Euro; Drei Angehörige 27.200 Euro. Jeder weitere Angehörige zzgl. 4.100 Euro

Angemessenheit – Haushaltsgröße und Personenkreise

Um den WBS zu erhalten, gilt es auch, wohnungssuchend zu sein. Das bedeutet, dass die Person rechtlich und psychisch in der Lage ist, einen Wohnsitz zu führen. Ebenfalls von Bedeutung ist die Größe der Wohnung. Diese richtet sich nach der Anzahl der Personen im Haushalt, die auf dem WBS vermerkt sind. Zu diesem Kreis gehören auch solche, die nur vorübergehend wohnhaft sind. Generell gilt, dass für jede Person ein Raum zur Verfügung stehen sollte. Daraus ergibt sich eine Zwei-Zimmer-Wohung für zwei Personen und so weiter. Für jede zusätzliche Person werden außerdem 15 m² zusätzliche Wohnfläche veranschlagt.

Menschen, die alleine leben, stehen 45 m² zu. Es gibt gerade bei Sozialwohnungen die Besonderheit, dass Wohnungen vorwiegend und in manchen Fällen sogar ausschließlich, an bestimmte Personengruppen vermietet werden. So gibt es speziell Wohnraum etwa für Senioren, Alleinerziehende oder Schwerbehinderte. Oftmals findet sich auf dem WBS ein Vermerk über die Zugehörigkeit zu einer spezifischen Personengruppe.

 

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern liefert grundlegende Informationen zum betreffenden Thema. Es gilt der Haftungsausschluss unter https://www.immobilo.de/disclaimer.


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