Kosten einer Solarthermie-Anlage

Beitrag: Kosten einer Solarthermie-Anlage
Kosten einer Solarthermie-Anlage - Foto: hbruellmann / pixabay.com

Zu den Kosten rund um die Anschaffung einer Solarthermie-Anlage zählen nicht nur die Anschaffungskosten allein, denn die Anlage muss schließlich auch montiert, unterhalten und versichert werden – und das kostet.

Die Kosten für solarthermische Anlagen unterscheiden sich nicht nur nach Größe, Qualität und verwendeten Kollektoren, sondern auch, ob die Anlage nur zur Erwärmung von Brauchwasser eingesetzt oder zusätzlich auch geheizt werden soll. Wenn die Anlage auch zur Heizungsunterstützung genutzt werden soll, ist allein auf Grund der größeren Anzahl der notwendigen Kollektorfläche mit höheren Kosten zu rechnen.

Anschaffungskosten

Die Anschaffung einer solarthermischen Anlage bedeutet zunächst einmal eine stattliche Investition. Bei der Kostenberechnung für die Anschaffung einer solarthermischen Anlage sind Unterschiede zwischen reinen Brauchwasseranlagen und Anlagen zur Heizungsunterstützung festzustellen. Solarthermische Anlagen, die allein der Warmwasserbereitung dienen, sind im Schnitt günstiger als ihre Kollegen für die Heizungsunterstützung. Um sich einen Überblick über die Anschaffungskosten einer solarthermischen Anlage zu verschaffen, ist es hilfreich, eine Aufstellung der benötigten Kollektorflächen, der Personen im Haushalt und der erforderlichen Menge an Warmwasser vorzunehmen.

Solarthermie – Kosten bei einer Anlage zur Brauchwassererwärmung

Beispiel
Eine vierköpfige Familie würde demnach ca. 4 bis 6m² Kollektorfläche benötigen und einen Pufferspeicher von 300 bis 400 Liter Fassungsvermögen. Unter diesen Umständen würde eine solarthermische Anlage im Schnitt Anschaffungskosten zwischen 4.000 und 6.000€ bedeuten, je nach Anlagen und Speicherart. Die Montage ist bei diesem Preis mit Inbegriffen. Werden die hochwertigeren Vakuumröhrenkollektoren verwendet anstatt der Flachkollektoren, so ist mit einem Preis von 7.000 bis 10.000€ zu rechnen.

Um eine solarthermische Anlage, deren Größe und dementsprechende Kosten bestimmen zu können, werden Durchschnittswerte benötigt. Im Fall der Solarthermieanlagen zur Warmwassergewinnung ist davon auszugehen, dass pro Person im Haushalt ca. 1 bis 1,5m² Kollektorfläche benötigt werden, um den Bedarf ausreichend zu decken. Dabei bedeutet jeder m² Kollektorfläche ca. 80 bis 100 Liter Warmwasser.

Die Berechnung der einzelnen Komponenten lässt sich wie folgt bestimmen: Für die Kollektorfläche werden ca. 50% der Gesamtkosten angerechnet. Der Speicher schlägt mit etwa 25% der Kosten zu Buche. Pumpe, Verlegung von Rohren und Montage machen den Rest der Kosten aus.

Die jährlichen Einsparungen durch eine solarthermische Anlage zur Warmwasserbereitung liegen bei 50 – 60 % des Jahresenergieverbrauches.

Solarthermie – Kosten bei einer Anlage zur Heizungsunterstützung

Die Kosten für eine solarthermische Anlage, die zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden soll, liegen deutlich höher als diejenigen zur ausschließlichen Nutzung für die Brauchwassererwärmung. Bei der Planung der Anlage dient als Ausgangspunkt für die Berechnung der Kollektorfläche die zu beheizende Wohnfläche. Man rechnet dabei mit ca. 0,2m² Kollektorfläche je m² Wohnfläche. Dieser Richtwert gilt bei der Nutzung von Röhrenkollektoren.

