Lebensraum Wohnzimmer
Die Einrichtung ist gemütlich und hell, doch der Trend geht zu Multimedia - das Wohnzimmer wird immer mehr zum Mittelpunkt der Familie.

Der Run auf die Möbelhäuser in Deutschland ist ungebrochen stark. Jüngst musste im Münchner Osten der Besucherstrom zu einer Neueröffnung mit Hilfe der Polizei geregelt werden. Am Ende des Tages stellt sich die Frage, kauft der Interessierte neue Möbel? Wenn ja, wie verändert sich das Wohnzimmer in Deutschland?
Eine Studie der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt zeigt mit Hilfe statistischer Angaben einen detailgetreuen Nachbau des „klassischen“ Wohnzimmers. Das Forschungs-Projekt Wohnzimmer zeigt die dauerhaften Trends. Unser Wohnzimmer hat eine Deckenhöhe von 2,65 Meter und eine Fläche von 22 Quadratmeter. Durchschnittlich bezahlt der deutsche Hauhalt 408 Euro Miete pro Monat für eine Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung mit einer Gesamtgröße von knapp 90 Quadratmetern.

Die Einrichtung ist funktionell und gemütlich. Wir geben im Jahr 340 Euro für neue Möbel und für unser Wohlfühlen zu Hause aus. Davon entfallen knapp 25 Prozent des Budgets auf den Bereich „Wohnzimmer“. Mittelfristige Tendenz: fallend. Die Deutschen folgen nicht jeder von den Möbelhäusern vorgestellten Neuerungen. Vielmehr setzen sie auf bewährte Trends.
Wichtigste Veränderungen der vergangenen Jahre waren der Computer im Wohnzimmer und die aus hellem Holz gefertigte Wohnzimmer- Schrankwand. Die Polstergarnitur mit Sofa und Sessel hat jetzt wärmere und hellere Farben als früher, die modernen Ledersitzgarnituren der bekannten Hersteller haben sich aber noch nicht durchgesetzt. Der dunkelblaue Velours-Teppich wirkt zwar etwas düster, dafür macht er einen stets sauberen Eindruck.
Die „Bewohnerin“ des nachgebauten Wohnzimmers ist Karen Heumann, Chefstrategin und Vorstandsmitglied bei Jung von Matt. In der wunderbaren Welt der Werbeagentur schafft das Wohnzimmer den Bezug zur Wirklichkeit. Regelmäßig wird das detailgetreu eingerichtete Wohnzimmer von den Werbern als Konferenzraum genutzt.
Und zu besonderen Anlässen werden Gäste auch zum gemeinsamen Fernsehabend eingeladen, ganz wie in echten bundesdeutschen Wohnzimmern. Die Werber zeigen ihren potenziellen Auftraggebern, wie gut sie den Konsumenten und seine Lebensgewohnheiten kennen.

Kurzfristig, da sind sich die Werbestrategen und die Möbelbranche einig, wird sich nicht all zu viel ändern. Das Wohnzimmer wird technisch ausgebaut. Der jetzt noch in den Wohnzimmern stehende Röhrenfernseher wird bald durch einen Flachbildschirm ausgetauscht. Der Videorekorder und die zahlreichen Musik CDs werden Ihren Platz im Computer im Wohnzimmer finden.
Dafür kommt der DVD-Player als neuer Abspieler dazu. Das Wohnzimmer wird noch bunter, multimedialer und stärker zum Mittelpunkt des Wohnens. Moderne Ideen für individuelle Wohnzimmergestaltung geben wir auf den folgenden Seiten nach dem Interview mit Frau Karen Heumann.
Im Vordergrund steht weiterhin das Wohlgefühl. Erst recht in Zeiten der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit.
© AXXIO 2009
