Was verbirgt sich hinter Wohn-Riester?

Alle gesetzlich Pflicht-Rentenversicherten und Beamte sowie deren Ehepartner sind berechtigt die Wohn-Riester-Förderung zu beantragen. Sie können Wohn-Riester mit einem Sparkonto vergleichen, Ihr geförderter Kauf oder Bau einer Immobilie ist in dem Fall das Sparbuch. Ihre Mittel, die Sie für die Immobilie aufbringen, werden genauso gefördert wie Altersvorsorgebeträge.

Förderung duch Wohn-Riester

Zahlen Sie 4 Prozent Ihres Bruttoeinkommens (maximal 2100 Euro) auf Ihr Wohnförderkonto, beträgt die staatliche Förderung im Jahr 154 Euro, pro Kind kommen 185 Euro hinzu, für seit 2008 geborener Nachwuchs 300 Euro. Der von Ihnen eingezahlte Betrag ist dabei auch noch steuerlich absetzbar. Ist die Summe der staatlichen Zulagen kleiner als der Steuererstattungsbetrag, bekommen Sie sogar einen Steuerbonus.

Wohn-Riester ist die Ausdehnung der Riester-Förderung auf Immobilien, die Sie selbst nutzen. Trotz hohen bürokratischen Aufwands lohnt sich der Antrag gerade für Geringverdiener und kinderreiche Familien.  Sie sollten sich aber in jedem Fall sehr gut beraten lassen, denn es gibt verschiedenen Varianten und auch der Kaufzeitpunkt ist entscheidend: Liegt Ihr Immobilienkauf noch in der Zukunft, können Sie in staatlich geförderten Wohn-Riester-Bausparverträgen das Startkapital ansparen.

Möchten Sie in naher Zukunft einen Immobilienkauf tätigen, können Sie einen Wohn-Riester-Kredit aufnehmen, Sie werden bei der Rückzahlung des Darlehens unterstützt. Diese Variante ist besonders lohnend, da die Zulagen direkt in die Kredittilgung fließen. Nutzen Sie den oben genannten Steuerbonus auch zur Tilgung, können Sie Ihr Darlehen sehr viel schneller abzahlen und damit Einiges an Hypothekenzinsen sparen. Spätestens bis zu Ihrem 68. Lebensjahr muss Ihr Darlehen abgezahlt sein.
Mit einem Rechenbeispiel soll Ihnen die Wohn-Riester-Förderung verdeutlicht werden.

Vergleichen Sie die verschiedenen Angebote

Ein Ehepaar, beide sind 35 Jahr alt und haben zwei Kinder. Sie haben einen Kredit von 200.000 Euro aufgenommen. Durch Wohn-Riester können sie ihr Darlehen drei Jahre schneller abzahlen als ohne Förderung. Durch die verkürzte Laufzeit Ihres Darlehens, spart das Ehepaar 17.000 Euro an Hypothekenzinsen, insgesamt sparen die Hauskäufer in diesem Beispiel mehr als 50.000 Euro durch staatliche Zulagen und Steuervorteile während Ihres Erwerbslebens.

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Das klingt zunächst sehr verlockend. Sie dürfen aber nicht vergessen, dass Wohn-Riester-Sparer im Ruhestand die komplette geförderte Summe, sowohl die eigenen Sparbeiträge, als auch die staatlichen Zulagen besteuern müssen. So bleibt  unserem Musterehepaar noch ein um die Hälfte reduzierter Nettovorteil von etwa 26.000 Euro gegenüber einer Finanzierung ohne Wohn-Riester.

Um im Ruhestand durch die relativ hohe Steuerschuld finanzielle Probleme zu vermeiden, sollten Sie den finanziellen Spielraum nutzen, der Ihnen durch die kürzere Kreditlaufzeit entsteht. Ein Vorschlag wäre, dass Sie nach dem Auslaufen des Riester-Kreditvertrags, die Zinsersparnis in einen normalen Riester-Rentenvertrag einzahlen und damit die spätere Steuerlast vorfinanzieren. Diesen und ähnliche Tricks helfen Ihnen fast alle Tücken dieser staatlichen Förderung zu umgehen.

Wenn Sie zum Beispiel durch berufliche Veränderung bedingt umziehen müssen und daher Ihre geförderte Immobilie verlassen müssen, ist eigentlich vorgeschrieben, dass Sie die Zuschüsse zurückzahlen müssen, da ein Grundaspekt von Wohn-Riester die Selbstnutzung der Immobilie ist. Kehren Sie jedoch bis zum Ihrem 67. Lebensjahr in Ihr gefördertes Eigenheim zurück, müssen Sie auch nichts zurückzahlen, denn es geht ja darum, Sie im Ruhestand durch Mietfreiheit finanziell zu entlasten. Deshalb muss auch, wie schon gesagt, bis zum 68. Lebensjahr abbezahlt sein.

Wenn Sie eine geförderte Immobilie verkaufen und die komplette geförderte Summe für den Kauf einer anderen von Ihnen genutzten Immobilie einsetzen oder in einen Riester-Vertrag einzahlen, bleiben Sie auch in diesem Fall von der Rückzahlung verschont.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Bundesfinanzministeriums und beim EU-Portal Monetos.