Die Anlagen sollten generell eine Fläche von 12m² überschreiten, da diese sonst nicht wirtschaftlich sind. Bei Flachkollektoren sollte die Fläche aus demselben Grund mindestens 15m² betragen. Ein Speicher von rund 800 Liter wäre bei solchen Kollektorflächen angemessen. Man rechnet ca. 70 -100 Liter je m² Wohnfläche für die Ermittlung des benötigten Speichervolumens ein.

Beispiel
Die Anschaffungskosten einer Anlage mit einer Kollektorfläche von 10 bis 18m² betragen zwischen 8.000 und 13.000€. Auch hier ist die Montage im angesetzten Preis inbegriffen und differiert je nach Anlagen-, Kollektor- und Speicherart.

Der größte Teil der Gesamtkosten entfällt auch hier auf die Anschaffung der Kollektoren mit einem Anteil von 60 – 70%. Der Rest geht für den Speicher, Rohre, Pumpe und die Montage drauf.

TIPP: Damit die Anschaffungskosten einer solarthermischen Anlage nicht das Portemonnaie sprengen, gibt es Möglichkeiten über Förderprogramme erhebliche Zuschüsse zu erhalten.

Montagekosten

Wenn Sie für die Montage einer Solarthermie-Anlage eine Firma beauftragen, stellt diese zumeist ein Komplettangebot auf, in dem die Berechnung und Planung für die notwendigen Montagearbeiten mitinbegriffen ist. Hierzu verschaffen sich die meisten Fachbetriebe erst einmal vor Ort einen Überblick. Dabei erfassen Solarenergieberater Ihre individuellen Bedürfnisse und die Gebäudearchitektur mit den jeweiligen logistischen Gegebenheiten. Die Techniker übernehmen dann mit Hilfe dieser Informationen die Planung der Anlage. Steht der Montageplan für die solarthermische Anlage erst einmal, wird die Anlage meist innerhalb weniger Tage vollständig installiert; länger als eine Woche dauert dies in der Regel nicht.

In diesem Zuge werden Absturzsicherung und Dachdeckung oder Befestigungssysteme und anschließend die Kollektoren befestigt, bevor danach alle nötigen Kabel und Leitungen verlegt werden können. Es folgen der Einbau von Wasserspeicher und gegebenenfalls der Pumpe, so dass die Wasserkreisläufe optimal eingestellt werden können.

Ist die Solarthermie-Anlage vollständig installiert, wird diese in einem Testlauf geprüft, bevor Sie sie selbst in Benutzung nehmen können. Dies garantiert eine einwandfreie Funktionsweise sowie optimale Erträge mit ihrer neuen solarthermischen Anlage.

Die Montagekosten für solarthermische Anlagen allein betragen im Schnitt für eine 6m² große Kollektorfläche und einen 1.000l Speicher 1.500€. Bei derselben Speichergröße und einer größeren Kollektorfläche verringert sich der Preis im Verhältnis. Bei einer Kollektorfläche von 15m² ist mit einem Preis für die Montage von rund 2.700€ zu rechnen.

Unterhaltung einer solarthermischen Anlage

Im Gegensatz zu den Anschaffungskosten, die bei einer solarthermischen Anlage erst einmal recht hoch sind, sind die Kosten für die Unterhaltung der Anlage relativ gering. Zwar wird die solarthermische Anlage unter dem Stichwort der Unabhängigkeit von Energieversorgern propagiert, doch ganz ohne zusätzliche Energieversorger geht es im Falle der Heizungsunterstützung nicht, denn gerade im Winter kann die solarthermische Anlage den Wärmebedarf nicht vollständig decken. Auch der Betrieb von Pumpen und anderen elektronischen Bauteilen funktioniert nicht ohne Strom. Aber keine Angst – die Kosten hierfür bleiben überschaubar.

