Photovoltaik-Kosten

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Photovoltaik-Kosten - Foto: MariaGodfrida / pixabay.com

In erster Linie hängen die Kosten für PV-Anlagen, deren Betrieb und Unterhaltung von der Größe der Anlage und der Qualität der Module ab. Um die Anlage bestmöglich zu planen, sollte im Vorfeld des Kaufs eine detaillierte Kostenaufstellung veranlasst werden.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine Photovoltaikanlage anzuschaffen, den interessieren neben den zu erwartenden Erträgen der PV-Anlage auch die Anschaffungskosten der Anlage. Daneben fallen jedoch noch weitere Kosten an, die bei der Entscheidung und Planung berücksichtigt werden sollten. Dazu zählen:

Anschaffungskosten

Die anfallenden Kosten zur Anschaffung einer Photovoltaikanlage differieren je nach Größe, Leistung und den persönlichen Ansprüchen an die Anlage. Preisliche Unterschiede werden auch durch die Qualität von Modulen und Wechselrichtern bestimmt.

Die Preise für die Photovoltaik Kosten haben sich im Vergleich zum Jahr 1990 bereits mehr als geviertelt und fallen weiterhin. Dies zeigt, wie beliebt diese Art der Energiegewinnung im Laufe der Jahre geworden ist und welche Entwicklungsstufen und Produktionsweisen die Anlagen seither durchlaufen haben.

Mit der Solaranlage wird nicht nur umweltfreundlich sauberer Strom erzeugt, sondern man kann hieraus auch eine Rendite erzielen, die weit über dem marktüblichen Zinswert liegt. Außerdem erhalten die Solaranlagen-Inhaber für den erzeugten Strom eine Einspeisevergütung, welche im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt ist und für die Dauer von 20 Jahren garantiert wird.

Photovoltaik Kosten pro kWp

Die anfallenden Anschaffungskosten für Photovoltaikanlagen hängen überwiegend von der Größe der Anlagen, der Qualität und der Leistung ab. Die Preisspanne differiert beispielsweise auch je nach verwendeten Modulen. So liegt für Photovoltaikanlagen der Preis im Bereich der einfachsten Ausführung in Form von polykristallinen Modulen bei ca. 2.000€ pro kWp. Die Photovoltaik Preise für Dünnschichtmodule liegen beispielsweise bei 2.600 – 3.700 Euro. Durchschnittlich ist festzuhalten, dass die Preise für Photovoltaikanlagen bei rund 3.500€/kWp liegen.

Gut zu wissen: Die Leistung der Photovoltaikanlage wird in Watt peak (Wp) oder in Kilowatt peak (kWp) definiert. „Peak“ bezeichnet die Spitzenleistung der Photovoltaikanlage. „kWp“ gibt Auskunft über die Leistung von Solarmodulen unter genormten Testbedingungen und dient somit als Vergleichsgröße. Festgelegt sind die Normen auf 1000 Watt Einstrahlungsleistung auf 1m² Fläche bei einer Temperatur von 25°C und einer Ari Maß von 1,5. Letzteres bedeutet, dass ein Sonnenstrahl während seines Verlaufes das 1,5 fache der Atmosphärendicke der Erde durchdringt. Die reale Leistung der PV-Anlage weicht von diesen Normwerten ab. In Deutschland können mit einer 1kWp Anlage etwa 700 bis 1200 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr erzeugt werden.

Auch der Produktionsort der Module ist für die Kosten entscheidend. Aus europäischer Anfertigung können für kristalline Solarmodule Kosten zwischen 3.000 – 3.700 Euro pro kWp anfallen, vergleichbare Solarmodule aus asiatischer Produktion haben dagegen einen Preis von 2.400 – 3.000 Euro pro kWp installierter Leistung. Demnach ergeben sich für die Anschaffung im Schnitt, für ein typisches Einfamilienhaus Kosten von 12.000 bis 14.000€ für 2,5 kWp; bei 7,6 kWp wären es rund 31.000€.

Montagekosten

Die Größe einer Photovoltaikanlage entscheidet über deren Kosten für Anschaffung, Montage und Wartung. Hierbei ist hervorzuheben, dass die Montagekosten bei größeren Anlagen deutlich geringer ausfallen.

