Schädlinge gefährden Holz
Wie schon Jahrhunderte zuvor ist Holz auch heute noch ein beliebter Baustoff. Ob als Fertighaus oder als Dachskonstruktion, das vielfältige Baumaterial kommt in etlichen Bereichen zum Einsatz. Trotz aller Vorteile treten dennoch immer wieder treten Schäden auf, die durch Holzschädlinge verursacht werden. Bevor erste Maßnahmen ergriffen werden, müssen die Übeltäter allerdings identifiziert werden.

Gefahr für's Holz durch tierische Schädlinge und Pilze. Foto: der Lord / pixelio.de
Der Baustoff Holz gehört aufgrund seiner guten baubiologischen Eigenschaften wie hoher Tragfähigkeit oder Beständigkeit sowie einer guten Wärmedämmung immer noch zu den bevorzugten Baustoffen. Wenn Holz jedoch nicht ausreichend geschützt wird, kann es von tierischen oder pflanzlichen Schädlingen befallen werden, die bei zu spätem Erkennen enorme Schäden anrichten können. Besonders kompliziert wird dies, wenn sich die kleinen Schädlinge über tragende Bauteile wie dem Dachstuhl hermachen.
Die häufigsten Ursachen von Schädlingsbefall sind Baumängel: eine unzureichende Wärmedämmung kann zum Beispiel die Ausbreitung des Hausschwammes fördern. Aber auch dauerhafte Nässe oder fehlende Holzimprägnierungen bieten allerlei Schädlingen ideale Voraussetzungen, um sich zu vermehren.
Tierische Schädlingsarten
Es gibt eine Vielzahl an Holzschädlingen, die prinziell zwischen Frischholz- und Trockenholzinsekten unterschieden werden. Erstere lassen sich üblicherweise nur im frischen Holz (auch in frisch gefälltem) entwicklen, letztere befallen normalerweise trockenes Holz wie Bauholz, das später einmal zu Möbeln, in Dachstühlen oder in Fachwerkhäusern verbaut wird. In unseren Breiten sind meistens Vertreter wie der Bockkäfer, der gemeine Nagekäfer (Holzwurm) oder auch der Splintholzkäfer anzutreffen. Zu manch Erstaunen gehören auch bestimmte Ameisen- und Wespenarten zu den Holzschädlingen.
Bockkäfer
Zu den Bockkäfern zählt in unseren Regionen hauptsächlich der bis zu 25 Millimeter große Hausbock, der vorrangig Nadelhölzer wie Fichte und Kiefer befällt. Sein flacher, dunkler Körper zeichnet sich durch charakteristischen Tomentflecken aus. Holzschäden durch diese Käferart entstehen aber nicht durch das ausgewachsene Tier an sich, sondern durch die Larven, die sich im Holz entwickeln. Die Bockkäferweibchen legen bis zu 160 Eier in kleine Holzspalten ab, aus denen nach zwei bis vier Wochen die Larven schlüpfen. Diese nagen sich durch die Holzschichten, in denen sie aufgrund des hohen Eiweisgehaltes bis zu zehn Jahre leben könnten. Verlassen sie das Holz, entstehen die 4 x7 großen Schlupflöcher, an denen der Befall überhaupt erst bemerkt wird. Die Fraßgänge der Larven sind bei ihrem Verlassen mit Bohrmehl verstopft. Wird das Holz feucht, quillt das Borhmehl auf, die Holzoberfläche platzt auf und das Mehl rieselt heraus. Bockkäferarten wie der Mulmbock oder der Große Eichbock stehen aufgrund ihrer Seltenheit heutzutage unter Schutz.
Nagekäfer
Die deutlich kleineren Nagekäfer mit ihren meist dunkelbraunen, gedrungenen Körpern befallen sowohl Nadel- als auch Laubhölzer. Die Weibchen legen in Rissen oder Spalten ihre Eier ab, aus denen, wie auch beim Bockkäfer, nach einigen Wochen Larven schlüpfen, die sich nach zwei bis vier Jahren verpuppen und schlüpfen. Durch kleine, runde Löcher verlassen die Käfer dann das Holz. Als bekannteste Vertreter gilt der Gemeine Nagekäfer, der umgangssprachlich auch als „Holzwurm“ bekannt ist.
Splintholzkäfer
Die Splintholzkäferarten befallen mit Vorliebe Importhölzer, aber auch den heimischen Laubhölzern sind sie nicht abgeneigt. Diese nur fünf Millimeter kleinen Käfer haben eine meist längliche, schmale Form mit braunschwarzer Färbung. Auch hier sind es die Larven, die in Laubhölzern wie Eiche oder Ahorn, in Parkettböden und Möbeln ihre Gänge nagen. In Deutschland ist der Splintholzkäfer bisher allerdings noch eher selten zu finden.
Weitere tierische Holzschädlingsarten
Bohrkäfer, Kugelkäfer, Prachtkäfer, Termiten, Holzwespen, Ameisen
Pilze als Holzschädlinge
Neben den üblichen Insekten sind aber auch verschiedene Pilzarten für die Schädigung des Holzes verantwortlich. Diese fällt meist erst dann auf, wenn sich das Holz bereits auffällig verfärbt hat. Braunfäulepilze wie der echte Hausschwamm, der braune Kellerschwamm oder auch der braune Porenschwamm sind Vertreter dieser pilzlichen Schädlinge. Bei dieser Form der Holzfäule werden wird durch holzzerstörende Pilze Cellulose abgebaut. Durch diesen Prozess verliert das befallene Holz sowohl an Festigkeit als auch an Masse und besitzt nach einer Weile keine Tragfähigkeit mehr - es zerfällt.
Die Weiß- oder auch Korrosionsfäule ist ebenfalls durch bestimmte Pilze bedingt, die sich häufig im Dach- und Sanitärbereich ansiedeln, da sie ein feuchtes Klima benötigen. Zu diesen Schädlingen gehören beispielsweise Trameten, Porlinge oder auch der Zunderschwamm. Die Pilze, die das Holz so auffällig verfärben, sind die Bläupilze.

