Die Schwierigkeiten der Energiewende in Deutschland

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Die Schwierigkeiten der Energiewende in Deutschland - Foto: Foto-Rabe / pixabay.com

Das ökologische Umdenken ist zwar auch in Deutschland angekommen, aber bis jetzt mit mäßigem Erfolg. Trotz der Versuche der Bundesregierung, die Kosten für die Energiewende zu senken, wird sie vermutlich deutlich teurer als vorgesehen. Besonders die Verbraucher werden dies zu spüren bekommen.

Paradox: Steigende Kosten durch steigende Produktion

Was auf den ersten Blick unlogisch erscheint, lässt sich auf den zweiten Blick durchaus erklären: Durch den Ausbau von Strom aus Erneuerbaren Energien (EE) steigt automatisch die Einspeisung ins Stromnetz, besonders an wind- oder sonnenreichen Tagen. Anders als konventionelle Stromhersteller kann Strom aus EE nahezu ohne Betriebskosten hergestellt werden. Dies führt schließlich dazu, dass die Strompreise an der Leipziger Strombörse sinken und dadurch die EEG-Umlage steigt, da die Hersteller den gleichen Preis bezahlt bekommen als zuvor auch. Durch die steigende Differenz erhöhen sich so am Ende die Kosten für den Verbraucher aufgrund der erhöhten und effizienten Stromgewinnung aus EE. Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) schlägt deshalb vor, Ökostrom nicht mehr an der Börse zu verkaufen, sondern ihn direkt an die Kunden weiterzureichen.

Kritik an der EEG-Umlage

Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat aber noch ein weiteres Kostenproblem, nämlich die Förderung von Ökostrom über 20 Jahre (EEG-Umlage). Die Ausgaben könnten allerdings reduziert werden, wenn nur noch die Unternehmen staatliche Fördermittel erhalten, die annähernd wirtschaftlich rentabel arbeiten. In dem Fall würden Investoren sich mit ihren Projekten beim Staat bewerben, und nur diejenigen erhalten den Zuschlag, die am wenigsten Fördermittel benötigen.

Da davon ausgegangen werden kann, dass die derzeit diskutierte Strompreisbremse nicht die gewünschten Erfolge bringt, wurde überlegt, für Strom einen reduzierten Mehrwertsteuersatz einzuführen, um so die Stromkosten zu senken. Die Privilegien für Großunternehmen zu ändern wäre eine weitere Möglichkeit zur Kostensenkung. Denn bislang sind energieintensive Konzerne von der EEG-Umlage befreit, um auf dem internationalen Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Doch in der Praxis wird die Befreiung auch Betrieben gewährt, die gar nicht im internationalen Wettbewerb stehen und somit nicht unbedingt auf eine Befreiung angewiesen sind, um Gewinne einfahren zu können.

Ausbau der Stromnetze notwendig

Eines der Kernelemente, welches für den Erfolg der neuen Energiepolitik ausschlaggebend sein wird, ist die Ausweitung der derzeit überforderten Stromnetze. Da der Strom nicht unbedingt dort hergestellt wird, wo er gebraucht wird, wie es etwa bei den großen Windparks in Norddeutschland der Fall ist, muss er ohne große Einbußen an den Zielort transportiert werden können. Derzeit ist geplant, drei neue Stromautobahnen mit insgesamt 2800 Kilometer Länge zu bauen, die den Norden Deutschlands mit dem Süden verbinden sollen. Der Ausbau erfolgt allerdings durch die vier großen Stromnetzbetreiber, wobei die Kosten für die neuen Trassen auf die Stromverbraucher abgewälzt werden.

Speicherkapazitäten müssen geschaffen werden

Da wir Solarstrom vor allem tagsüber und im Sommer produzieren, aber gleichzeitig auch zu anderen Zeitpunkten auf die Stromversorgung angewiesen sind, müssen Stromspeicher als Reserveapparate fungieren und Schwankungen in Angebot und Nachfrage auszugleichen. Mit der Förderinitiative „Energiespeicher“ will der Bund technologische Entwicklungen in diesem Bereich unterstützen. Mancherorts müssen Windräder bereits abgeschaltet werden, da sie zu viel Strom produzieren und dieser nicht gespeichert werden kann. Es wird also eine große und teure Herausforderung sein, hier durch den Ausbau effektiver Energiespeicher Abhilfe zu schaffen, etwa durch die Umwandlung elektrischer Energie in chemische Energie, sprich Erdgas.

„Not in my Backyard“

Eine neue Mentalität stellt sich gegen die Energiewende: Derzeit kämpfen zahlreiche Bürgerinitiativen gegen die vermeintliche Verschandelung ihrer heimischen Landschaft. Der Begriff „Not in my Backyard“ (kurz Nimby) stammt aus den USA und bezieht sich auf Menschen, die zwar die Vorteile der modernen Technik nutzen möchten, allerdings nicht bereit sind, dafür Nachteile in ihrer Umgebung in Kauf zu nehmen. Eine Lösung, die alle Beteiligten zufriedenstellt, ist derweil noch nicht in Sicht.

Widerstand droht auch an anderer Front. Im „Greifswalder Appell“ wendet sich der Kunsthistorikerverband gegen das Zupflastern von ganzen Regionen mit Windkraftanlagen und Solarzellenacker. Der Fachverband will klar machen, dass die Energiewende ohne tiefgehende Veränderungen im Landschaftsbild nicht zu bewerkstelligen sei und dies auch Auswirkungen auf die Kulturlandschaft haben wird. Bereits heute sei dies an Orten wie Prenzlau in der Uckermark zu beobachten.


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