Das Mauerwerk

Das als Bauteil zum Gesamtbau eines Hauses gehörige Mauerwerk  kann aus künstlichen oder natürlichen Steinen bestehen. Dabei werden einzelne Steine aufeinander geschichtet und mit einem sogenannten Mauerwerksverband, also bestimmten Fügungsarten, verbunden, um aus den einzelnen Steinen das Mauerwerk zu bilden.

Steinmauer

Folgende Definitionen können für das Mauerwerk getroffen werden:

1.    Bestimmung nach Art der verwendeten Steine
2.    Bestimmung nach Art der Zusammensetzung
3.    Bestimmung nach Art der Sichtbarkeit
4.    Bestimmung nach Art der statischen Funktion

1.    Art der verwendete Steine

Schaut man sich die Bestimmung nach Art der verwendeten Steine an, so unterscheidet man zwischen Bruchstein-, Naturstein- und Ziegelmauerwerk. SO zählen zu den künstlichen Steinen unter anderem Backsteine, Betonwerksteine, Kalksandsteine oder auch die sogenannten Klinker. Zur Rubrik der Natursteine zählen Kalk- und Sandsteine oder auch Granit.

2.    Art der Zusammensetzung

Die Art der Zusammensetzung ist die Charakteristik des Mauerwerks. Im Allgemeinen untergliedert man wie folgt:

  • homogenes Mauerwerk: besteht  nur aus Ziegeln
  • inhomogenes Mauerwerk: Mischung aus Ziegeln, Ziegelbruch und Findlingen – meist in grauer Vorzeit angewendet
  • Mörtelmauerwerk: ungenaue Steinmaße werden mit Mörtel ausgeglichen, dadurch können sehr exakte Ergebnisse erzielt werden
  • Trockenmauerwerk: Mauerwerk bestehend aus Natursteinen, ohne Zuhilfenahme von Mörtel
  • Einsteinmauerwerk: wird heutzutage als übliche Neubaumethode herangezogen. Die Wanddicke entspricht der Steindicke. Steine werden hier im Verband gesetzt.
  • Verbandsmauerwerk: besteht im Gegensatz zum Einsteinmauerwerk aus mehreren Steinreihen. Die Methode wird nur noch selten angewendet, da zu kostspielig und aufwendig

3.    Art der Sichtbarkeit

- Sichtmauerwerk:

Sichtmauerwerk als solches wird nicht verputzt noch verkleidet. Es ist im fertigen Bauwerk dauerhaft sichtbar, egal ob innen oder außen.

- Verblendmauerwerk:

Verblendmauerwerk hat als äußerste Schicht eines Mauerwerks vor allem eine dekorative Funktion sowie eine Schutzfunktion gegen Regen. Heutzutage hat Verblendmauerwerk meistens keine tragende Funktion und ist bei korrekter Ausführung ein Garant für eine langfristig pflegeleichte Lösung von Fassaden. Da Verblendmauerwerk gegen Frost widerständig sein muss, nutzt man vor allem Klinker oder Verblender.

- Aufgehendes Mauerwerk:

Diese Bezeichnung nutzen Archäologen bei der Definition von vertikalen oder leicht einwärts geneigten Teilen konstruktiver Mauerwerke von Kulturdenkmälern, speziell den sichtbaren Teil.

4.    Art der statischen Funktion

Diese Bestimmung unterteilt sich in zwei Teile: das nicht tragende Mauerwerk und das tragende Mauerwerk. Nicht tragendes Mauerwerk nimmt lediglich Belastungen auf, die direkte Einwirkung auf das Mauerwerk haben, so zum Beispiel Wind, Eigengewicht oder Lasten aus der Einrichtung. Bei der Errichtung von nicht tragendem Mauerwerk ist zu beachten, dass keinerlei unplanmäßigen Lasten Schäden an der Wand hervorrufen.

Im Umkehrschluss übernimmt tragendes Mauerwerk diese Lasten planmäßig und ist so konzipiert, dass es darüberliegende Bauteile wie Dach oder Decken sowie sein Eigengewicht tragen kann. Die Funktionalität des tragenden Mauerwerks wird vorab von statischen Berechnungen nachgewiesen. Die Festigkeit der Mauer definiert sich über die Dichte der Steine und Qualität des Mörtels. Steine müssen im Mauerwerksverband gemauert werden, da die Fuge zwischen Stein und Mörtel nur eine geringe Haftzugfestigkeit besitzt.
 


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