Ein fachgerechter Aufbau ist Voraussetzung für die Langlebigkeit und Ertragsfähigkeit der PV-Anlage. Es empfiehlt sich daher ein Unternehmen mit der Installation zu beauftragen. Dies kann zudem den Vorteil haben, dass sich die Material- und Lohnkosten meist minimieren. Zudem haben Fachbetriebe auch die nötigen Arbeitsmaterialien zur Sicherung des Arbeitsumfeldes. Dies ist besonders wichtig um Dachunfälle oder Unfälle infolge eines unfachmännischen Umgangs z.B. mit den stromführenden Elementen zu vermeiden.

Die Montagekosten setzen sich aus verschiedenen Elementen zusammen: Von der Planung bis hin zur Realisierung gehört hier alles dazu. Allein für die Planung der Photovoltaikanlage fallen rund 5-7% der Gesamtkosten an. Die Kosten unterscheiden sich dabei nach Größe und der Montageart.

Bei der Aufdachmontage betragen die Montagekosten beispielsweise etwa 200-300€ pro kWp. Flachdachmontagen sind teurer und kosten etwa 300-400€ je kWp. Die Kosten für den Anschluss der Module an die Wechsel- und Gleichstromseite der Solaranlage zur Prozesssteuerung und Überwachung belaufen sich auf ca. 40-55€ pro kWp. Außerdem werden für die Verkabelung und die Arbeiten zur Sicherung des Arbeitsumfeldes noch einmal rund 100€ pro kWp veranschlagt. Zu den Arbeiten zählen beispielsweise auch die Installation einer Blitzableitung oder Durchbrüche in Haus oder Dach.

Summa summarum können die Montagekosten mit ca. 15-20% der Gesamtkosten berechnet werden. Bei einer Anlage von 30.000 bis 60.000€, betragen die Montagekosten rund 6.000 bis 15.000€.

Unterhaltung der Photovoltaikanlage

Zu den Kosten für die Unterhaltung einer Photovoltaikanlage werden die Betriebskosten, die Wartungskosten und die Reinigungskosten gezählt. Diese fallen ähnlich wie die Unterhaltungskosten der solarthermischen Anlage im Vergleich zu den Anschaffungskosten sehr gering aus.

Betriebskosten

Die Betriebskosten, so eine Faustformel, betragen rund 1-2% der Anschaffungskosten pro Jahr. Hierzu zählt auch die jährliche Miete des Zählers, über den angezeigt wird, wie viel Strom die Solaranlagen einspeisen. Dieser Wert schwankt in Abhängigkeit vom Stromanbieter und beträgt in der Regel 15-40€.

Wer eine Photovoltaikanlage besitzt sollte diese gut versichern und Schäden gegen Sturm, Blitzschlag, Hagel, Überspannung sowie Ertragsausfall sollten ausreichend abgedeckt sein. Es gibt sogar spezielle Photovoltaik Versicherungen.

Wartungskosten

Die Wartung der Photovoltaikanlage sollte verschiedene Prüfpunkte beinhalten: Neben Fern-Monitoring sollte auch eine Sichtkontrolle der Solarmodule vorgenommen werden. Hier wird die Anlage auf Verschmutzungen und Beschädigungen geprüft. Auch die Kontrolle der Unterkonstruktion gehört zur Wartung. Dabei wird kontrolliert, ob die Befestigung, Schrauben und Klemmverbindungen intakt sind, ebenso wird die Dachhaut auf Fehler untersucht und die Zähleranlage getestet.

Eine Sichtkontrolle der Anlage sollte vierteljährlich erfolgen und eine eingehende Inspektion jährlich. Die Kosten für eine Photovoltaik Wartung können je nach Anbieter changieren. Einige Firmen veranschlagen für die Wartung eine Pauschale von rund 100€, während andere regelmäßige Inspektionen für 7-12€ je installiertem Kilowatt Leistung verlangen.

