Baubegriffe mit dem Anfangsbuchstaben S

Beitrag: Alle Baubegriffe mit dem Anfangsbuchstaben S
Alle Baubegriffe mit dem Anfangsbuchstaben S - Foto: stux / pixabay.com

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Sanierung
Satteldach
Schalldämmung
Schalung
Schichtspeicher
Schiefer
Schlüsselfertig
Schornstein
Schutzkontakt-Stecker
Sicherheitsglas
Sickerschacht
Siphon
Skelettbau
Solaranlage
Spachtelmasse
Sparren
Sperrholz
Stahlbeton
Steildach
Strangziegel
Stromkreis
Stuck


Sanierung

Im Bauwesen bedeutet Sanierung die Bewohnbarmachung bzw. die Wiederbewohnbarmachung eines Gebäudes oder eines Gebäudeteils. Durch Sanierungsarbeiten werden kleine oder große Missstände beseitigt. Somit fallen Maßnahmen wie die Instandsetzung, die Modernisierung, die Restaurierung sowie der Um- oder Ausbau von Gebäuden unter diesen Begriff. Auch eine Verbesserung der Wohnbedingungen, wie z.B. die Beseitigung von Schimmel oder durch Feuchtigkeit verursachte Schäden, ebenso wie die Verbesserung der Wärmedämmung, wird als Sanierung bezeichnet.

Allgemein wird der Begriff Sanierung nicht nur für Gebäude verwendet, sondern kann auch die Modernisierung eines ganzen Stadtteils bedeuten. In diesem Zusammenhang spricht man von städtebaulicher Sanierung.

Satteldach

Das Satteldach ist die wohl am häufigsten vorzufindende Dachform. Es besteht aus zwei geneigten Dachflächen, die am First, der höchsten Stelle, zusammenkommen. Die Schräge der Dachflächen liegt meist zwischen etwa 30 Grad und  60 Grad. Der Vorteil des Satteldachs ist die Einfachheit seines Aufbaus.

Schalldämmung

Durch Schalldämmung soll eine Ausbreitung des Schalls in angrenzende Räume oder nach draußen, genauso wie die Ausbreitung des Schalls von außen nach innen, verhindert bzw. verringert werden. Um eine gute Schalldämmung zu erreichen, werden bestimmte Baustoffe bzw. Dämmstoffe verwendet. Treffen Schallwellen auf ein Bauteil, kann dieses – je nach Beschaffenheit des Stoffes – einen mehr oder weniger großen Teil der Schallwellen aufnehmen. Je größer dieser Anteil ist, desto besser ist die Schalldämmung. Verhältnismäßig weiche Stoffe können nicht oder nur unwesentlich in Schwingung versetzt werden und leiten den Schall deshalb nicht weiter. Das Gleiche gilt für sehr schwere, dicke Bauteile, weshalb z.B. auch Beton zur Schalldämmung beiträgt.

Unter den Bodenbelägen ist der Teppich derjenige mit der besten Schalldämmung. Für Fenster und andere Glasflächen gibt es Schalldämm-Verbundglas, das zwar auch allein für eine gute Schalldämmung sorgt, oft aber dennoch mit Wärmeschutzglas kombiniert wird. Diese Kombination wird Schallschutz-Isolierglas genannt.

Das Schalldämm-Maß eines Bauteils gibt (in Dezibel) die Differenz zwischen der Lautstärke an der Außen- und der an der Innenseite eines Bauteils an.

Schalung

Unter Schalung versteht man zum einen die Verkleidung eines Bauteils, etwa einer Wand oder einer Fassade. Diese besteht häufig aus Holzpaneelen. Zum anderen wird auch eine Unterkonstruktion, z.B. für eine Dachabdeckung, als Schalung bezeichnet.

Schichtspeicher

Wenn gewonnene Wärme nicht sofort nach Erzeugung verbraucht werden soll, kommen Wärmespeicher zum Einsatz. Häufig wird hier Wasser benutzt, da es vergleichsweise viel Wärme speichern kann. Bei einem Schichtspeicher kann das warme Wasser an der Stelle bzw. in die Schicht des Speichers eingebracht werden, in der die gleiche Temperatur herrscht, wodurch die Temperaturschichtung erhalten bleibt.

