Das Grundschulddarlehen für Immobilieneigentümer

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Das Grundschulddarlehen für Immobilien­eigentümer - Foto: rawpixel / pixabay.com

Banken oder Kreditinstitute verlangen oftmals für die Herausgabe von Immobiliendarlehen eine Sicherheit. Eine Möglichkeit ist die Eintragung einer Grundschuld in das Grundbuch. Die Grundschuld ist eine Belastung, die für ein Grundstück aufgenommen wird und dient zur Absicherung von Schulden des jeweiligen Eigentümers.

Eigentümer einer weitestgehend schuldenfreien oder komplett entschuldeten Immobilie können diese mit einer Grundschuld belasten und dafür günstiges Geld von ihrer Bank erhalten. Demnach haftet der Eigentümer mit seiner Immobilie für sein neues Auto als Beispiel. Üblicherweise wird im Grundbuch die Höhe des abzusichernden Betrages als Kreditsicherheit zugunsten des Darlehensgebers eingetragen. Dafür erhält der Darlehensnehmer Zinsen, die zwischen zwei und drei Prozent günstiger ausfallen als für einen normalen Ratenkredit.

INFO: Neben der Hypothek gehört die Grundschuld zu den Grundpfandrechten. Darunter versteht man dingliche Verwertungsrechte, die als Sicherung eines Kredites dienen. Dabei handelt es sich um Rechte an einem Grundstück oder einer Immobilie. Wenn Sie das Darlehen nicht mehr tilgen können, bedeutet das in letzter Konsequenz, dass die Bank Ihre Immobilie zwangsversteigern kann. Aus dem Erlös kann sie dann den notwendigen Teil für die Tilgung einbehalten.

Finanzierungsmöglichkeiten

Für was Sie Ihr aufgenommenes Grundschulddarlehen verwenden, ist Ihnen komplett überlassen; egal ob Auto, Weltreise oder die Gucci-Handtasche für die Frau. Normalerweise verlangen Kreditinstitute keinen Verwendungsnachweis für den gewährten Kredit.

Grundschuldbestellung

Mit der Bestellung der Grundschuld sollten Sie nicht zu lange warten. Planen Sie gute sechs bis acht Wochen dafür ein, es ist nämlich ein sehr zeitaufwendiger Prozess. Ratsam ist es, die Grundschuld zeitnah nach Abschluss des Kaufvertrages beurkunden zu lassen, denn die Darlehenssumme wird erst ausgezahlt, wenn die Grundschuld im Grundbuch eingetragen ist.

Höhe des Kredits

Die Rechnung ist einfach: je höher der Wert der (fast) schuldenfreien Immobilie ist, desto mehr Geld können Sie mit einer Grundschuldbesicherung aufnehmen. Achten Sie aber darauf, sich finanziell nicht zu übernehmen und prüfen Sie ihre aktuelle Finanzsituation. Sie sollten sich Freiräume behalten, die in unvorhersehbaren Fällen Gold wert sein könnten.

Beachten Sie außerdem, dass der Immobilienwert nur für die Sicherheit des Kredits besteht – die monatlichen Tilgungsraten begleichen Sie je nach finanziellem Ermessen und sollten daher realistisch eingeschätzt werden. Eine Faustregel unter Bankern lautet: Kapitalbeschaffung bis zu 60 Prozent des Objektwertes ist grundsätzlich möglich.

Zwei Arten der Grundschuld

1. Buchgrundschuld

Die Buchgrundschuld wird in Abt. III des Grundbuches eingetragen. Sie enthält den Zusatz „ohne Brief“, denn ein Grundschuldbrief wird dabei nicht erteilt. Sollten Änderungen an der Grundschuld vorgenommen werden, ist ein Eintrag in das Grundbuch erforderlich.

2. Briefgrundschuld

Zusätzlich zur Eintragung in Abt. III wird vom Grundbuchamt ein Grundschuldbrief ausgestellt, denn grundsätzlich ist eine Grundschuld eine Briefgrundschuld. Außer der Fall liegt vor, dass der Briefausschluss eingetragen ist. Der Grundschuldbrief verkörpert als Wertpapier im Rechtsverkehr die Grundschuld. Sollte die Briefgrundschuld auf einen anderen Gläubiger übertragen werden, muss kein Eintrag ins Grundbuch gemacht werden. Es ist nur notwendig, dass ein Abtretungsvertrag unterzeichnet und der Brief übergeben wird.

Grundschuld löschen?

Eine Grundschuld kann auch ohne mögliche Forderungen weiter bestehen, daher können Sie eine alte Grundschuld erneut als Sicherheit für einen neuen Kredit bedienen. In solch einem Fall wird die Grundschuld in Form einer Abtretung auf den neuen Darlehensgeber übertragen. Zu empfehlen ist: Sollten Sie ein Hypothekendarlehen zurückgezahlt haben, lassen Sie die Grundschuld bestehen, sollte in absehbarer Zeit eine weitere Finanzierung anstehen.

Grund: Die Löschung und der Neueintrag einer Grundschuld kostet Geld. Eine bereits bestehende Grundschuld kann bei erneuter Nutzung mit deutlich geringeren Gebühren auf den neuen Darlehensgewährenden übertragen werden. Wichtig: Für Einträge und Veränderungen im Grundbuch fallen zusätzlich Notar- und Grundbuchkosten an.


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