Tapezieren leicht gemacht

Wenn Sie wieder einen Tapetenwechsel brauchen und damit keine örtliche Veränderung meinen, sondern das Anbringen einer neuen Wandverkleidung, ist das prinzipiell gar keine besonders schwierige Angelegenheit. Mit ein paar Tipps und Tricks sowie der richtigen Anleitung können selbst Unerfahrene zum Tapezier-Profi werden.

Große Auswahl: die richtige Tapete muss gefunden werden
Am Anfang steht die Tapetenauswahl

1. Die passende Tapete auswählen

Am Anfang des Tapezierens steht die Auswahl der richtigen Tapete. Es gibt verschiedenste Arten von Tapeten, die sich vor allem durch die verwendeten Materialien und die Oberflächenbeschaffenheit unterscheiden – letzere beeinflusst erheblich die anschließenden Arbeitsschritte. Abgesehen davon sollte die Qualität natürlich auf den späteren Einsatzort der Tapete abgestimmt sein. So sind im Kinderzimmer widerstandsfähige und reißfeste Tapeten sinnvoll – an Wänden, die starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, extra lichtbeständige Materialien. Auch abwaschbare Tapeten können durchaus von Vorteil sein, um Flecken an den Wänden zu vermeiden. Zu erkennen sind diese anhand von Hinweisen und Qualitätssymbolen, die eine Wasserbeständigkeit garantieren.

2. Den Materialbedarf ermitteln

Um beim Tapezieren nicht plötzlich mit zu wenig Tapete dazustehen, muss zuvor der genaue Tapetenbedarf ermittelt werden. Ein genaues Vermessen der Wände ist dabei Voraussetzung – Wandhöhe und -breite bestimmen die Anzahl der Rollen. Eine normale Tapetenrolle reicht mit einer Breite von 0,53 m und Länge von 10,05 m für circa 5 Quadratmeter. Etwas einfacher geht es mit einer Faustformel: Die Raumhöhe multipliziert mit dem Raumumfang (im Meter) geteilt durch 5 ergibt die benötigte Rollenzahl. Einige Details gibt es jedoch immer, die das Ausmessen zu einer etwas komplizierteren Angelegenheit machen. So müssen schiefe Wände und Decken sowie Lücken durch Fenster und Türen berücksichtigt, dabei aber stets genug Verschnitt eingerechnet werden. Für spätere Ausbesserungen sollten Sie zudem immer ein kleiner Vorrat an Tapete lagern, da man im Fachhandel eine Tapete mit dem gleichen Muster später oft nicht mehr bekommt. Generell gilt: je sorgfältiger desto besser. Das genaue Vermessen der Wände erspart am Ende unnötige Tapetenkosten, was sich besonders bei hochwertigen Tapeten schnell bezahlt macht.

3. Vorarbeiten

Die alte Tapete sollte entfernt werden
Bevor die neue Tapete draufkommt, muss die alte entfernt werden.

Alte Tapeten entfernen Befindet sich an der Wand noch eine alte Tapete, muss diese komplett entfernt werden, bevor eine neue angebracht werden kann. Am einfachsten geht das, indem sie zunächst mit einer Stechwalze perforiert und dann mit einem speziellen Tapetenlösungsmittel eingestrichen wird. Sobald dieses eingezogen ist, können die Tapeten entweder in ganzen Bahnen oder mit einem Spachtel von der Wand entfernt werden. Wer die Sache besonders professionell angehen möchte, kann auch Spezialgeräte verwenden, die mit Wasserdampf arbeiten.

Spachteln
Nach dem Entfernen der alten Tapete kommt der Untergrund der Wand zum Vorschein, der in den seltensten Fällen makellos glatt ist. Kleinere Löcher oder Risse können jedoch mithilfe einer selbst angerührten Spachtelmasse leicht ausgeglichen werden. Das dafür nötige Grundmittel ist in jedem Baumarkt erhältlich und wird anschließend einfach mit kaltem Wasser vermischt. So schnell wie möglich sollte die Masse dann auf die Wand aufgetragen werden und dort eine glatte Oberfläche bilden. Mit einem breiten Spachtel kann schließlich überschüssige Masse abgezogen werden.

Die Wand reinigen
Um die Wand tapezieren zu können, muss sie vollkommen sauber sein. Nachdem Unebenheiten mit Spachtel oder Schleifpapier beseitigt wurden, muss die Wand mit einem Staubsauger oder Besen von sandigen Unreinheiten gesäubert werden. Nicht ganz so einfach ist es, wenn die Wände erst frisch verputzt oder aus Gipskarton sind. In diesem Fall sollte eine Grundierung aufgetragen werden, die dafür sorgt, dass sich der Tapetenkleister später gut mit der Wandbeschaffenheit verbindet. Noch problematischer wird es, wenn sich an den Wänden feuchte Stellen oder gar Schimmelpilze feststellen lassen. Erstere können durch defekte Leitungen verursacht worden sein – in diesem Fall muss ein Installateur zur Hilfe gerufen werden. Schimmelpilz muss mit speziellen Reinigungsmitteln sorgfältig entfernt werden.

4. Tapezieren

Beim eigentlichen Tapezieren sollte möglichst darauf geachtet werden, dass die Raumtemperatur etwa 20°C beträgt und keine Zugluft das Arbeiten erschweren kann. Begonnen werden sollte dann am besten in der hellsten Ecke des Zimmers, normalerweise am Fenster, denn eine Faustregel lautet: Immer vom Licht weg arbeiten, um in der dunkelsten Zimmerecke zu enden.

