Vier Tipps zur Finanzierung beim Möbelkauf

Wer sich eine neue Einrichtung oder auch nur einzelne Möbelstücke anschaffen möchte, aber nicht sofort komplett bezahlen will, steht meist vor der Frage, welche Form der Finanzierung sich für den Möbelkauf empfiehlt und welche Dinge dabei beachtet werden sollten. Was hat es zum Beispiel mit der Finanzierung direkt beim Möbelhaus auf sich, was spricht für einen Ratenkredit oder sollte man die Ausgabe einfach über den Dispo laufen lassen?

Die Finanzierung neuer Möbel sollte durchdacht sein
Neue Möbel: Die Finanzierung sollte genau durchdacht sein. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Seit einiger Zeit werden von vielen Möbelhäusern verlockende Angebote mit 0% Zinsen zur Finanzierung neuer Möbel angepriesen. Hinter diesen Angeboten steht immer eine Bank. Das Möbelhaus hat lediglich die Vermittlung für einen Ratenkredit inne, wobei es die Differenz zwischen seinem angebotenen Zinssatz und dem regulären Zinssatz der Bank übernimmt. Nur so kann der Null-Prozent-Zinssatz zustande kommen. Es ist darauf zu achten, inwieweit sich der Kaufpreis für die Möbel dadurch erhöht und über welchen Zeitraum die 0% Zinsen garantiert werden. Auch die Höhe der Bearbeitungsgebühr sollte bei der Kalkulation ebenfalls nicht vergessen werden.

Eine Alternative zur Finanzierung durch das Möbelhaus ist ein Ratenkredit bei der Hausbank. Hier gibt es einen persönlichen Kontakt zum Sachbearbeiter, der eine Einnahmen-/Ausgabenrechnung erstellt, auf deren Grundlage die maximale Höhe der Finanzierung festgelegt wird. Sollten während der Kreditlaufzeit Rückzahlungsschwierigkeiten auftreten, trifft man bei seiner Hausbank oft auf eine kompromissbereitere Haltung zur Lösung der Schwierigkeiten.

Den bestehenden Dispositionskredit oder die Kreditkarte zur Möbelfinanzierung zu nutzen ist nur dann ratsam, wenn die Ausgaben innerhalb kürzester Zeit zurückbezahlt werden können. In allen anderen Fällen ist diese Art der Finanzierung schlichtweg zu teuer, da die Zinsen für das Überziehen des Kontos oft im zweistelligen Bereich um 10 Prozent liegen.

Tipp 1: Realistische Planung der Rückzahlmöglichkeiten

Egal, für welche Art der Finanzierung man sich entscheidet: Die monatliche Rate sollte so weit wie möglich unter dem Betrag des finanziellen Spielraums liegen, den man nach Berücksichtigung sämtlicher laufenden Kosten und Ausgaben errechnet hat. Es ist kontraproduktiv, sich diesen Spielraum „schön“ zu rechnen.

Tipp 2: Absicherung der Finanzierung

Die Finanzierung sollte durch eine Restkreditversicherung abgesichert sein. Diese springt im Fall der Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit, des Todes oder der Scheidung für die laufenden Ratenzahlungen ein.

Tipp 3: Vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeit

Nach Möglichkeit sollte die Finanzierung jederzeit auszulösen sein. Durch eine lange Bindung an eine Finanzierung wird die Bonität geschwächt, die für einen wirklich dringenden Fall nötig sein könnte.

Tipp 4: Gesamtkosten der Finanzierung errechnen

Jede Art der Möbelfinanzierung kostet letztlich Geld. Es ist ratsam, die einzelnen Angebote auf Laufzeit, Bearbeitungsgebühr, mögliche Verteuerung der Ware durch Zinsen und auf Flexibilität bei unerwarteten Zahlungsschwierigkeiten hin zu prüfen. Auch die Gesamtkosten sollten miteinander verglichen werden.

Doch egal, wie günstig eine Finanzierung auch ist – ein Kredit bleibt immer mit gewissen Risiken verbunden. Eine andere Möglichkeit ist es, die Möbel günstig zu kaufen, um eine Finanzierung auf diesem Wege zu vermeiden. Auf Qualität muss dabei keinesfalls verzichtet werden, es geht nur um das clevere Vergleichen von Preisen. Dafür ist es nicht einmal notwendig, die Prospekte verschiedener Möbelhäuser nach Sonderangeboten zu durchforsten oder gar die Möbelhäuser vor Ort zu besuchen. Mittels einer Möbelsuchmaschine können Sie die Preise von zuhause vergleichen und die Möbel online kaufen. Für den Fall, daß Ihnen ein bestellter Artikel nicht zusagt, sollten Sie im Vorfeld die Lieferbedingungen sowie Regelungen für einen eventuellen Umtausch prüfen.


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