Anschaffung einer Photovoltaikanlage

Beitrag: Anschaffung einer Photovltaikanlage
Anschaffung einer Photovltaikanlage - Foto: BLACKDOTENERGY / pixabay.com

Bei der Anfangsüberlegung zur Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage sieht man meist wie das Sprichwort so schön sagt, den Wald vor lauter Bäumen nicht. Der Überblick ist schnell verloren und Unsicherheit über Qualität, Planung und Anschaffung beherrschen Interessenten. Um dem entgegenzuwirken haben wir die wichtigsten Informationen über Anlagen und Planung zusammengestellt.

Aufstellmöglichkeiten

Weil die Nutzung regenerativer Energien in Deutschland derzeit noch gefördert wird, ist das Aufstellen einer Photovoltaikanlage weiterhin attraktiv. Um das volle Potenzial moderner Solaranlagen für Erzeugung von Strom ausnutzen, ist eine geeignete Aufstellungsfläche für die Solarmodule notwendig. Hier stellt sich gleich die Frage: Wohin mit den Modulen?

Grundsätzlich kommen als Aufstellungsorte in Frage:

  • Das Hausdach
  • Die Hausfassade
  • Freiflächen

Jede dieser Möglichkeiten ist an verschiedene Voraussetzungen geknüpft, alle haben ihre Vor- und Nachteile.

Das Hausdach

Rein technisch ist die Montage von Solarmodulen auf allen Dachtypen möglich. Das Dach sollte nach dem Modulaufbau noch für weitere 20 Jahre nutzbar sein und von der Statik her natürlich entsprechend geeignet sein. Es stellt auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Aufstellungsorte. Denn Schrägdach, Flachdach und Pultdach bieten nicht in gleicher Weise optimale Voraussetzungen für die Aufstellung der Photovoltaikanlage.

Grundsätzlich ist ein Dach als Aufstellungsort geeignet, wenn die erforderliche Anzahl von Modulen in optimaler Ausrichtung und Neigung aufgebracht werden kann. Ideal sind Schrägdächer. Experten sehen eine Dachneigung von etwa 30-45 Grad in Deutschland als sehr gut geeignet an.

Hierbei spielt weiterhin eine Rolle, ob es sich um einen sonnenreichen Standort handelt. Es darf keine sogenannte Verschattung drohen. Das Optimum für die Aufstellung der Photovoltaikanlage dürfte mit einer Südausrichtung erreicht werden können. Der Neigungswinkel der Module wird umso flacher zu wählen sein, je weiter von der Südausrichtung abgewichen werden muss. Des Weiteren wird die Modulneigung ebenfalls klein zu wählen sein, je flacher das Dach ist.

Die Hausfassade

Die Fassadenmontage kann vom Äußeren her sehr attraktive Lösungen bringen, wenn die Module geradezu in die Außenhaut des Gebäudes eingearbeitet werden. Andererseits bietet diese eher kostspielige Aufstellungsvariante von allen Möglichkeiten, aufgrund des steilen Winkels der Einstrahlung, meist den geringsten Ertrag. Für die Fassadennutzung spricht, dass insgesamt eine sehr große Fläche zur Verfügung steht.

Aufbau einer Photovoltaik Fassade

Die Sonnenenergie wird bei dieser Form durch Glasplättchen aufgenommen. Zwischen zwei dieser Plättchen ist ein Material eingebracht, welche die Fähigkeit besitzt, Sonnenenergie in elektrischen Strom umzuwandeln. Brauchbare Werte entstehen dann, wenn die Zellen nach einem bestimmten System miteinander verkabelt werden. So können alle beliebigen Fassadenflächen mit diesen Einrichtungen versehen werden. Die Montage der Fassade ist sowohl vollflächig, als auch punktuell möglich und kann dem individuellen Charakter einer Fassade sehr gut angepasst werden.

