Essen bietet dem Betrachter inzwischen sogar eine richtige Skyline, und zwar nicht aus Fördertürmen der Zechen, sondern Bürohochhäusern. Man würde es nicht vermuten, aber in Essen haben 12 der 100 größten Unternehmen Deutschlands ihren Hauptsitz und machen die Stadt so zu einem wichtigen Entscheidungszentrum der Deutschen Wirtschaft. Besonders Firmen der Energiebranche sind in Essen konzentriert und bieten rund 24.000 Beschäftigten einen Arbeitsplatz. Auch im ehemaligen Kohlemoloch hält die Zukunft Einzug: große Wachstumsbranchen sind die Umwelttechnik, die Medizin- sowie IT-Branche.
Essen scheint den Abbau an industriellen Arbeitsplätzen im Gegensatz zu anderen Städten des Ruhrgebietes also recht gut verkraftet zu haben, dennoch liegt die Arbeitslosenquote mit 12,3 Prozent) deutlich über dem Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen (8,2%) bzw. Deutschland (7,0% , alle Werte August 2011). Dementsprechend gestalten sich auch die Mieten, die je nach Wohnlage und Wohnungszustand zwischen 5,25€/m² und 6,80 €/m² liegen und somit zum Teil unter dem Deutschen Durchschnitt von 5,92€/m².
In Essen verbindet sich Industrie und Kultur wie in kaum einer anderen Stadt. Die „Zeche Zollverein“, ein von 1847 bis 1986 genutztes Steinkohlebergwerk, gehört seit 2002 dem Weltkulturerbe der UNESCO an. Heute finden dort vor allem internationale Kulturprojekte und Konzerte statt. Wie die Zeche sollte auch die „Villa Hügel“ der Essener Industriefamilie Krupp bei keinem Besucher der Stadt auf dem Besichtigungszettel fehlen. Das monumentale Bauwerk wird von der Kulturstiftung Ruhr verwaltet und kann während der geschäftlichen Öffnungszeiten besucht werden. Höhepunkt dieser „Kulturrevolution“ in Essen wird das Jahr 2010 werden, wenn die Stadt zur „Europäischen Kulturhauptstadt“ gekürt wird.
Wie viele andere Städte des Ruhrgebietes ist Essen eine durch den Sport geprägte Stadt und genauso wie die Wirtschaft gehen die Fans der Vereine wie Rot-Weiß-Essen (Fußball) oder TuSEM Essen (Handball) oft durch das Wechselbad der Gefühle, wenn nach dem Aufstieg wieder ein Abstieg folgt. Mit einer gewissen Portion Galgenhumor kann man aber feststellen: In Essen wird es nicht langweilig.