Treppenlifte - Kostenübernahme durch Pflegeversicherung und gesetzliche Krankenkassen


Treppenlifte sind je nach Ausführung zum Teil sehr kostspielige, aber eben auch oft medizinisch notwendige Anschaffungen. Unter bestimmten Bedingungen gewähren Pflegeversicherungen und andere Institutionen daher finanzielle Zuschüsse für den Kauf eines Treppenliftes.

Wenn ein Treppenlift angeschafft werden soll, stellt sich schnell die Frage nach einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Grundsätzlich wird die Anschaffung eines Treppenliftes als private Angelegenheit angesehen, Zuschüsse und Teilkostenübernahmen sind unter bestimmten Voraussetzungen aber dennoch möglich. Wichtig für die Antragstellung ist, dass die Frage der Kostenübernahme durch soziale Träger vor der Erteilung eines Auftrages zum Einbau eines Treppenliftes geklärt wird, ansonsten kann die jeweils zuständige Stelle die Erstattung der Kosten ablehnen.

Im Einzelfall muss daher geprüft werden, welcher soziale Träger für eine teilweise Kostenübernahme infrage kommt. Im Folgenden finden Sie als Hilfestellung eine kurze Übersicht über die Leistungen der einzelnen Anlaufstellen.

Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse

VersichertenkarteDie Krankenkasse übernimmt keine Kosten bei der Anschaffung eines Treppneliftes. Foto: Andreas Morlok / pixelio.de
Da Treppenlifte nicht als Hilfsmittel im Sinne der Bestimmungen der gesetzlichen Krankenkasse anzusehen sind, hat das Bundessozialgericht entschieden, dass die Übernahme oder Bezuschussung der Kosten nicht in den Zuständigkeitsbereich der GKV fallen (B 3 KR 14/ 97). Hilfsmittel, so wird in der Urteilsbegründung erklärt, sind demzufolge nur solche, die am Körper des Patienten getragen oder von diesem mitgeführt werden können. Da ein Treppenlift bei einem möglichen Umzug des Antragstellers jedoch in der Regel im Haus oder in der Wohnung verbleibt und zudem nur für die Überwindung einer bestimmten Treppe genutzt werden kann, wird er nicht als Hilfsmittel eingestuft.


Übernahme der Treppenlift Kosten durch die Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist, anders als die gesetzliche Krankenversicherung, die richtige Anlaufstelle, wenn es um die teilweise Übernahme der Kosten für eine sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahme geht. Zu diesen gehört laut einem richterlichen Beschluss auch der Treppenlift. Voraussetzung für eine Übernahme oder eine Teilfinanzierung der Kosten durch die Pflegeversicherung ist das Vorhandensein einer Pflegestufe (mindestens Pflegestufe eins) für den Antragsteller. Als Antragsteller in diesem Sinne gilt der oder die Pflegebedürftige, auch wenn der Antrag selbst von einem Familienmitglied ausgefüllt wird. Falls nicht schon geschehen, sollte vor dem Antrag für die Bezuschussung zu einem Treppenlift erst die Erteilung der Pflegestufe für die betreffende Person geklärt werden. Hierbei ist der behandelnde Arzt eine wichtige Anlaufstelle.

Ausschnitt aus dem SGB:

(4) Die Pflegekassen können subsidiär finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen gewähren, beispielsweise für technische Hilfen im Haushalt, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird. Die Höhe der Zuschüsse ist unter Berücksichtigung der Kosten der Maßnahme sowie eines angemessenen Eigenanteils in Abhängigkeit von dem Einkommen des Pflegebedürftigen zu bemessen. Die Zuschüsse dürfen einen Betrag in Höhe von 2 557 Euro je Maßnahme nicht übersteigen. (Sozialgesetzbuch Elftes Buch §40 Abs. 4)

Auch wenn eine Pflegestufe vorhanden ist, die Kostenübernahme bzw. die Kostenbeteiligung - voll werden die Kosten in keinem Fall übernommen - ist im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) lediglich eine Kannbestimmung und wird im Einzelfall entschieden.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass besonders die Notwendigkeit des Treppenliftes, die die Pflegekasse sieht, für die Höhe des Zuschusses entscheidend ist. Inwiefern ein Treppenlift notwendig ist, wird im Einzelfall durch einen Vor-Ort Termin mit dem medizinischen Dienst geprüft. Legen Sie einem Antrag auf Kostenbeteiligung der Pflegekasse in jedem Fall einen Kostenvoranschlag durch den Treppenlifthersteller bei. Festzuhalten ist in diesem Falle, dass die Zuschüsse maximal 2.557 Euro betragen. Außerdem gilt, dass Pflegebedürftige einen Eigenanteil von mindestens 10% selbst tragen müssen, maximal jedoch 50% der monatlichen Bruttoeinnahmen zahlen dürfen. Antragsberechtigt sind übrigens sowohl private Eigentümer von Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäusern als auch Mieter von privat genutztem Wohnraum.

Neben Krankenkasse bzw. Pflegeversicherung kommen unter Umständen auch Berufsgenossenschaft oder Sozialkasse für eine Kostenübernahme infrage.

Treppenlift Modelle und TypenTreppenlift BeratungTreppenlift Kosten
Die Auswahl des richtigen Modells ist entscheidend!

Vor dem Kauf sollten Sie sich informieren über:

Treppenlifte sind nicht billig, aber ihr Geld wert.

Treppenlift Informationen anfordern