Umziehen leicht gemacht

Ein Umzug kann schnell einmal im Chaos enden und sich als wahre Kostenfalle entpuppen. Mit der richtigen Organisation und ein paar Regeln können Sie der Unordnung jedoch aus dem Weg gehen und dabei noch ordentlich Geld sparen.

UmzugskistenMit einer Umzugs-Checkliste wird Ihr Umzug ein Klacks!

Ein Umzug sollte geplant und organisiert sein, um ohne größere Pannen über die Bühne zu gehen. Hier ein paar Hinweise, wie Sie zeitlich vorgehen können.

Vier bis sechs Wochen vor dem Umzug

1.       Lesen des alten Mietvertrages

Lesen Sie Ihren alten Mietvertrag noch einmal gründlich durch, um zuerfahren, welche Schönheitsreparaturen Sie in Ihrer alten Wohnung durchführen müssen. Legen Sie mit Ihrem Vermieter einen Übergabetermin fest und klären Sie das Ablesen der Zählerstände (z.B. Heizung und Wasser).

2.       Entrümpeln

Werden Sie sich bewusst, mit welchen Sachen Sie tatsächlich umziehen wollen. Denn Sie müssen beachten, dass all die Dinge, die Sie transportieren möchten, Packzeit benötigen und Platz im Transporter beanspruchen. Versuchen Sie sich einen Plan zu erarbeiten: Fangen Sie mit Ihrem Kleiderschrank an und hören Sie in Ihrem Keller auf. Überlegen Sie auch, ob Sie nicht Ihre Küche an den Nachmieter verkaufen wollen. Haben Sie sich dann endlich zum Entrümpeln durchgerungen, sollten Sie ein Entsorgungsunternehmen kontaktieren. Wenn Sie Dinge verkaufen möchten, nutzen Sie die regionalen Medien mit ihrem umfangreichen Kleinanzeigenteil.

3.       Beauftragen des Umzugsservice

Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, einen Umzugsservice zu beauftragen, dann sollten Sie bei der Wahl Ihres Umzugsunternehmens auf folgende Dinge achten:

  • Kostenkalkulation: Bei Stadtumzügen wird nach Aufwand berechnet. Die Handwerker und Möbelwagen kosten pro Stunde bzw Tag einen bestimmten Betrag x. Bei Fernumzügen wird nach Möbelwagenmetern oder nach transparenter Differenzierung der einzelnen Arbeiten abgerechnet. Versuchen Sie mehrere Angebote einzuholen, um so die einzelnen Unternehmen miteinander vergleichen zu können.
  • Auftragsvergabe: ÜberprüfenSie, dass die Firma, mit der Sie den Vertrag abschließen, auch die tatsächliche Umzugsfirma ist. Bei Firmen, die lediglich vermitteln bzw. Subunternehmen beauftragen, müssen Sie mit Mehrkosten rechnen.

 

4.       Mieten des Umzugsfahrzeugs

Planen Sie den Umzug selbst durchzuführen, sollten Sie den entsprechenden Umzugswagen möglichst früh anmieten, da die Auswahl Mitte und Ende des Monats schnell kleiner wird.

  • Bei Stadtumzügen reicht oft ein großer Transporter aus, da Sie den Umzug meist in mehreren Etappen durchführen.
  • Bei Fernumzügen sollten Sie überlegen, einen LKW bis 7,5 Tonnen anzumieten. Diese LKWs sind meist mit „Möbelkoffern“ ausgestattet und somit für Umzüge bestens geeignet.

Zwei bis drei Wochen vor dem Umzug

Umzugshelfer

Um Ihren Umzug möglichst leicht und stressfrei zu gestalten, können Sie in Ihrem Bekanntenkreis nach Unterstützung fragen. Vier bis sechs Personen reichen normalerweise für einen Umzug vollkommen aus.

Eine Woche vor dem Umzug

1.       Equipment

Versuchen Sie sich rechtzeitig um Ihr Umzugsequipment zu kümmern. Dazu gehören:

  • Umzugskartons
  • Rollbretter
  • Papier
  • Dübel und Schrauben
  • Wellpappe
  • Stricke und Gurte
  • Breites Klebeband
  • Dicke Filzstifte

2.       Packen:

Werden Sie sich bewusst, welche Eigenleistung von Ihnen selbst erbracht werden kann. Jede Stunde, die Sie selbst packen, spart circa 25 Euro!