Schiefer

Im Allgemeinen bezeichnet Schiefer jede Art von Gestein, das sich nicht nur schneiden, sondern auch in Platten spalten lässt. Er ist sehr witterungsbeständig, weshalb er häufig für Wand- und Fassadenverkleidungen und Dachdeckungen verwendet wird. Der hohe Anteil an Glimmermineralen verleiht Schiefer aus Tongestein seinen charakteristischen silbrigen Glanz.

Schlüsselfertig

Wie genau ein schlüsselfertiges Haus auszusehen hat, ist nicht festgelegt. Der Bau muss aber mindestens geschlossen sowie abschließbar sein. Je nach Vereinbarung können zum schlüsselfertigen Bau aber auch Bodenbeläge, Malerarbeiten und andere Leistungen gehören.

Schornstein

Der Schornstein ist eine senkrechte Konstruktion, durch die Verbrennungsgase ins Freie geleitet werden. Man unterscheidet zwischen einschaligen und mehrschaligen Schornsteinkonstruktionen. Während einschalige Schornsteine lediglich aus einem Schacht bestehen, enthalten zweischalige Schornsteine noch ein Innenrohr, dreischalige Schornsteine weisen eine zusätzliche Dämmung auf. Durch diese behalten die Abgase weitgehend ihre Temperatur, was das Abziehen begünstigt.

Da bei modernen Formen der Wärmeerzeugung die Abgastemperatur vergleichsweise niedrig ist, kondensieren die Abgase meist schon, bevor sie durch den Schornstein ins Freie gelangen, wodurch die Gefahr der Versottung besteht. Dementsprechend sind gemauerte Schornsteine für moderne Heiztechniken nicht geeignet: Alte Schornsteine müssen saniert und beispielsweise eine Abgasleitung eingebaut werden. Neue Schornsteine bestehen meist aus feuchteunempfindlichen Materialien wie Stahl oder auch Keramik. Gegebenenfalls muss ein Lüfter installiert werden, um die Abgase nach draußen befördern zu können.

Sowohl der Schornstein als auch die Abgasleitung müssen von einem Schornsteinfeger überprüft und abgenommen werden.

Schutzkontakt-Stecker

Der Schutzkontakt ist ein dritter Pol, der am Stecker, aber auch an der SchuKo-Steckdose vorhanden sein muss. An den Seiten des Steckers befinden sich die Schutzkontakte, die bei Berührung mit den Schutzkontakten der Steckdose eine Erdung herstellen, bevor überhaupt Strom fließen kann. Somit schützt diese Vorrichtung vor einem elektrischen Schlag.

Sicherheitsglas

Bei manchen Scheiben, etwa in Wintergärten, Glasduschen oder Dachflächenfenstern, ist eine erhöhte Sicherheit wichtig, um Verletzungen von Personen zu verhindern, wenn die Scheibe brechen sollte.

Sickerschacht

Wenn Abwasser nicht in ein Gewässer oder den Untergrund abgeleitet werden kann, etwa wenn der Boden schwer durchlässig oder die Fläche für Verrieselung zu klein ist, kann – zumindest übergangsweise – ein Sickerschacht eine Alternative sein. So wird das Abwasser gezielt in den Untergrund eingebracht.

Siphon

Der Siphon ist ein gekrümmtes Rohr, welches das Ablaufventil mit der Abwasserleitung verbindet. Er wird auch Geruchsverschluss genannt, da das Wasser, das in der U-förmigen Krümmung stehen bleibt, verhindert, dass Geruch aus der Kanalisation durch das Rohr in den Raum gelangt.

Skelettbau

Beim Skelettbau besteht die tragende Konstruktion aus Stäben, Stützen und Balken. Die raumabschließenden Wände werden durch ausfachende Bauteile gebildet, die keine tragende Funktion haben. Am bekanntesten für die Skelettbauweise ist das Fachwerkhaus, bei dem das Skelett aus Holz gebildet wird. Heute werden auch häufig Stahl und Beton verwendet, z.B. beim Bau von Fertighäusern.

Solaranlage

Die Solaranlage ist eine Vorrichtung zur Energiegewinnung durch Sonneneinstrahlung. Am geläufigsten ist es, ein Dach mit Solarkollektoren zu versehen. Die Sonnenenergie kann entweder thermisch, also zur Warmwasserbereitung und für den Heizungsbetrieb, als auch elektrisch nutzbar gemacht werden.