Reinigungskosten

Pollen-, Moos- und Kalkablagerungen oder Vogelkot können die PV-Anlage stark verschmutzen. Diese Verschmutzungen können zu Leistungseinbußen von bis zu 20% führen, daher empfiehlt sich die Reinigung der Photovoltaikanlage in regelmäßigen Abständen. Sollte die Anlage eine zu geringe Neigung aufweisen wirkt darüber hinaus der Selbstreinigungseffekt der PV-Anlage nicht mehr optimal und so bleiben verstärkt Ablagerungen auf den Modulen zurück.

Eine professionelle Reinigung der Module kostet im Schnitt 2 – 2,50€ je m² für die Erstreinigung. Beauftragt man eine Firma, können die Folgereinigungen günstiger ausfallen und vertraglich festgelegt werden. Die Kosten pro m² hängen in der Regel von den örtlichen Gegebenheiten sowie der Größe der PV-Anlage ab.

Lohnt das Mieten einer Photovoltaik-Anlage – und was bringt Dachflächenvermietung?

Die Kosten für Photovoltaik-Anlagen sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, doch nicht jeder wagt die Investition in den Kauf einer Anlage. Eine Alternative kann hier das Mieten einer Anlage sein. Auch das Vermieten der eigenen Dachfläche kann rentabel sein.

Solaranlagen können für Privatverbraucher einen äußerst sinnvollen und effizienten Nutzen haben. Die Vorteile gegenüber der Anschaffung, dem Betreiben sowie dem Mieten von Wind- und Wasserkraftanlagen, sind für Investoren geringere Anschaffungs- und Wartungskosten sowie ein größeres Einsatzgebiet. Das Problem: Den Kauf einer Solaranlage möchte und kann nicht jeder stemmen – Privathaushalte schon gar nicht.

Um die Anschaffungskosten einer Solaranlage zu reduzieren, gibt es deshalb die Möglichkeit diese zu mieten. In der Regel besteht der Mietvertrag für eine Photovoltaikanlage über 35 Jahre. Die Vorteile der Miete sind dabei hauptsächlich der geringe Investitionsaufwand sowie die Tatsache, dass man die Anlage nach dem Ende ihrer Lebensdauer nicht in Eigenregie als Sondermüll entsorgen muss. Nachteilig können für Verbraucher die langen Bindungsfristen sein.

Info: Übrigens können sich Anlagen, die über einen Photovoltaik-Kredit finanziert werden, durch die Einspeisevergütung bereits nach 10-15 Jahren refinanziert haben.

Dachflächen vermieten und Anmieten

Eine andere Möglichkeit ist das Anmieten von Dachflächen zur Solarstromerzeugung. Diese eignet sich, wenn das eigene Dach zu klein oder aus anderen Gründen für die Installation eines entsprechenden Systems nicht geeignet ist. Wird eine Solaranlage auf einem angemieteten Dach installiert, so trägt der Mieter sowohl die Kosten für die Anlage selbst als auch für Montage, Instandhaltung und Betriebskosten.

Der Vermieter der Fläche profitiert währenddessen von den regelmäßigen und langfristigen Mieteinnahmen, die so gut wie ohne Gegenleistung erfolgen. Er muss weder Eigenkapital investieren, noch ein Darlehen aufnehmen und kann dennoch von der Rendite der Photovoltaikanlage profitieren. Einzig, wenn im Rahmen der Montage und Installation der Anlage für das Verlegen von Kabeln oder dem Einbau des Stromzählers Bauarbeiten am eigenen Haus anfallen, muss der Vermieter der Dachfläche mit Kosten rechnen.

Der Vorteil für den Mieter der Fläche und damit den Betreiber der Solaranlage, liegt hauptsächlich in der Einspeisevergütung, mit Hilfe dessen er mit der Erzeugung des Solarstroms Geld verdienen kann. Was man von beiden Seiten beachten sollte: Es ist mehr als sinnvoll, einen Pachtvertrag mit genauen Regelungen zu erstellen, in dem auch definiert ist, was im Falle eines Hausverkaufs oder einer Versteigerung geschieht. Auch über eventuell anfallende Dachreparaturen sollte gesprochen werden, sowie über die Aufteilung der Kosten für Demontage und Montage der Anlage.


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