Umweltfreundliche Farben und Lacke

Wer Öko-Materialien beim Malern verwenden will, findet am Markt eine reichhaltige Auswahl. Aber taugen die umweltfreundlichen Produkte auch etwas? Deckt ein Lack mit Öko-Siegel genauso gut wie der herkömmliche? Und worauf ist bei der Auswahl von Farben und Lacken zu achten?

umweltfreundliche Farben und Lacke
Ungiftige Farben und Lacke entlasten die Umwelt. Foto: RainerSturm / pixelio.de

Öko-Lacke

Bei Öko-Lacken gibt es verschiedene Arten: Naturharzlacke auf Ölbasis sind lösemittelfrei und wasserverdünnbar. In Sachen Deckkraft bleiben sie jedoch hinter Acryl-Lacken zurück, zudem vergilben sie rascher als die herkömmlichen ebenfalls wasserverdünnbaren Acryllacke.
Die sogenannten Biolacke (auch Öko- oder Naturlacke) hingegen liefern genauso gute Ergebnisse wie herkömmliche Lacke. Allerdings enthalten sie als Lösemittel Zitrusschalen-Öl oder Terpentin, die beide ökologisch nicht einwandfrei sind, da beim Verdampfen flüchtige Kohlenwasserstoffe freigesetzt werden, die zur Bildung von Ozon beitragen.

Latexfarbe

Als Latexfarbe werden umgangssprachlich häufig Dispersionsfarben bezeichnet, die mit Kunstharzen versetzt sind, um eine abwischbare Oberfläche zu erzielen. Echte Latexfarbe ist sehr teuer: Als Bindemittel enthält sie den Milchsaft des Kautschukbaums. Da wegen des hohen Preises kaum noch Nachfrage nach echter Latexfarbe besteht, ist sie aus dem Handelssortiment weitgehend verschwunden.

Dispersionsfarben wird eine recht gute Öko-Bilanz bescheinigt. Studien des Umweltbundesamtes zufolge sind die Ausdünstungen nur gering; von einem Komplettanstrich wird dennoch abgeraten, da die Atmungsaktivität des Raumes darunter leidet. Empfehlenswert sind dagegen Farben auf Basis von Bienen- und Pflanzenwachs, Naturharz und Pflanzenöl. Die Trockenphase dauert zwar mehrere Tage, die Farben decken jedoch gut, sind robust, lösemittelfrei und atmungsaktiv. Ihre hervorragenden Umwelteigenschaften wurden sogar mit dem europäischen Gütezeichen “nature plus” ausgezeichnet.

Verdünnung

Wie bei Lacken gibt es im Handel auch eine Verdünnung mit Lösungsmitteln auf organischer Basis (Zitronenschalen-Öl, Balsamterpentinöl), aufgrund der Verdampfung ist diese allerdings ökologisch nicht einwandfrei. Wasser als Verdünnung eignet sich da besser. Wasserbasierte Lacke erkennt man am Zeichen des “Blauen Engels”, für sie gilt der Grenzwert von zehn Prozent an organischen Lösemitteln. Lack- und Farbreste sollten jedoch – auch bei positiver Öko-Bilanz - stets auf dem Wertstoffhof entsorgt werden.


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