Das Richtfest

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Das Richtfest - Foto: sreitzig / pixabay.com

Mit dem Richtfest wird seit jeher die erste große Etappe beim Hausbau beendet – Grund genug also, ausgiebig zu feiern. Doch wie läuft eigentlich ein Richtfest ab und was ist dabei zu beachten?

Langjährige Tradition

Wenn man das Haus in seiner endgültigen Form erahnen kann, also wenn Rohbau und Dachstuhl errichtet sind, ist es Zeit für das Richtfest. Mit dieser auf das 14. Jahrhundert zurückgehenden, vom „aufrichten“ des Dachstuhles, hergeleiteten Tradition findet der erste große Abschnitt des Hausbaus sein feierliches Ende. Und obwohl fast jeder bereits Zeuge eines Richtfestes wurde, wissen wohl nur die wenigsten, wie ein Richtfest genau abläuft und welche Dinge dabei zu beachten sind. Und da gibt es einiges, von der Einladung über den genauen Termin bis zum Ablaufschema.

Ort des Richtfestes ist selbstredend der Ort des Geschehens, sprich: die Baustelle. Gefeiert werden sollen diejenigen, die mit ihrer Arbeitskraft zum Gelingen des Bauvorhabens beigetragen haben. Das betrifft natürlich hauptsächlich Zimmerleute und Bauarbeiter, bei denen sich der Bauherr bedankt.

Wer zum Richtfest eingeladen wird

Schon einige Zeit vor dem genauen Termin sollte man sich Gedanken machen, wer zum Richtfest eingeladen werden soll. Wenn der Zeitpunkt immer näher rückt und es dann schnell gehen muss, werden gerne mal ein paar wichtige Leute vergessen, die sich dann entsprechend auf den Schlips getreten fühlen. Auf der Gästeliste sollten neben den am Bau beteiligten Meistern, Gesellen und Azubis der verschiedenen Gewerke und Baufirmen sowie dem Bauleiter auch der Architekt und Statiker eingeladen werden. Hinzu kommen natürlich auch Freunde, Familie und die Nachbarn sowie alle, die beim Bau mitgeholfen haben oder sich für den Baufortschritt interessieren.

Auch Personen, die im Vorfeld tätig waren wie Vertreter des Bauamtes oder der finanzierenden Bank oder der Notar können eingeladen werden. Die geladenen Gäste können sich beim Bauherren mit kleinen Präsenten für die Einladung revanchieren. Bestenfalls handelt es sich dabei um Geschenke rund um das neue Heim, zum Beispiel Gutscheine für Baumärkte und Gartencenter

Wie das Richtfest abläuft

Wenn sich alle Anwesenden an der Baustelle versammelt haben, werden sie vom Bauherrn begrüßt, ehe zum feierlichen Teil übergangen wird. Dieser ist das Befestigen des aus Zweigen, Bändern und Blüten bestehenden Richtkranzes am Dachstuhl. Dem Bauherrn ist es dann überlassen, den letzten Nagel in das Bauwerk einzuschlagen. Gerne mit einen etwas Längeren, denn wenn der Nagel krumm eingeschlagen wird, ist eine Extrarunde fällig.

Der Richtspruch erfolgt durch die Zimmerleute oder dem Polier. Dabei wird allen Beteiligten gedankt und um Gottes Segen für das Haus gebeten. Im Anschluss wird ein Glas Sekt oder Schnaps gereicht, das nach dem Richtspruch (und natürlich, nachdem es geleert wurde) vom Dach geworfen wird. Bestenfalls geht es dabei zu Bruch, was Glück bringen soll.

Sollte die Veranstaltung bis zu diesem Zeitpunkt wenig spektakulär verlaufen sein, kommt jetzt für alle der Höhepunkt. Es wird Zeit für den Richtschmaus mit reichlich Essen und Trinken. Der Bauherr sollte dabei für reichlich Getränke, Nahrung und Sitzgelegenheiten gesorgt haben. Da man beim Richtfest nicht auf einer Hochzeit ist, kann das Essen ruhig zünftig und herzhaft sein und auch die Bänke, Tische und Geschirr brauchen nicht aus dem hochwertigsten Material bestehen.

 


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