Tipps:
  • Bevor das große Packen beginnt, sollten Sie 2 Kartons auswählen. In den einen Karton packen Sie alle kleineren Teile, wie zum Beispiel Beschläge, Schlüssel, Schrauben und Scharniere, da diese beim Montieren wieder gebraucht werden. In den anderen Karton legen Sie wiederum alle sperrigen Dinge, die nicht in einen geschlossenen Karton passen.
  • Räumen Sie das Kleinzeug nicht aus ihren Schubladen, wenn es nicht kaputt gehen kann. Beachten Sie auch immer, dass Sie zimmer- oder schrankbezogen packen.
  • Kissen oder Bettdecken packen Sie am Besten in Bettensäcke oder blaue Mülltüten.
  • Beginnen Sie das Packen zu früh, leben Sie länger im Chaos. Also überlegen Sie genau, wann Sie das „große Packen“ starten wollen.
  • Haben Sie viele Bücher zu transportieren, dann bedenken Sie, dass Sie die Kisten nur bis zur Hälfte füllen können.
  • Damit Sie den Überblick über die vielen Kartons nicht verlieren, beschriften Sie diese nach Zimmern.
  • Möchten Sie Bilder und Spiegel transportieren, dann kaufen Sie Luftpolsterdecken und Bilderkartons, um Ihre persönlichen Gegenstände vor dem Zerbrechen zu schützen.
  • Wenn Sie Porzellan oder Glas packen, dann ist es notwendig, die Kartons richtig zu strukturieren: Unten kommt das schwerste und stabilste Porzellan, in der Mitte befindet sich das mittelschwere und weniger stabile Porzellan und nach ganz oben legen Sie die leichten und zerbrechlichen Dinge. Die Zwischenräume werden durch Papierkugeln ausgepolstert und auf den Boden legen Sie Bettwäsche oder auch Handtücher.

 

3.       Absprache mit den Handwerkern

Sprechen Sie mit Ihren Handwerkern und versichern Sie sich, dass alle Arbeiten in der neuen Wohnung bis zum Umzugstag erledigt sind.

4.       Unterbringung der Kinder

Wenn Ihre Kinder noch zu klein sind, um aktiv bei dem Umzug mitzuhelfen, dann sollten Sie dafür sorgen, dass Ihre Kinder bei Freunden oder Bekannten untergebracht werden.

Ein bis zwei Tage vor dem Umzug

1.       Abbau der Möbel

 Kennzeichnen Sie beim Abbau Scharniere, Schubladen und Einlagebretter mit einem Bleistift. Dies erleichter später den Aufbau in der neuen Wohnung.

2.       Sicherung der Be- und Entladestelle

Planen Sie, dass am Umzugstag genügend Platz an der Be-und Entladestelle für Ihr Umzugsfahrzeug vorhanden ist. Am Besten beantragen Sie eine Halteverbotszone.

3.       Kühlschrank und Tiefkühltruhe abtauen

Tauen Sie ihre Tiefkühltruhe sowie ihren Kühlschrank ab, dann sind sie sauber und problemlos zu transportieren.

4.       Waschmaschine und Beleuchtungskörper vorbereiten

Achten Sie darauf, dass Sie bei Ihrer Waschmaschine das restliche Wasser ablassen. Entfernen Sie auch von sämtlichen Beleuchtungskörpern Glaskuppel, Glühlampen und Lampenschirme und verpacken Sie diese separat, damit nichts zu Bruch geht.

5.       Kleiderkartons

Ihre Kleidung können Sie am Besten in Kleiderkartons verstauen, die sich auch zum Verpacken von hohen Vasen, Skulpturen und hohen Pflanzen eignen. Verstärken Sie aber dennoch den Boden mit Klebeband.

6.       Elektronische Kabel

Die Kabel von elektrischen Geräten sollten Sie aufwickeln und mit einem Klebeband am Gerät befestigen, damit sie garantiert heil bleiben.

7.       Zugang zu Haus und Wohnung offen halten

Achten Sie darauf, dass Sie mit Ihrem Umzugstransporter so weit wie nur möglich an die Haustür heranfahren können. Trotzdem müssen Sie natürlich auch die Verkehrsordnung einhalten. Gute Planung ist hier besonders wichtig.

