Gesicht und Lebensdauer einer Fassade

Fassaden prägen das Äußere des Gebäudes im gleichen Maße wie die Form, sie sind das „Gesicht“ des Hauses. Im Gegensatz zur Hausform bietet die Fassade aber auch die Möglichkeit der optischen Veränderung, denn früher oder später muss sie einem Lifting, sprich einer Sanierung, unterzogen werden. Was Hausherren dabei beachten sollten.

Die Fassade ist das Gesicht eines Gebäudes
Die Fassade ist das "Gesicht" des Gebäudes

Ursprünglich stammt das Wort „Fassade“ aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Angesicht“. Schon im alten Rom erkannten die Architekten, dass eine Fassade für die Anmut eines Gebäudes sehr bedeutend ist und Rückschlüsse auf den Besitzer eines Hauses zulässt. So konnten besonders wohlhabende Menschen ihr herrschaftliches Dasein schon mit dem Äußeren ihres Wohnhauses zeigen. Vor allem auch in der Renaissance wurden prunkvolle Fassaden gebaut, um den Ansprüchen nach Ästhetik gerecht zu werden. Später verlor die Fassade dann an Bedeutung und es wurde schon bald mehr Wert auf das Innere eines Gebäudes gelegt.

Die weltweite Jedermann-Enzyklopädie Wikipedia definiert die Fassade aber doch recht trocken: „Die Fassade ist ein gestalteter, oft repräsentativer Teil der sichtbaren Hülle oder Außenhaut eines Gebäudes.“ Grundsätzlich ist die Fassade natürlich der Blickfang eines Objekts und vermittelt durch ihre Gestaltung eine ganz bestimmte Wirkung. Die Einbindung der Fenster, Türen und Balkone ist ebenso wichtig für den Gesamteindruck einer Fassade, als auch Farb- und Oberflächenstrukturen.

Fassade: vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

Bei der Gestaltung der Fassade bieten sich dem Hausherren vielfältige Möglichkeit, er kann zum Beispiel zwischen Holz, Ziegeln, Klinkern oder Putz wählen. Weitere Gestaltungsmöglichkeiten wie Blumenkästen oder Efeubewuchs sind übrigens auch sehr beliebt. Zudem sollten Sie sich für eine Fassadenart entscheiden, dabei haben Sie zum Beispiel die Wahl zwischen Lamellen-, Blend- oder Putzfassaden. Bei der Fassadenkonstruktion gibt es verschiedene Möglichkeiten. So ist bei Doppelfassaden zum Beispiel vor dem tragenden Mauerwerk eine äußere Fassade angebracht, dann folgt ein Zwischenraum zur inneren Fassade. So ist die Dämmung, gleichzeitig aber auch der Schutz vor äußeren Witterungseinflüssen gewährleistet.

Fassaden halten lange, aber nicht ewig

Fassade erneuern: Oft mehr, als nur ein neuer Anstrich
Das Erneuern der Fassade ist oft mehr als ein einfacher neuer Anstrich

Laut den Experten der LBS Bausparkasse haben Fassaden übrigens eine sehr hohe Lebensdauer: so hält ein Außenwandputz etwa 30 bis 40 Jahre, der Außenanstrich bis zu 15 Jahren und Klinkerverkleidungen sogar bis zu 100 Jahren. Früher oder später steht also eine Sanierung an, die dann neue Möglichkeiten der Hausgestaltung bietet.

Bestenfalls hält die Fassade also Regen, Wind oder Feuchtigkeit vom Gebäudekern fern, doch auch die Wahl der Materialien kann zur Wärmedämmung beitragen und kann so helfen, Energie zu sparen.

Leider ist dies in der Realität abwegig und trotz modernster Bautechniken nicht einhaltbar. Schmutz und feuchte Fassaden gehören zum Alltag eines jeden Immobilienbesitzers. Paradoxerweise werden gut isolierte Wände leichter feucht als klassisches Mauerwerk. Grund dafür ist die wirksame Isolierung, die den Wärmeaustausch behindert und dadurch für geringere Temperaturen auf der Fassadenoberfläche sorgt. So kondensiert die Luftfeuchtigkeit vor allem in nassen und kalten Monaten. Das bringt Pilze und Algen auf Trab.

Die Fassade neu gestalten

Aber auch Wind und Wetter hinterlassen früher oder später ihre Spuren auf der Fassade. Die ersten Verwitterungen sind zwar meist noch kein Problem, aber spätestens, wenn die ersten Beschädigungen auftauchen, wir es Zeit, die Fassade zu sanieren und so dem Haus wieder ein schönes – und möglicherweise auch neues - Äußeres zu verleihen. Dabei können Sie neue Gestaltungsmöglichkeiten ausprobieren und Ihre Fassade energetisch auf den neuesten Stand bringen.

Damit Ihre Fassade schön und gleichzeitig Energie-effizient ist, muss sie laut Experten sechs Kriterien erfüllen. Achten Sie bei der Fassade daher auf:

  • Sicheren, lang anhaltenden Witterungsschutz
  • pflegeleichte Fassade
  • sehr guter Schallschutz Innen wie Außen
  • langjährige, reparaturfreie Lebensdauer
  • Wasserdampf-Diffusionsfähigkeit, also einen Ausgleich der Luftfeuchtigkeit zu den Innenwänden
  • Einhaltung der Energieeinsparverordnung (achten Sie auf die aktualisierte Gesetznovelle 2009 )

Fassaden haben nicht nur einen funktionalen Zweck, sie spiegeln auch Qualität und Charakter eines Hauses wider.


  • Parkett – die Alternative zum Teppichboden: Der Klassiker unter den Bodenbelägen ist wieder auf dem Vormarsch: Parkett erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Nicht nur hygienische Gründe sprechen für einen... [mehr]
  • Entkernung: Eine Entkernung ist der Abriss aller Teile eines Gebäudes bis auf die Fassade und Bodenplatte. Diese bleiben erhalten und müssen während der Arbeit entsprechend... [mehr]
  • Wasserglas: Wasserglas besteht aus Natrium- oder Kaliumsilikaten, die in Wasser gelöst werden. Der meist dickflüssige Stoff ist vielseitig einsetzbar und wird z.B. zum Abdichten und... [mehr]
  • Bauabnahme: Die Bauabnahme ist die Feststellung der Mangelfreiheit einer Bauleistung unter baurechtlichen und bautechnischen Aspekten. Unterteilt wird die Bauabnahme in das zivilrechtliche... [mehr]
  • Gipskartonplatte: Gipskartonplatten sind aus Baugips hergestellte Platten mit einer Karton-Verkleidung auf beiden Seiten. Verwendung finden sie vor allem im Innenbereich, wo sie als nichttragende... [mehr]
  • Primärenergiebedarf: Zum Primärenergiebedarf gehört sowohl der Energieaufwand für Heizung und Warmwasser als auch die Menge an Energie, die für die komplette Haustechnik wie... [mehr]
  • Anschluss: Wenn aneinandergrenzende oder durchdringende Bauteile oder Bauelemente durch Abdichtungs- oder Deckungsausbildungen verbunden werden, spricht man von einem Anschluss. Desweiteren... [mehr]
Fassade & Mauern