Wartung solarthermischer Anlagen
Solarthermische Anlagen haben eine Lebensdauer von ca. 20 Jahren. Zwar gibt es keine gesetzliche Regelung über die Wartung und Instandhaltung der Anlagen, trotzdem sind eine regelmäßige Wartung, Instandhaltung und Reinigung sinnvoll.
Wer eine Ölheizung besitzt, für den stellt sich die Frage nach der Wartung nicht, denn es ganz klar, einmal im Jahr muss die Heizungsanlage geprüft werden. Bei solarthermischen Anlagen ist dies anders. An und für sich haben solarthermische Anlagen eine relativ hohe Lebensdauer und gelten als nicht wartungsbedürftig, eine regelmäßige Wartung sollte zur Sicherung der Effektivität der Anlage dennoch durchgeführt werden.
Prüfung nach Inbetriebnahme:
Um einen Ausgangspunkt für die Ertragswerte und die Funktionstüchtigkeit der Anlage zu erhalten, wird kurze Zeit nach der Inbetriebnahme der Solarthermieanlage eine erste Inspektion durchgeführt. In einem Inspektions- und Wartungsprotokoll können dann alle Daten und Anlagenparameter festgehalten werden. So wird gewährleistet, dass bei späteren Kontrollen optimale Vergleichswerte zur Prüfung und zum Abgleich vorliegen.
Inspektion und Wartung:
Eine Inspektion der solarthermischen Anlage sollte jährlich und eine Wartung alle 2 Jahre veranlasst werden.
Eine Inspektion sollte folgende Prüfpunkte beinhalten:
- Abgleich der Daten zum Betriebsdruck mit dem der Erstinspektion (Sollwert)
- Entlüftung der Entlüftungsorgane
- Prüfung des Volumenstrom-Werts
- Vergleich des pH-Wertes und des Frostschutzes mit dem Sollwert und dem Wert vom Vorjahr
- Prüfung von Fühlern und Thermometern
- Manuelle Bedienung und Prüfung der Pumpe (auf Luft- oder Kavitationsgeräusche)
- Überprüfung der Schwerkraftbremse
- Betriebskontrolle von Solarreglern
- Feststellung des Verschmutzungsgrads der Kollektorflächen
Der Anlagenbetriebsdruck unterliegt auf Grund der Temperatureinflüsse Schwankungen. So ist der Druck bei einer mittleren Temperatur von ca. 80°C höher als bei der Fülltemperatur, die bei ca. 20°C liegt. Abweichungen des Drucks nach oben sind kein Grund zur Beanstandung, Druckabfälle jedoch durchaus. In diesem Fall muss eine eingehende Prüfung der Ursache für den Druckabfall erfolgen, der verminderte Druck zu Betriebsstörungen führen kann. Gründe für einen Druckabfall sind zumeist undichte Stellen innerhalb der Anlage. Der Anlagendrück berechnet sich übrigens aus der Anlagenhöhe mit 0,1 Bar pro Höhenmeter plus 0,5 bar Abstand bis zum Anschluss an das Sicherheitsventil.

Es gibt schon praktische Reinigungsgeräte auf dem markt, die die Wartung erleichtern. Foto: Schletter GmbH
Auch die Solarflüssigkeit kann alt und schlecht werden, was durch die Prüfung des pH-Wertes festgestellt werden kann. Der Wert beträgt in der Regel mindestens 7 und ist leicht basisch. Ein niedrigerer pH-Wert ist ein Zeichen schlecht gewordener Flüssigkeit. Eine vollständige Auswechslung der Flüssigkeit nach 10 bis 12 Jahren ist wahrscheinlich. Überhitzung sowie auch Oxidation können den Alterungsprozess der Solarflüssigkeit beschleunigen. Braunverfärbung und eine stechender Geruch sind Merkmale einer Überalterung der Flüssigkeit. Vor dem neuerlichen Befüllen der Solaranlage mit neuer Solarflüssigkeit muss zunächst eine Spülung mit sauberem Wasser erfolgen, damit Schmutzpartikel entfernt und der ideale Durchfluss sichergestellt werden. Nach der Befüllung mit Solarflüssigkeit muss die Anlage auch entlüftet werden. Wichtig hierbei ist, dass keine Restluft in der Anlage vorhanden sein darf, bevor diese wieder in Betrieb genommen wird, da dies zu Schäden und Betriebsstörungen führen kann.
Verschmutze Kollektoren können zu Einbußen der Ertragswerte von bis zu 10% führen. Daher sollte die Anlage bei starker Verschmutzung gereinigt werden. Durch die Verschmutzung kann der Reflexionsgrad der Kollektoren erheblich beeinträchtigt werden.
Bei der Wartung der solarthermischen Anlage kommen zu den Prüfpunkten der Inspektion folgende Punkte zusätzlich hinzu:
- Prüfung von Dämmung, Solarkreis und Leitungen
- Prüfung der Kollektoren inkl. Befestigung und Abdeckung
- Prüfung aller Armaturen, Anschlüsse und Verbindungen
Die Wartung der Solarthermie-Anlage ist aus mehreren Gründen sinnvoll: Vor allem geht es dabei um den Ertragswert und die Effizienz der Anlage. Schäden an Isolierungen etwa durch Vogelpicke oder Tierbisse führen zu hohen Einbußen. Auch defekte Ausdehnungsgefäße können Fehlfunktionen bewirken oder sogar zu auslaufender Solarflüssigkeit führen. Witterungen setzten den Anlagen ebenfalls zu. Schnee- und Herbstlaub belasten die Solarkonstruktion und lassen Abdeckmaterialien altern. Daher müssen Sitz und Dichtungen getestet werden. Rückschlagklappen und Regler sollten ebenfalls gewartet werden.