8.       Möbelstellplan überlegen

Um einen geregelten Umzug zu gewährleisten, sollten Sie sich schon am Vorabend des Umzuges mit Ihrem Partner abstimmen, was wohin kommt, damit sie am Umzugstag keine widersprüchlichen Aussagen treffen, die den Umzug erschweren könnten. Am Besten fertigen Sie hierfür einen Möbelstellplan an, auf dem das Umzugsteam entsprechende Informationen wiederfinden kann.

Am Umzugstag

Ziehen Sie mit einer Umzugsfirma um, dann überlassen Sie dieser die Umzugsorganisation. Ein mustergültiger Umzugsverlauf mit einem professionellen Umzugsservice sieht wie folgt aus:

Umzugskiste tragenAm Umzugstag heißt es: Kisten schleppen! Foto: RainerSturm / pixelio.de
  • Die Umzugskolonne stehen in der Regel gegen acht Uhr vor Ihrer Haustür. Dann wird der Vergesetzte einen Rundgang durch Ihre alte Wohnung machen und die Ladefolge bestimmen. Dafür muss er sich alle Räume ansehen, auch den Keller.
  • Versichern Sie sich auch, ob eventuelle Schäden in der Wohnung vorhanden sind und falls ja, notieren Sie sich diese. Achten Sie besonders auf das Treppenhaus und die Türrahmen.
  • Falls Sie empfindliche Bodenbeläge haben, dann sollten Sie diese mit Wellpappe abdecken.
  • Ist die Besichtigung fertig, werden sich die Arbeiter gleichmäßig auf Ihre Wohnräume verteilen und zu packen beginnen. Wenn dies erledigt ist, folgt das Einladen.
  • Pausen dürfen natürlich auch nicht vergessen werden: Die Erste gibt es meistens so gegen 10 Uhr. Bereiten Sie Kaffee und Mineralwasser für Ihre fleißigen Helfer vor und bieten Sie diesen auch etwas Leichtes zum Essen an.
  • Nachdem die Wohnung dann von den Arbeitern des Umzugsunternehmens leer geräumt wurde, erfolgt ein zweiter Rundgang. Wenn irgendwelche Schäden, sei es im Treppenhaus oder auch an den Türrahmen, zu verzeichnen sind, sollten Sie umgehend Beweisfotos machen.
  • Sind Sie am neuen Wohnort angekommen, sollten Sie wiederum das Treppenhaus inspizieren. Hierdurch können Sie eventuelle Schäden sicher stellen, die durch andere Umzugsteams entstanden sind.
  • Auch in der neuen Wohnung gilt: Wenn Sie Ihren Bodenbelag schonen möchten, sollten Sie Wellpappe auslegen.
  • Ist die Wohnung eingeräumt, sollten Sie Ihr Treppenhaus nochmals kontrollieren.
  • Am Ende des Umzuges wird der sogenannte Arbeitsschein ausgefüllt. Hier müssen die eventuell aufgetretenen Schäden aufgenommen werden und aufgeschriebene Arbeitszeiten mit Ihren Aufzeichnungen verglichen werden.
  • Sind Sie mit der Leistung ihrer Handwerker zufrieden, dann können Sie diesen circa 5 Euro pro Mann und Tag als Trinkgeld geben.

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Checkliste


Vier bis sechs Wochen vor dem Umzug:

  • Lesen des alten Mietvertrages
  • Entrümpeln
  • Beauftragung des Umzugsunternehmens
  • Mieten des Umzugstransporters

Zwei bis drei Wochen vor dem Umzug

  • Umzugshelfer rekrutieren

Eine Woche vor dem Umzug

  • Umzugsutensilien besorgen
  • Packen
  • Versicherungssumme des Umzugsunternehmens überprüfen
  • Mit Handwerkern Ende der Arbeiten besprechen
  • Kinder unterbringen

Ein bis zwei Tage vor dem Umzug

  • Abbau der Möbel
  • Be- und Entladestelle sichern
  • Kühlgeräte abtauen
  • Waschmaschine vorbereiten
  • Beleuchtungskörper vorbereiten
  • Packen der Kleiderkartons
  • Elektronische Kabel aufwickeln
  • Packen umzugsrelevante Sachen
  • Zugang zu Haus und Wohnung gewährleisten

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  • Absenktrichter: Als Absenktrichter wird die trichterförmige Absenkung des Grundwasserspiegels durch die Wasserentnahme mittels Pumpen bezeichnet.   [mehr]
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Umzugs-Checklisten