Das Dach und seine Formen

Beitrag: Das Dach und seine Formen
Das Dach und seine Formen - Foto: HansLinde / pixabay.com

Die Form des Daches bestimmt die Charakteristik und das Erscheinungsbild eines Hauses in ganz entscheidendem Maße. Aber nicht nur die Optik wird von der Wahl der Dachform bestimmt, auch die Nutzbarkeit der Räume unter dem Dach, sowie die Kosten hängen davon ab. Der Bauherr hat allerdings nicht immer die freie Wahl.

Oft genug wird die Dachform auch von Behörden mitentschieden, die darüber wachen, dass Landesbauordnungen beachtet und technische Regeln eingehalten werden. Auch die lokale Gestaltungssatzung, sowie historische Ortsbilder lassen oft keine abweichende Architektur zu. Dachformen, Aufbauten und Eindeckungen müssen deshalb oft angepasst werden. Wenn Sie vorhaben, Sonnenkollektoren auf dem Dach anzubringen, sollten Sie zudem die Ausrichtung und Neigung des Daches beachten.

Das sind allerdings noch nicht alle Kriterien, die in die Wahl der Dachform mit einfließen. So ist es etwa entscheidend, in welcher Umgebung man baut und wie die Witterungsverhältnisse dort sind. Je mehr Regen beispielsweise in der Region fällt, in der das Haus stehen soll, desto steiler sollte das Dach ausfallen.

Für den Dachstuhl gilt: je steiler das Dach, desto größer der Raum unter der Dachfläche und umso einfacher dessen Ausbau zur Wohnfläche. Dabei sollte der Dachstuhl selbst, die tragende Konstruktion des Daches, nur von Fachleuten gebaut werden. Die Art des Dachstuhls hängt dabei auch von der Form des Daches ab. Bei kleinen Baukörpern mit Sparrendach brauchen die Balken oft nur gegeneinander gestützt zu werden, während größere Konstruktionen waagerechte und senkrechte Stützpfosten benötigen.

Was die Dachformen angeht, so gibt es eine große Vielfalt an Varianten. Für jeden Geschmack und jedes Budget dürfte sich daher das passende Dach finden.

Flachdach

Flachdächer bieten verschiedene Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Das ursprünglich aus Amerika, Asien und dem Mittelmeerraum stammende Flachdach wurde früher vor allem für gewerbliche Bauten eingesetzt, heute jedoch auch immer öfter für den Bau von Wohnhäusern. Aufgrund der in seinen Ursprungsländern herrschenden, klimatischen Bedingungen, der vorhandenen Baumaterialien und den kulturellen Eigenheiten wurde das Flachdach schon immer gern als Terrasse genutzt – ein Vorteil, der sich auch hierzulande einrichten lässt. Außer als Terrasse können sie zudem zum Parken, für Dachaufbauten und zum Begrünen mit Pflanzen genutzt werden.

Charakteristisch für Flachdächer ist der geringe Neigungswinkel von mindestens 2° bis maximal 10°. Das Gefälle ist nötig, damit das Wasser abfließen kann und sich nicht sammelt oder gefriert. Beim Bau des Flachdaches muss penibel auf eine korrekte Abdichtung geachtet werden, da sonst Feuchtigkeit in die Dachkonstruktion eindringen kann.

Warmdach

Die Konstruktion eines Flachdachs lässt sich auf zweierlei Arten ausführen: als unbelüftetes Warmdach und belüftetes Kaltdach. Ersteres besteht aus einer Tragkonstruktion, beispielsweise aus Stahlbeton oder Holz, auf der Wärmedämmung und Dachhaut bündig anschließen. Schaut man sich den Aufbau einmal etwas genauer an, sieht man, aus wie vielen Schichten ein Warmdach wirklich besteht.

Kaltdach

Das Kaltdach hingegen ist eine Dachkonstruktion aus zwei Schalen mit einem dazwischenliegenden und von außen belüfteten Dachraum. Die obere Schale dichtet dabei gegen Niederschlag ab, während die untere Schale für die Wärmedämmung sorgt.

Umkehrdach

Eine Sonderform unter den Flachdächern ist das Umkehrdach, bei dem sich im Gegensatz zum Kalt- und Warmdach die Feuchtigkeitsisolierung unter der Wärmedämmung befindet. Die Schichtenfolge ist somit im Vergleich zu den herkömmlichen Dächern genau umgekehrt.

Steildach

Das Steildach ist eher ein Sammelbegriff als eine spezielle Dachart. Zu unterschiedlich sind die verschiedenen Formen, in denen ein Steildach daherkommen kann. Gemeinsam ist allen eine Neigung der Dachflächen von etwa 30° sowie ein, je nach Art des Daches, gut nutzbarer Raum darunter. Zum Decken der Steildächer werden meist Dachziegel oder Dachsteine verwendet, aber auch Reet-, Schiefer oder Metalldächer sind beliebt.

Satteldach

In Deutschland ist das Satteldach die beliebteste und häufigste Dachform. Es ist mit seinen zwei Dachseiten nicht nur sehr solide, sondern lässt sich je nach Neigungsgrad vielfältig mit anderen Dachformen kombinieren. Der geradlinige Stil macht das Dach zeitlos und solide. Zusätzlich können Gauben und Dachfenster im Satteldach integriert werden.

Pultdach

Das Pultdach ist einer etwas modernere Dachform. Ursprünglich hatte man diese Einfachvariante mit nur einer geraden Dachfläche für Nebengebäude, Lagerhallen oder Produktionsbetriebe verwendet, heute findet sie sich immer öfter in neuen Wohngebieten. So kann die Dachfläche zur Wetterseite hin ausgerichtet werden, um das Haus vor Wind und Regen abzuschirmen. Außerdem bieten Pultdächer auf der Sonnenseite viel Platz für effiziente Solaranlagen

Mansarddach

Dabei handelt es sich um ein zweigeteiltes Satteldach, das unterschiedliche Neigungen aufweist. Durch diese besondere Dachform entstehen im Inneren großzügige und helle Räume. In der unteren und deutlich steileren Hälfte des Daches können Dachfenster oder Gauben eingelassen werden.

Walmdach

Das Walmdach ist ein Satteldach mit geneigten Giebelflächen. Dank seiner Bauweise, mindert es die Angriffsmöglichkeit von Wind und Wetter, und sieht zudem robust und herrschaftlich aus. Die beiden seitlichen Giebelschrägen werden als Walm bezeichnet. Bei Walmdächern, deren Walm nicht bis auf die Traufhöhe (die Höhe der Dachrinne) heruntergezogen wird, spricht man von einem Schopfwalm oder auch Krüppelwalm. Hier bleibt ein trapezförmiger Restgiebel erhalten. Von einem Fußwalm spricht man, wenn der untere Teil des Dachs abgewalmt ist.


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