Die richtige Bekämpfung von Holzschädlingen
Ob Hausbock, Nagekäfer oder Pilze- tierische und pilzliche Holzschädlinge verursachen in Dachstühlen, Fußböden, Treppen und Möbeln durch ihre Fraßtätigkeit enorme Schäden. Doch wie kann man dem vorbeugen bzw. was ist zu tun, wenn die kleinen Übeltäter bereits am Werk sind?

Ungebetene Gäste im Holz chemisch oder biologisch bekämpfen. Foto: Korkey / pixelio.de
Natürlich sollten durch regelmäßige Inspektionen die ersten Anzeichen eines möglichen Schädlingsbefalls frühzeitig erkannt und größere Schäden so vermieden werden, doch sollte es gar nicht erst drauf angelegt werde. Schon beim Kauf von Möbeln, Kunstgegenständen oder einer Immobilie sollten mögliche Schäden geprüft werden. Auch ist es ratsam, sich bei der Verwendung von Holz z.B. für den Hausbau für nicht schädlingsanfällige Holzarten zu entscheiden und nur trockenes Bauholz zu verwenden, da feuchtes Holz günstige Bedingungen für die Vermehrung der Schädlinge bietet. Zudem sollten Sie darauf achten werden nur Holz mit glatter Oberfläche zu verwenden, das nicht mit der Rinde verarbeitet wurde.
Wird trotz gründlicher Vorsorge ein Schädlingsbefall festgestellt, gibt es verschiedene Wege, diese erfolgreich zu bekämpfen. Betroffene Teile können beispielsweise mit chemischen Substanzen behandelt werden, aber auch biologisch Maßnahmen sind denkbar. Im Folgenden werden einige Möglichkeiten näher erläutert.
Chemische Holzschädlingsbekämpfung
Soll das Holz einer chemischen Behandlung unterzogen werden, muss darauf geachtet werden, dass nur nach Holzschutzmittelverzeichnis zugelassene chemische Holzschutzmittel zum Einsatz kommen. Die Bekämpfung tierischer und pflanzlicher Schädlinge mit Chemikalien lässt sich dabei in zwei Bereiche unterteilen:
- Behandlung der Holzoberfläche
- Bohrlochinjektionen
Da bei einer solchen Behandlung oft Nervengifte zum Einsatz kommen, die weder für Umwelt noch Bewohner besonders verträglich sind, sollte die chemische Keule nur im äußersten Notfall angewendet werden. Besonders bei Räumen, die als Wohnraum genutzt werden, sollte man sich den Einsatz chemischer Mittel besonders gut überlegen. Auf keinen Fall sollten große Flächen mit Chemikalien behandelt werden.
Bei pilzlichen Holzschädlingen sollte ein möglicher Abbau bzw. Rückschnitt der befallenen Holzteile geprüft werden, da sie die einzige Möglichkeit sind, den Pilzbefall grundlegend zu bekämpfen. Bestimmte Holzschutzmittel im Holz können dagegen verbeugend gegen Pilze eingesetzt werden.
Biologische Holzschädlingsbekämpfung
Holzschädlinge können aber auch auf natürlicherem Wege erfolgreich bekämpft werden. Dazu sollten Sie zunächst einmal wissen, dass sich die meisten Schädlingsarten (sowohl tierisch als auch pilzlich) vor allem in feuchtem Holz wohlfühlen. Haben Sie beispielsweise ein befallenes Möbelstück, welches Sie erhalten wollen, stellen sie das Stück in einen gut beheizten Raum. Durch die Austrocknung des Holzes werden die Larven absterben. Achten Sie darauf, dass Ihr Holz immer trocken gelagert ist, also nie im Freien auf dem Boden liegt.
Ist ein tragendes Stück Holz befallen, gibt es speziell bei den Holzwürmern einen Trick, um sie aus dem Holz zu treiben: Eicheln. Legen Sie einige Eicheln nahe den betroffenen Stellen und warten Sie, bis die Schädlinge aus dem Holz kommen. Erst dann können sie problemlos vernichtet werden.
Ein weiteres sowohl ökologisch als ökonomisch erfolgreiches Verfahren zur Bekämpfung von Holzschädlingen tierischer Art ist das sogenannte Heißluftverfahren. Diese Methode macht sich den hohen Eiweißgehalt der Schädlinge zunutze: Eiweiß gerinnt bei einer bestimmten Temperatur, was den tierischen Holzschädlingen in jeglichem Stadium ihrer Entwicklung zum Verhängnis wird. Wenn die betroffenen Gebiete über einem Zeitraum von maximal einer Stunde auf 55°C aufgeheizt werden, sollten alle Schädlinge zuverlässig beseitigt sein. Der Einsatz chemischer Mittel wird so überflüssig.