Zunächst wird unter Berücksichtigung der ausgemessenen Längen die Tapetenrolle am Tisch ausgerollt, fixiert und exakt abgeschnitten, wobei ein Verschnitt von 5 cm pro Bahn einzurechnen ist, der am Ende mit einem Tapetenmesser problemlos wieder zu entfernen ist. Den schwierigsten Teil beim Tapezieren stellt wohl das anschließende Einkleistern dar. Der Kleister wird in der Regel nur auf die Tapetenbahn und nicht auf die Wand aufgetragen und dabei ausreichend und gleichmäßig verteilt werden – Achtung: Ecken und Ränder nicht vergessen.

Nachdem der Kleister eingeweicht ist – meist dauert das nur zehn Minuten – wird die obere Tapetenhälfte aufgeklappt und an der oberen Wandkante mit einem Überstand von zwei bis drei Zentimetern angeklebt. Anschließend wird mit einer Tapetenbürste von oben nach unten sowie von der Mitte nach außen gearbeitet, um den Kleister gleichmäßig zu verteilen und keine Blasen entstehen zu lassen. Die nächste Tapetenbahn wird anschließend direkt am vorherigen Seitenrand ausgerichtet. Am Ende sollten für ein ideales Ergebnis die Seitenkanten mit einem speziellen Kantenroller angedrückt und Überstände an Decke und Boden mit einem scharfen Tapeziermesser entfernt werden. Bei Prägetapeten empfiehlt es sich, anstelle von Rollern Bürsten zu verwenden, um die Muster nicht zu beschädigen.


  • Linoleum - Bodenbelag der praktischen Art: Der lange Zeit gemiedene Linoleumboden feiert dank seiner wunderbaren Eigenschaften ein Comeback und entwickelt sich somit zur ernsthaften Konkurrenz für Parkett und... [mehr]
  • Dichtungsmasse: Dichtungsmasse bzw. Dichtstoff dient zum Füllen und Abdichten von Fugen, Rissen, Spalten und Löchern. Dabei wird zwischen dauerelastischen bzw. dauerplastischen... [mehr]
  • Treppenlift in Brandenburg: Welchen Lift-Typ benötigen Sie? [mehr]
  • Sonnenenergie –Ertrag und Einspeisevergütung: Mit Sonnenenergie kann Geld gespart werden – egal ob Photovoltaik oder Solarthermie. Photovoltaik kann ins ansässige Stromnetz eingespeist werden und so Erträge... [mehr]
  • Adhäsion: Adhäsion bezeichnet das Aneinanderhaften der Oberflächenzweier Stoffe. Die Haftkräfte entstehen hierbei in der Regel durch molekulare Wechselwirkungen. Im Allgemeinen ist die... [mehr]
  • Solarthermie-Förderung mit der KfW: Die Entscheidung für eine solarthermische Anlage beinhaltet sicherlich auch Überlegungen zur Finanzierbarkeit, denn Solarthermie ist in der Anschaffung auf den ersten... [mehr]
  • Umkehrdach: Anders als beim konventionellen Flachdach findet sich bei Umkehrdach die Dämmschicht nicht unter, sondern über der Abdichtung, wodurch diese vor Sonneneinstrahlung gesch... [mehr]
Tapete & Farbe

Die eigenen vier Wände sollen nicht nur groß und attraktiv geschnitten sein – wer ein Haus baut, der möchte ein warmes und behagliches Heim, in dem er an kalten Tagen gut aufgehoben ist. Eine ausreichende Wärmedämmung ist dazu absolut notwendig. Sie reduziert den Verlust von Wärmeenergie und senkt so die Heizkosten. Gleichzeitig steigt der Wert der Immobilie und die Bausubstanz des Gebäudes wird geschützt. Genug Gründe also, um für eine gute Wärmedämmung innen sowie an der Außenfassade zu sorgen – denn eine schlechte Dämmung bedeutet nicht nur frieren. An kalten Wänden setzt sich eine hohe Luftfeuchtigkeit ab, die selbst die beste Heizung nicht vertreiben kann. So bildet sich ein idealer Nährboden für Schimmelpilze, die die Gesundheit in großem Maß gefährden können.

Die Frage, was gedämmt werden soll, lässt sich leicht beantworten: Eigentlich alles. Indem Bauteile wie das Dach, Fenster, Außenwände und der Keller eine ausreichende Wärmedämmung erhalten, entsteht eine Art schützender Mantel um das Haus, der nicht nur wärmt, sondern auch noch Geld spart – Heizkosten senken durch Wärmedämmung. Im Zuge der zunehmenden Relevanz von energieeffizientem Bauen wird diese in einigen Fällen sogar gefördert, zum Beispiel von der staatlichen KfW-Bank.

Wärme ist allerdings nicht das einzige, was innerhalb der eigenen vier Wände gehalten werden soll. Auch eine Schalldämmung ist unverzichtbares Element eines attraktiven Zuhauses. Nicht nur in Wohnungen stört es, wenn der Nachbar mal eine etwas lautere Party veranstaltet, eine ausreichende Schalldämpfung gibt auch Hausbesitzern die Freiheit, sich nicht immer so ruhig wie möglich verhalten zu müssen. Häufig besteht die Dämmung einfach aus schallreflektierenden Hindernissen wie eine Wand oder ein Vorhang. Vor allem für die schallisolierte Trennung von Wohnungen und Außenwänden sind jedoch meist besondere Maßnahmen nötig. Während Massivbauwände einen ausreichenden Schallschutz hervorbringen können, müssen Leichtbauwände durch einen mehrschichtigen Aufbau oder Zwischenschichten gedämmt werden. Auch eine ausreichende Trittschalldämmung ist sehr wichtig, denn jedem Schritt aus dem Zimmer ein Stockwerk höher lauschen zu müssen, ist alles andere als entspannend.