Wann darf der Vermieter meine Wohnung besichtigen?

Beitrag: Wann darf der Vermieter meine Wohnung besichtigen?
Wann darf der Vermieter meine Wohnung besichtigen? - Foto: davidlee770924 / pixabay.com

Einerseits ist die Wohnung das Reich des Mieters, andererseits nach wie vor das Eigentum des Vermieters. Schockberichte von Messi-Wohnungen und Mietnomaden verleiten viele dazu, auf Nummer sicher zu gehen und ab und an prüfen zu wollen, ob der Mieter die Wohnung auch pfleglich behandelt. Muss der Vermieter das ankündigen? Oder ist die Besichtigung gar ganz verboten?

Kein allgemeines Besichtigungsrecht

Aus Spaß oder Neugier, wie es denn drinnen wohl aussehen mag, darf der Vermieter die Wohnung nicht besichtigen, da er kein allgemeines Besichtigungsrecht besitzt. Natürlich steht es ihm zu, bei berechtigtem Interesse, die Wohnung zu besichtigen. Eine der nachfolgenden Voraussetzungen muss dabei aber erfüllt sein, damit ein Recht auf Besichtigungen besteht.

Routine Besichtigung

Allgemein kann der Vermieter alle zwei Jahre eine routinemäßige Besichtigung durchführen. Hierfür benötigt er keinen spezifischen Grund.

Mängelbesichtigung

Im Lauf der Zeit können Schäden an der Wohnung entstehen und bevor der Vermieter diese reparieren lässt, kann er sich diese ansehen und überprüfen. Dies gilt auch für Notfälle wie ein Rohrbruch.

Besichtigung von Baumaßnahmen

Bei geplanten Renovierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen hat der Vermieter ebenfalls das Recht auf eine Besichtigung, um die Maßnahmen besser planen zu können.

Verkauf der Wohnung

Steht die Wohnung zum Verkauf, ist es für den Vermieter möglich eine Wohnungsbesichtigung mit dem Kaufinteressenten durchzuführen.

Mieterwechsel

Im Fall, dass der aktuelle Mieter die Wohnung gekündigt hat, steht es dem Vermieter frei Wohnungsbesichtigungen mit potentiellen Nachmietern durchzuführen.

Verdacht auf Vertragsbruch

Wenn der berechtigte Verdacht besteht, dass der entsprechende Mieter Vertragsbruch begeht, ist es das Recht des Vermieters, die Wohnung zu besichtigen und dies zu kontrollieren. Beispiel für einen Vertragsbruch wäre zum Beispiel, wenn eine reine private Nutzung vereinbart ist, der Mieter aber die Wohnung auch gewerblich nutzt.

Ankündigung der Besichtigung

Unabhängig vom Besichtigungsgrund muss der Vermieter sein Kommen ankündigen – In der Regel drei bis vier Tage, mindestens aber 24 Stunden im Voraus. Besonders wenn der Mieter berufstätig ist, muss die Besichtigung mit ausreichend Vorlauf angekündigt werden. Der Termin muss sich nach dem Mieter richten. Der Vermieter hat also kein Recht einfach eine Zeit festzulegen. Auch wichtig zu wissen: Ohne die Genehmigung des Mieters ist eine Besichtigung grundsätzlich nicht möglich.

Unerlaubtes eindringen ist Hausfriedensbruch

Verschafft sich der Vermieter gegen den Willen des Mieters, zum Beispiel mit einem Zweitschlüssel, Zutritt zur Wohnung, ist dies Hausfriedensbruch. Dabei ist es unwesentlich, ob das Eindringen in An- oder Abwesenheit des Mieters geschieht. Solch ein Fall berechtigt den Mieter zur fristlosen Kündigung und auch zur Anzeige des Vermieters.

 

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern liefert grundlegende Informationen zum betreffenden Thema.


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