Betriebskosten

Für die Betriebskosten einer solarthermischen Anlage sind für die elektronischen Bauteile wie Regler oder Pumpen Stromkosten von ca. 15 bis 20€ im Jahr zu rechnen.

Inspektion

Die Kosten für die Erstinspektion sind in der Regel im Preis der Montage inbegriffen. Weitere Kosten für eine jährliche Inspektion sind abhängig vom jeweiligen Anbieter-Betrieb.

Wartungskosten

Die regelmäßige Wartung der solarthermischen Anlage garantiert eine hohe Lebensdauer der Solaranlage. Hierfür sind Kosten von rund 50 bis 100€ je Wartung einzuplanen. Dafür erfolgt die Wartung nicht jährlich wie im Falle der Ölheizung, sondern ist bei jährlich erfolgender Inspektion lediglich alle 3 bis 5 Jahre notwendig.

Reinigungskosten

Eine regelmäßige Reinigung der solarthermischen Anlage ist unbedingt erforderlich, sofern diese stets optimale Erträge erzielen soll. Die Reinigung kann als Bestandteil der Inspektion einmal jährlich durchgeführt werden. Bei einer Lage in der Nähe von stark befahrenen Straßen, Bahnanlagen oder stark frequentierten Bereichen kann die Reinigung zwei Mal jährlich sinnvoll sein. Achten Sie auch auf die Herstellerangaben, in denen auch die Art und Weise der Reinigung beschrieben sein sollte.

Die Reinigung sollte möglichst von einem Fachmann durchgeführt werden, da es hierbei einiges zu beachten gilt. Schrubber und Hochdruckreiniger sind jedenfalls tabu. Der Fachmann verwendet zur Reinigung verschieden temperiertes, destilliertes Wasser, Sprühpistolen und spezielle Reinigungsprodukte. Je nach Größe und Beschaffenheit der Solarthermieanlage kommen Kosten von rund 1,50 bis 3,50€ je m² Kollektorfläche auf die Besitzer zu.

Solarthermie-Versicherung

Nicht nur gegen Schäden, die am eigenen Haus oder auf dem Dach entstehen, sondern auch Schäden, die in Folge von Umwelteinflüssen durch die Anlage an umliegenden Häusern entstehen, sollten Sie über eine entsprechende Versicherung abgedeckt sein.

Die solarthermische Anlage sollte man in jedem Fall mit in die Hausratversicherung sowie die Haftpflichtversicherung aufnehmen, denn nur was der Versicherung bekannt ist, wird im Schadensfall auch ersetzt. Dies zieht eine Erhöhung der Beitragszahlungen nach sich.

Die Gebäudeversicherung deckt oftmals nicht die Schäden, die an Solaranlagen entstehen, daher informieren Sie sich ausführlich über die Vertragskonditionen. Darüber hinaus sollte die solarthermische Anlage selbst auch versichert werden. Hierzu bieten einige Versicherungen speziell auf die Bedürfnisse von Solaranlagen-Besitzern ausgerichtete Policen an. Es bietet sich an, verschiedene Angebote eingehend zu prüfen, da nicht alle Angebote denselben Versicherungsschutz beinhalten. Eine Abdeckung für Naturkatastrophen, eine Versicherung gegen Elektronik und Vertragsausfälle, sowie eine Neuwertentschädigung sollte in Erwägung gezogen werden.

In jedem Fall ist es ratsam die Anlagen gegen Umweltschäden wie Schnee, Hagel oder Sturm und auch gegen Beschädigungen durch Dritte etwa durch Diebstahl, mutwillige Zerstörung oder Feuer zu versichern. Auch Blitzeinschläge oder Schäden durch Tierverbiss können zu erheblichen Defekten an der solarthermischen Anlage führen. Die Hausratversicherung für Solaranlagen ist ab 50€ bis 100€ jährlich zu haben, eine Haftpflichtversicherung für solarthermische Anlagen kostet jährlich rund 40€.


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