Ruhestörung – Was muss geduldet werden?

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Ruhestörung – Was muss geduldet werden? - Foto: c_badeja / pixabay.com

Gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz sind zweifelsfrei unverzichtbar, wenn mehrere Mietparteien zusammen in einem Haus wohnen. Man hat natürlich trotzdem das Recht auf Ungestörtheit und muss nicht alles akzeptieren – das gilt auch für Ruhestörungen und Lärm.

Arten der Lärmbelästigung durch rücksichtslose Nachbarn gibt es viele. So müssen einige Mieter störende Geräusche durch Herumlaufen mit Straßenschuhen in der Wohnung eines darüber wohnenden Mieters genauso ertragen, wie arbeitswütige Nachbarn, die nach 22.00 Uhr noch auf ihre Tastatur einhämmern. Wie viel Lärm ein Mieter ertragen muss, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Als Mieter eines Hauses, das ausschließlich von Studenten bewohnt ist, wird man öfter mit Musik aus Nachbarwohnungen rechnen müssen, als wenn alle Mieter Rentner sind.

Info: Mieter müssen sich in Mietshäusern an allgemeine Ruhezeiten halten. Die Nachtruhe gilt von 22 Uhr bis 6 Uhr. Auch die Mittagsruhe muss eingehalten werden, wenn sie in der Hausordnung oder im Mietvertrag aufgeführt wird. Diese ist meist von 12 Uhr bis 15 Uhr.

Haushaltslärm

Haushaltslärm bedeutet, die Waschmaschine des Nachbarn läuft am liebsten Sonntags oder der Staubsauger kommt meistens erst nach 22 Uhr zum Einsatz. Diesen Lärm muss ein Mieter grundsätzlich dulden. Erst wenn der Lärm ein ständiges Ärgernis ist und eine erhebliche Beeinträchtigung dadurch entsteht, kann der betroffene Mieter eine Mietminderung fordern.

Partylärm

Lärm durch Feiern ist nach 22 Uhr generell verboten. Damit verstößt man gegen die gesetzliche Nachtruhe und auch gegen die Hausordnung oder Mietvertrag. Wird ein Mieter ständig durch feierwütige Nachbarn gestört, hat er das Recht auf eine Mietminderung.

Kinderlärm

Kinderlärm von den Nachbarskindern muss generell geduldet werden. Dieser gehört zur kindlichen Entwicklung und Entfaltung und darf daher nicht verboten werden. Eine Mietminderung ist in diesem Fall also nicht möglich.

Wohnungsgeräusche

Mit Wohnungsgeräusche sind beispielsweise das spätnächtliche Duschen des Nachbarn oder das Laufen mit Stilettos der Nachbarin über einen gemeint. Diese Geräusche können zwar nervig sein, müssen aber weitestgehend geduldet werden. Hier gilt wieder, wird der Lärm unerträglich und unzumutbar hat der Betroffene ein Recht auf Mietminderung.

Lärm durch Musik

Mietern ist es gänzlich nicht verboten in der Wohnung zu musizieren.  Sie müssen sich lediglich an die Ruhezeiten halten. Der Musiker sollte jedoch nicht übermäßig viel seine Instrumente spielen, angemessen sind 2-3 Stunden am Tag. Bei übermäßigem musizieren können die Nachbarn eine Mietminderung verlangen. Anders ist es, wenn Musik unterrichtet wird. Demnach muss die Musik auch länger als 3 Stunden ertragen werden – eine Mietminderung ist in diesem Fall nicht möglich.

Lärm durch Heimwerker

Lärm durch Heimwerker, sei es Bohren, Sägen oder Ähnliches, zählt als Nachbarschaftslärm und muss begrenzt geduldet werden. Auch hier gilt es wieder, sich an die Ruhezeiten und Feiertage zu halten. Wird ein Mieter von den Störungen regelmäßig beeinträchtigt hat dieser ein Recht auf Mietminderung.

Lärm durch Gartenarbeiten

In Deutschland gilt die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung. In ihr ist festgelegt, zu welchen Zeiten lärmende Arbeitsgeräte im Freien benutzt werden dürfen. Rasenmäher dürfen Werktags nur von 7 bis 20 Uhr angeworfen werden. Lärmende Geräte wie Rasentrimmer, Laubbläser oder Motorsensen dürfen nur von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr eingesetzt werden. Häufig gelten über die deutschlandweiten Regelungen hinaus noch landes- und kommunalrechtliche Vorschriften. Darüber können sich Mieter bei den Ordnungsämtern ihrer Kommunen informieren. Wenn laute Maschinen regelmäßig außerhalb der festgelegten Zeiten zu hören sind, kann das eine Mietminderung rechtfertigen.

Achtung: Eine Mietminderung kann nicht beantragt werden, wenn der Mieter vor unterschreiben des Mietvertrages über mögliche Lärmquellen Bescheid wusste.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern liefert grundlegende Informationen zum betreffenden Thema. Es gilt der Haftungsausschluss unter https://www.immobilo.de/disclaimer.


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