Photovoltaik-Förderung

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Photovoltaik-Förderung - Foto: jarmoluk / pixabay.com

Photovoltaik (PV), also die Erzeugung von Strom per Sonnenenergie, erscheint in der Anschaffung zunächst recht preisintensiv. Allerdings zahlt sich Photovoltaik langfristig aus, und auch die Erstinvestition wird durch diverse Fördermöglichkeiten unterstützt.

Die Umwandlung von Sonnenenergie in Strom wird Photovoltaik genannt. Dazu benötigt man Solarmodule, deren Anschaffung auf den ersten Blick ein größeres finanzielles Unterfangen darstellt. Allerdings gibt es einige Fördermöglichkeiten, wie einen Kredit der KfW-Bank, die vor allem in der Anfangsphase eine sinnvolle Unterstützung sind. Langfristig kommen Erträge dazu, wie beispielsweise durch die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Einspeisevergütung und die langjährige steuerliche Absetzbarkeit.

KfW-Förderung

Viele Hausbauer planen eine Photovoltaikanlage (PV) für ihre neue Bleibe ein. Doch wie soll neben dem Hausbau noch die Finanzierung einer PV-Anlage gestemmt werden? Hierfür gibt es günstige Kredite der KfW-Bank.

Das Kreditinstitut für Wiederaufbau (KfW) fördert im Programm  270 „Erneuerbare Energien Standard“ für Privatpersonen – auch Freiberufler – den Bau von PV-Anlagen. Für diesen Zweck hält sie zinsverbilligte Kredite zum Bau von Photovoltaikanlagen bereit. Die Kredite können über die Hausbank abgeschlossen werden. Falls Ihre Hausbank keine KfW-Kredite vergibt, können Sie den Kredit auch direkt bei der KfW-Bank abschließen.

Kredit für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage

Das beauftragte Geldinstitut prüft den Antrag und wägt das Risiko für den Kredit ab. Besonderer Vorteil ist auch, dass der Kredit der KfW bei Bedarf in der Anfangszeit (1 bis 3 Jahre) tilgungsfrei ist und in dieser Zeit somit nur Zinsbeträge zu zahlen sind. Die Gesamtlaufzeit des Kredits beträgt zwischen 10 oder 20 Jahre, der Zinssatz (ab 3,29 % effektiv pro Jahr) wird vom Kreditinstitut entsprechend der Zahlungsfähigkeit bestimmt. Abgezahlt wird der Kredit üblicherweise in vierteljährlichen Raten. Dabei ist eine außerplanmäßige Tilgung, also das Einzahlen eines größeren Betrags, um die Laufzeit zu verkürzen, nicht ausgeschlossen.

Es können bis zu 100 % der Nettoinvestitionskosten (ohne Mehrwertsteuer) über den KfW-Kredit finanziert werden, somit ist eine Eigenbeteiligung gar nicht nötig. Der Höchstbetrag liegt bei 10 Millionen Euro. Die Summe kann man im Ganzen oder in Teilbeträgen ausgezahlt bekommen. Die Abruffrist beträgt 12 Monate nach Darlehenszusage, wobei die Bereitstellungsprovision 0,25 % pro Monat beträgt, beginnend zwei Bankarbeitstage und einen Monat nach Zusagedatum für noch nicht ausgezahlte Kreditbeträge.

Gefördert wird nicht nur der Kaufpreis, sondern auch die Kosten für den Aufbau oder für Erweiterungen. Der Antrag wird vor Beginn des Bauvorhabens bei der Hausbank oder einem anderen Kreditinstitut gestellt, also bevor wesentliche, rechtlich bindende Verträge, z. B. einen Liefer- und Leistungsvertrag, geschlossen wurden.

Photovoltaik-Einspeisevergütung

Wer Solarstrom produziert, der kann die Energie entweder für den Eigenbedarf nutzen, oder an den ansässigen Stromanbieter verkaufen. Photovoltaik-Einspeisevergütung wird vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Seit Januar 2009 gibt es auch eine Vergütung für den Strom, den der Produzent für den Eigenbedarf nutzt.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gehört zu einem Paket von Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz. Das Ziel ist es, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu senken, indem die Nutzung regenerativer Energien gezielt gefördert wird.

