Bauherren-Fehler und wie sie sich vermeiden lassen

Beitrag: Bauherren-Fehler und wie sie sich vermeiden lassen
Bauherren-Fehler und wie sie sich vermeiden lassen - Foto: Tama66 / pixabay.com

Für viele ist es ein Traum ihr eigenes Haus zu bauen und dies ihr Eigen zu nennen. Doch damit daraus kein Alptraum wird, muss vorab auf verschiedene Dinge geachtet werden und ein guter Plan erstellt werden. Typische Fehler gilt es dabei zu vermeiden.

Vorschnelle Entscheidungen und falsche Einschätzungen

Beim Hausbau ist es wichtig, dass jedes Detail gut durchdacht und geplant ist. Eine Hauptrolle spielt hierbei die Finanzierung, da jedes Jahr die Zahlungen anfallen werden. Deswegen sollte man verschiedene Fragen vorher beantworten:

  • Wie hoch dürfen die monatlichen Raten für die Hausfinanzierung sein?
  • Wie viel Eigenkapital wird eingebracht?
  • Eigenleistung: wie viel kann erbracht werden?

Zusätzlich sollte auch auf diverse Risiken und die Lebensplanung einkalkuliert werden.

  • Bestehen Kinderwünsche? Beeinflusst dies die Finanzierung?
  • Wie hoch ist die monatliche Rate nach der Zinsbindung? Kann ich mir diese leisten?

Während der Planungsphase muss die rosarote Brille abgelegt werden, um eine optimale Lösung zu finden. Natürlich lassen sich Fehler in der Planung nicht komplett vermeiden. Jedoch kann das Kalkulieren von diversen Risiken und Lebensumständen Plan definitiv krisenfester machen. Voreilige Entscheidungen gilt es dabei strikt zu vermeiden. Dies gilt auch im Verlauf des Baus, hierbei sollte darauf geschaut werden, dass die richtigen Handwerker und Materialien gewählt werden. Preis und Qualität sollten dabei stimmen.

Finanzierung

Bevor Sie das Bauvorhaben wirklich in Angriff nehmen, sollte auf jeden Fall die Finanzierung des gesamten Projektes gesichert sein. Erst wenn alle Eigenmittel verfügbar sind und schriftliche Zusagen vorliegen, ist die Finanzierung sicher. Wie Sie dabei den Bau des Hauses finanzieren ist komplett Ihnen überlasen, natürlich abhängig von Ihren Möglichkeiten. Genug Finanzierungsoptionen gibt es dabei alle Mal.

Eigenleistungen

Viele Bauherren denken, dass sie mit Eigenleistungen viel Geld sparen können – wenn man selbst beim Bau anpackt, braucht man keinen anderen dafür bezahlen. Leider überschätzen viele Bauherren ihre Möglichkeiten und auch das tatsächliche Einsparungspotential enorm. So kann zwar das Geld für Handwerker gespart werden, das Baumaterial muss trotzdem erstmal bezahlt werden.

Zudem zieht sich der Bau durch Eigenleistungen oft in die Länge, was letztendlich doch zu höheren Kosten führen kann. Auch auf die Zusagen von Freunden und Verwandten, beim Bau zu helfen, sollten sie sich nicht allzu sehr verlassen. Die Doppelbelastung für Kredit und Miete spielen hierbei eine weitere Rolle. Wie lange kann diese getragen werden? Wie hoch ist das tatsächliche Einsparungspotential?

Falsches Grundstück

Bei der Auswahl des Grundstückes sollte nicht allein auf die Kosten geachtet werden. Ein wichtiges Kriterium ist die Beschaffenheit des Grundstückes, wie beispielsweise die Bodenbedingung. So kann ein Grundstück mit Hanglage höhere Kosten verursachen als ein ebenerdiges. Folglich sollte im Vorfeld geprüft werden, ob die Beschaffenheit zu höheren Kosten führt.

Obendrein sollte die Entfernung zur nächsten Stadt und Arbeitsplatz beachtet werden. Größere Distanzen führen zu höheren Kosten. Diese Kosten können dann auf Dauer zu einer großen Last werden.

Falsches Haus

Oft wird der Fehler gemacht, ein unpassendes Haus für das Grundstück zu wählen. Hierbei gilt es wieder keine voreilige Entscheidung zu treffen. Das Haus, beziehungsweise dessen Form, muss zum Grundstück passen. Sonst kann es zu aufwendigen Anpassungen und unzufriedenstellenden Ergebnissen führen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man sich bei der Auswahl des Hauses definitiv Zeit lassen sollte, um die richtige Entscheidung zu fällen. Weder sollte auf den Zeitdruck vom Bauunternehmer, noch auf Aktionsangebote eingegangen werden. Die Baubeschreibung sollte genau durchgelesen werden und Fragen rund um das Thema Kosten oder Verständnisfragen sollten direkt gestellt werden, bevor es zu spät ist.

Gesamtkosten sollte man nicht unterschätzen

Die Gesamtkosten eines Hausbaus sind mehr als die Summe von Grundstückskaufpreis und reinen Hausbaukosten. Hinzu kommen die sogenannten Baunebenkosten oder auch Finanzierungskosten, die sie auf keinen Fall unterschätzen sollten. Infolgedessen sollten die Kosten richtig kalkuliert werden und nicht schöngerechnet werden, sonst reichen eventuell die Gelder am Ende nicht für die Fertigstellung aus.

Falsch gespart

Bauherren sind oft keine Bauprofis und haben nicht das entsprechende Fachwissen, um Mängel am Bau sofort zu erkennen. Lassen sie den Bauprozess von einem Experten überwachen, auch wenn das zusätzliche Kosten verursacht. Pfusch und schlechte Arbeiten können letztendlich das ganze Projekt gefährden und sind bei weitem teurer als ein Bauexperte, der das verhindern kann.

Auch Kauf- und Bauverträge sollten von der Verbraucherzentrale sollten auf ihr Richtigkeit und Gültigkeit geprüft werden.

Schlechte Bauüberwachung

Der Bauherr sollte im optimalen Fall fast täglich auf der Baustelle anwesend sein, um Probleme und Mängel sofort zu erkennen und fachgerecht beseitigen zu lassen. Nur eine unverzügliche Mängelbeseitigung garantiert ein gutes Ergebnis und spart zusätzliche Kosten.

Auf Bau-Endabnahme mit schriftlichem Protokoll bestehen

Wenn auf eine Bauabnahme mit schriftlichem Protokoll verzichtet wird, sind Baufirmen und Architekten bei später auftretenden Schäden nur schwer haftbar zu machen. Damit ein Schadensersatz möglich ist, muss detailliert bewiesen werden können, dass der Schaden beim oder durch den Bau entstanden ist.


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