Spachtelmasse

Mit Spachtelmasse werden Schäden behoben, Risse und Löcher gefüllt oder gleichmäßige, glatte Oberflächen geschaffen. Normalerweise wird Spachtelmasse angerührt, sie ist aber auch fertig erhältlich. Außerdem gibt es spezielle Spachtelmassen für die verschiedensten Untergründe und Anwendungsbereiche.

Sparren

Sparren sind Dachbalken, die Dachhaut und Dachlattung tragen. Sie verlaufen von der Traufe zum First und können aus unterschiedlichen Materialien, wie Holz, Stahl, Stahlbeton oder Aluminium bestehen.

Sperrholz

Sperrholz wird aus mindestens drei Furnierschichten gefertigt, die meist im 90° Winkel aneinander geleimt werden. Im Vergleich zu anderen Holzwerkstoffen zeichnet es sich durch eine höhere Festigkeit, sowie durch eine höhere Elastizität aus. Werden genug Holzblätter aneinandergefügt, ist das Sperrholz dick genug, um als tragenden Konstruktion, etwa als Wand, Decke und Balken verwendet werden zu können.

Stahlbeton

Beton ist ein sehr druck- aber kaum zugfester Baustoff. Da besonders horizontale Konstruktionen wie Träger, Decken oder Balkone aber eine hohe Zugfestigkeit des Materials voraussetzen, wird der Beton mit Stahleinlagen, der sogenannten Bewehrung, kombiniert, die die Zugfestigkeit garantiert. Somit ist Stahlbeton ein besonders tragfähiger Baustoff.

Steildach

Das Steildach ist der Gegensatz zum Flachdach. Es beginnt ab einer Neigung der Dachflächen von etwa 22 Grad. Steildächer können entweder als Warm- oder als Kaltdächer konstruiert werden. Für die Dachkonstruktion werden oftmals Holzbalken, Sparren oder Pfetten verwendet. Der Vorteil bei dieser Dachform ist, dass Regenwasser weitaus schneller und besser ab als bei Flachdächern abfließt.

Strangziegel

Strangziegel, auch Strangdachziegel genannt, werden in einem endlosen Tonstrang hergestellt. Die erforderliche Länge wird mit einem Drahtabschneider erstellt. Sie haben meist keinen Falz und eigen sich besonders für Dächer mit einer Neigung über 30 Grad.

Stromkreis

Ein Stromkreis besteht aus einer oder mehreren Stromquellen, stromverbrauchenden Elementen (z.B. eine Lampe oder ein Haushaltsgerät) sowie elektrischen Leitungen, welche die Beiden miteinander verbinden. Strom fließt immer dann, wenn der Kreis geschlossen ist. Ist er nicht geschlossen, kann kein Ladungstransport erfolgen, also kein Strom fließen. Zum Öffnen und Schließen des Stromkreises wird in der Regel ein Schalter eingebaut. Ein Wackelkontakt kann den Stromfluss ungewollt behindern.

Im Stromkreisverteiler, der sowohl als Schalt- als auch als Sicherungskasten dient, werden die einzelnen Stromkreise verteilt. In der Regel handelt es sich dabei um Zwei- und Dreiphasenwechselstromkreise. Drei Phasen bzw. drei Leiter erzeugen Strom mit einer Spannung von 400 Volt, der z.B. für den Elektroherd verwendet wird, während zwei Phasen bzw. zwei Leiter 230 Volt-Wechselstrom erzeugen. Ein Stromkreisverteiler, der meist Sicherheits- oder Verteilerkasten genannt wird, muss in jeder Wohnung vorhanden sein. Während der Bauarbeiten ist ein sogenannter Baustromverteiler vonnöten, der die elektrischen Geräte während des Baus mit Strom versorgt.

Stuck

Stuck ist ein Mörtel, der sich aus Gips, Kalk, Sand, Leim und Wasser zusammensetzt. Er lässt sich leicht formen und härtet schnell aus, was kunstvolle Verzierungen, Formen und Figuren ermöglicht. Im Barock und Rokoko verbreitete sich die bekannte Innendekoration von Italien ausgehend in ganz Europa.


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