Das EEG schreibt vor, wie die Einspeisung von Solarstrom vergütet wird. Auch bei Eigenverbrauch gibt es eine Vergütung. Die Höhe richtet sich nach Art der Anlage, Anteil des Eigenverbrauchs und dem Jahr des Einstiegs. Je früher die Photovoltaikanlage in Betrieb genommen wurde, desto höher fällt auch die Vergütung aus (sogenannte Degression). Die entsprechende Höhe bleibt dann aber für den Produzenten für ganze 20 Jahre konstant. Der Gedanke dahinter ist einerseits die Industrie zu animieren, preislich so schnell wie möglich attraktiv für potenzielle Kunden zu sein, und andererseits die Kunden für Photovoltaik zu interessieren.

Die Vergütung für Eigenverbrauch ist etwas niedriger, als die Einspeisevergütung. Die Photovoltaik-Einspeisevergütung bei Eigenverbrauch ist dennoch attraktiv für Produzenten, da neben der Vergütung auch der Vorteil besteht, weniger Strom von einem Energieversorgungsunternehmen beziehen zu müssen. Außerdem ist eine Weitergabe des Stroms an Dritte, beispielsweise an Mieter eines Mehrfamilienhauses durch den Vermieter, ebenso möglich. Wenn ein Versorgungskabel zu Nachbarn gelegt wird, ist sogar die Versorgung von nahestehenden Nachbarhäusern möglich.

Für die Photovoltaik-Einspeisevergütung bei Eigenverbrauch ist eine messtechnische Erfassung notwendig, um den Stromverbrauch beim Netzbetreiber nachzuweisen. Der eingespeiste Strom vom Stromlieferanten muss klar vom Solarstrom zu unterscheiden sein. Daher bietet es sich an, einen eigenen Zähler für den PV-Strom einbauen zu lassen.

Steuern sparen mit Photovoltaikanlagen

Was viele Interessenten vor der Planungsphase gar nicht wissen: Man kann mit Photovoltaik nicht nur Erträge erzielen, sie sind sogar steuerlich absetzbar.

Wer eine Photovoltaikanlage hat, kann den erzeugten Strom entweder zum großen Teil selbst nutzen und damit den Kauf von Strom bei einem Energielieferanten sparen, oder er verkauft den Solarstrom an den ansässigen Stromversorger zu sehr guten Konditionen. Ein weiterer Vorteil, der vielen Interessenten gar nicht bewusst ist, ist die steuerliche Absetzbarkeit der Anschaffung.

Ausschlaggebend für die Art der Abschreibung sind bestimmte Regelungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Darüber hinaus gelten die Vorgaben aus der Tabelle für AfA (Absetzung für Abnutzung) des Bundesfinanzministeriums. Da von einer Nutzungsdauer von 20 Jahren ausgegangen wird, beträgt die Frist zur Abschreibung von Photovoltaik-Anlagen, während welcher die Anschaffungskosten als Ausgaben geltend gemacht werden können, ebenfalls 20 Jahre.

Lineare oder degressive Abschreibung

Es wird zwischen zwei Arten der Abschreibung unterschieden. Je nach Anschaffungskosten muss individuell entschieden werden, ob die lineare oder die degressive Abschreibung zum Tragen kommt. Entscheidet der Betreiber sich für die lineare Variante, kann er fünf Prozent der Anschaffungskosten pro Jahr über 20 Jahre lang absetzen. Bei der degressiven Variante sind es sogar 12,5 Prozent, allerdings nicht des Anschaffungspreises, sondern des sogenannten Restbuchwertes. Praktisch bedeutet dies, dass im ersten Jahr 12,5 Prozent des gesamten Wertes abgesetzt werden können, im zweiten Jahr 12,5 Prozent des Wertes, der nach Abzug des Vorjahres übrigbleibt, usw. Sobald dieser Betrag auf fünf Prozent der Anschaffungskosten gesunken ist, werden diese fünf Prozent bis Ende der Abschreibungszeit beibehalten.

TIPP: Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass zwar von der degressiven zur linearen Abschreibung gewechselt werden darf, jedoch nicht umgekehrt.


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