Thüringens viertgrößte Stadt profitiert daher konsequenter Weise vom Tourismus - schließlich sind derart viele Kulturstätten und -schätze auf einmal nur in Berlin oder München vorzufinden. Dennoch gelten Immobilien in Weimar weiterhin als erschwinglich.
Weitere Standbeine der ansässigen Wirtschaft sind vor allem das produzierende Gewerbe wie natürlich auch der Dienstleistungssektor. Dieser hat einen Anteil von knapp 90 % am heimischen Bruttosozialprodukt - überwiegend zu begründen durch Gastronomie und Hotellerie. Größter Arbeitgeber in der Stadt ist aber ein Unternehmen aus der Industrie und Pharmazeutik - der Pharmariese BayerScheringPharma beschäftigt rund 500 Mitarbeiter in Weimar. Trotz dieser doch recht positiven Vorzeichen liegt die derzeitige Arbeitslosenquote in der Stadt über dem bundesweiten Durchschnittswert (Weimar: 9,8 % - Deutschland: 7,0 % ; Stand August 2011).
Einen ziemlich sicheren Job haben indes die Bibliothekare in der Anna-Amalia Bibliothek. Nach dem verheerenden Brand im September 2004 konnte man immerhin noch 50.000 Bücher retten, darunter eine höchst seltene Lutherbibel aus dem Jahre 1534. Tausende andere Exemplare werden seither mit größter Sorgfalt wieder restauriert und hergestellt, um diese einzigartigen Schätze der Deutschen Geschichte dem breiten Publikum wieder zugänglich zu machen. Leider sind aber auch 50.000 Bände dem Feuer zum Opfer gefallen, darunter die persönliche Musiksammlung der Herzogin Anna Amalia aus dem 18. Jahrhundert.
Auch wenn die Bibliothek alleine schon eine Reise in die Universitätsstadt wert ist, sollte man es sich nicht entgehen lassen, weitere absolute Highlights der Stadt zu besichtigen. Welche Stadt kann schließlich von sich behaupten, nahezu allen großen Dichtern und Denkern der Republik Heimat und Inspiration geboten zu haben. Einen Überblick über alle Persönlichkeiten, die sich in Weimar aufgehalten haben, erhält man im berühmten Goethe- und Schiller-Archiv. Dieses älteste deutsche Literaturarchiv bietet einen hervorragenden Einblick in das Wirken von literarischen Großmeistern wie den beiden erwähnten Herren aber auch von Nietzsche, Franz Liszt und Gustav Freytag. Wem das noch nicht genug Geschichte ist, der kann sich an dem Fakt erfreuen, dass man auf Deutschlands demokratischen Nährboden weilt, da die Stadt Ort der ersten deutschen verfassunggebenden Nationalversammlung war und seither auch den Namen dieses Zusammentreffens von 1919 trägt: die Weimarer Republik.