Eierkartons als Schalldämmung?

Nicht nur aus den Nachbarwohnungen kommen oft störende Geräusche, auch in der eigenen Wohnung entsteht Schall, der zum Ärgernis werden kann – das wissen nicht nur Hobbymusiker, die im Keller proben. Doch wie lässt sich der Schall erfolgreich dämmen? Mit den oft als Geheimtipp angepriesenen Eierkartons jedenfalls nicht – diese haben mit den wirklich dämmenden Noppenplatten nur die Optik gemein.

Das Gerücht hält sich einfach hartnäckig: Mit Eierkartons lässt sich der zum Beispiel durch eine Heimkinoanlage entstehende Schall so gut dämmen, dass die Polizei nicht gleich jeden zweiten Tag vor der Tür steht, wenn mal ein bisschen lauter aufdreht wird. Auch in Proberäumen findet man die preisgünstigen Transportverpackungen immer wieder als Wandverkleidung – ohne, dass sie einen großen Nutzen hätten, denn auf dem Gebiet der Schalldämmung versagen Eierkartons fast komplett.

Lediglich zwischen Frequenzen zwischen 500 Hz und 1 KHz dämmen Eierpappen einigermaßen zuverlässig, wenn auch weit weniger gut als professionelle und extra für die Schalldämmung entwickelte Dämmstoffe. Ausserhalb dieses Frequenzbereiches ist die Wirkung der Pappen allerdings praktisch gleich Null. Immerhin haben sie auf die Raumakustik einen begrenzt positiven Einfluss, da sie Schallwellen brechen und somit etwas dämpfen.

Abgesehen von der fragwürdigen Optik stellt eine mit Eierkartons drapierte Wand allerdings ein ernstzunehmendes Brandschutzproblem dar: Die aus Pappe bestehenden Kartons können sehr leicht Feuer fangen. Auch aus diesem Grund sollte man eher auf flammenhemmende Noppenplatten oder Schaumstoffplatten auf Melaninharzbasis zurückgreifen.

Bei diesen Materialien treffen die Schallwellen auf die weiche, verformbare und vor allem poröse Oberfläche des Schaumstoffes und werden durch diesen teilweise oder ganz absorbiert. Die schalldämmende Wirkung ist dabei umso besser, je dicker die Schaumstoffschicht ist.


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