Einbau
Der rein ästhetische Aspekt kann sich bei PV-Fassadenanlagen sehen lassen. Wer sein Eigenheim erst nachträglich mit Photovoltaik-Modulen im Bereich der Fassade ausstatten will, kann dieses Vorhaben durch die Montage eines Aluminium-Systems realisieren. Auf dieser Unterkonstruktion können Solarmodule befestigt werden. Die Solarmodule können gleichzeitig als Energielieferant und Schattenspender genutzt werden, da die von der Hauswand abstehen und dadurch Ähnlichkeiten mit einem kleinen Vordach aufweisen.

Vorteil
Durch die Dünnschichtmodule entsteht eine sehr robuste Fassade. Sie ist zudem witterungsbeständig und Schlagregenfest. Die Hinterlüftung und die diffuse Einstrahlung erhöhen den Wirkungsgrad der Energiegewinnung. Eine Photovoltaik Fassade lässt sich harmonisch ins Gebäude integrieren und ist kombinierbar mit anderen Fassadensystemen.

Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik Fassade
Wenn Photovoltaik Module als Fassadenbaustoff verwendet werden, dann ersetzen sie Materialen wie Stein oder Glas. So müssen bei einer Bewertung der Wirtschaftlichkeit die ersetzten Materialien mit einberechnet werden, um die Kostensynergien korrekt zu berücksichtigen.

Freiflächen

Die Aufstellung der Photovoltaikanlage auf einer Freifläche bietet sich insbesondere an, wenn eine größere Anlage geplant ist. Das Platzangebot ist unter Beachtung von Anforderungen des Baurechts riesig. Neigungs- und Aufstellungswinkel lassen sich hervorragend einstellen. Es bestehen keine besonderen Anforderungen an den Bodenuntergrund. Die Einspeisevergütung ist null bis niedrig und abschrecken kann nur das erforderliche Baugenehmigungsverfahren mit seinen formalen Tücken.

TIPP: Bei der Wahl des Aufstellungsortes ist zu beachten, dass kein Modul durch Bäume, Antennen, Dachaufbauten und auch etwa Schnee verschattet wird. Schon die Verschattung einzelner Module führt wie beim Gartenschlauch und Wasser durch die Reihenschaltung der Solarmodule zum teilweise kompletten Leistungsabfall.

Wie groß sollte die PV-Anlage sein?

Die benötigte Größe einer Photovoltaik-Anlage unterscheidet sich je nach Strombedarf sowie nach Ausrichtung und Neigung des Daches. Letztere sind wesentliche Kriterien für die Ertragswerte, die eine PV-Anlage erbringen kann. Ist die Dachfläche ausreichend groß, ist es jedoch sinnvoll, die PV-Anlage nicht nur nach dem tatsächlichen Strombedarf zu planen.

Die derzeit günstigen Vergütungsbedingungen für Photovoltaikanlagen lassen es sinnvoll erscheinen, die Größe der PV-Anlage nicht einzig nach dem eigenen Stromverbrauch auszurichten und zu bestimmen, sondern vielmehr die Größe der geeigneten Dachfläche und das, was der Geldbeutel hergibt, bei der Planung zu berücksichtigen. Denn der Strom, der nicht im eigenen Haushalt verbraucht wird, kann ins Stromnetz eingespeist werden und daraus finanzielle Profite erwirtschaftet werden.

Faustregel:

Ein Mindestertrag von 800 kWh bis 900 kWh je kWp installierter Leistung sollte eine Anlage im Jahr erbringen können. Eine Anlage mit einer Nennleistung von 1.000 Watt, was wiederum 1 kWp entspricht, bedarf einer Photovoltaik-Modul-Fläche von ca. 8-10m².

Um den Bedarf der Größe von Photovoltaikanlagen zu berechnen, dient folgendes Beispiel. Zur Deckung des eigenen Strombedarfs bei einer vierköpfigen Familie wird ein jährlicher Stromverbrauch von ca. 3.500kWh als Richtwert angenommen. Dieser Strombedarf kann mit einer ungefähr 4,5 kWp großen Anlage gedeckt werden, was einer Modulfläche von rund 35-40m² entspricht. Zu berücksichtigen ist bei dieser Aufstellung, dass der Strombedarf über das gesamte Jahr konstant, aber die Stromerzeugung im Winter durch die geringere Sonneneinstrahlung geringer ausfällt als im Sommer.


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