Blitzschutz – Schützt Sie und Ihre Immobilie vor Blitzeinschlägen und Überspannungen

Gerade im Sommer sind Blitzeinschläge keine Seltenheit. Ca. 2,5 Millionen Mal im Jahr schlagen Blitze allein in Deutschland ein und verursachen oft enorme Schäden verursachen, etwa an elektrischen Anlagen oder elektronischen Geräten. Einen wirksamen Schutz vor diesen durch Blitze verursachten Schäden bietet ein auf dem Gebäude installierter Blitzschutz.

Blitzschutzanlage auf Dach
Die Blitzschutzanlage muss den Schornstein überragen. Foto: Thomas Max Müller / pixelio.de

Wenn ein Blitz in ein Haus einschlägt, dann entlädt sich völlig unkontrolliert eine sehr hohe Blitzenergie, die eine verstärkte Brandgefahr nach sich zieht. Ist der Blitz erst einmal eingeschlagen, sind Brandkatastrophen vorbeugende Maßnahmen nicht mehr möglich. Daher empfiehlt sich die Installation einer Blitzschutzeinrichtung.

Aufbau und Funktion der Blitzschutzanlage

Ein Blitzschutzsystem besteht aus einem äußeren und einem inneren Blitzschutz und sorgt dafür, dass die Blitzenergie kontrolliert in die Erde abgeleitet wird und Überspannungen ausgeglichen werden. So schützen Blitzschutzsysteme vor Brand oder mechanischer Zerstörung und auch vor Verletzungen von Personen.

Der äußere Blitzschutzleiter besteht aus drei Bestandteilen: der Fangeinrichtung, der Ableitung und der Erdung.

Die Fangeinrichtung wird auf dem Dach des Gebäudes installiert, wobei die Einrichtung die Höhe des Hauses sowie der Schornsteine und angebrachten Antennen überragt. Die Fangeinrichtung kann als Fangstab oder als Fangleitung errichtet werden. Wichtig dabei ist, dass diese den Abschmelzungen am Punkt des Blitzeinschlages standhalten und den Blitzstrom aufnehmen muss. Von der Fangeinrichtung aus fließt die Energie weiter in die Ableitungsanlage.

Die Ableitungsanlage führt entlang der Hauswände senkrecht nach unten, wodurch ein Faradayscher Käfig entsteht, der dafür sorgt, dass der Blitzstrom kontrolliert weiter in die Erde fließt. Dort ist die Ableitung mit der Einrichtung eines Fundament-Erders verbunden.

Die Erdung ist in das Betonfundament eingegliedert und dient dazu, die Blitzströme direkt ins Erdreich abzuleiten.

Der innere Blitzschutz besteht aus Grob-, Mittel- und Feinschutz, die auch als Ableitertypen 1, 2 und 3 bezeichnet werden. Zudem beinhaltet der innere Blitzschutz einen Potentialausgleich. Der äußere Blitzschutz ist in der Regel nicht nur mit der Erdung, sondern auch mit dem Potentialausgleich des Gebäudes verbunden. Dieser sorgt dafür, dass im Fall eines Blitzeinschlages ein Teil der Spannung ins Erdreich und ein anderer, annähernd gleicher Teil kurzzeitig zunächst über den Potentialausgleich ins Haus geleitet werden.

Zusätzlich sollten die Leitungen und alle elektrischen Geräte über einen Überspannungsschutz verfügen, da über den Potentialausgleich auch größere Spannungsmengen auf den Geräten lasten. Ist die Anlage dann installiert und funktionsbereit, sollte diese spätestens nach vier Jahren geprüft und gewartet werden, da eine defekte Anlage nicht mehr sicher schützt.

Apropos: Blitzschutzeinrichtungen werden in 4 Klassen unterteilt. Die höchste Schutzklasse bietet die Schutzklasse I mit einer 99%igen Sicherheit.

 

Info: Das Gerücht übrigens, dass durch Blitzableiter erst Blitze angezogen würden, ist leider ein weit verbreiteter Irrglaube. Die Gefahr des Blitzschlages besteht vielmehr darin, dass selbst ein Blitzschlag in näherer Umgebung zu Schäden am Wohneigentum führen kann.

 

Warum der Blitzschutz sinnvoll ist

Gebäude sollten über eine Blitzschutzanlage verfügen, wenn diese die Umgebung überragen, eine sogenannte „weiche“ Dacheindeckung – z.B. aus Holz, Reet oder Stroh – vorliegt oder im Falle des Einbaus von leicht entflammbaren Stoffen etwa im Dämmmaterial.

In jedem Fall kann der Blitzschutz nicht nur Gebäude und Hausrat schützen, sondern auch Menschenleben retten. Daher ist der Blitzschutz eine gerechtfertigte und sinnvolle Investition.

Versicherungsfall

Eine Blitzschutzanlage schützt Sie auch vor finanziellen Verlusten, die beispielsweise durch die Beschädigung von elektronischen Geräten entstehen können. Denn bei Überspannungsschäden zahlt die Versicherung nicht. Die Folgeschäden eines Blitzschlages müssen separat in die jeweilige Versicherungspolice aufgenommen werden. Nur Schäden, die durch den direkten Blitzeinschlag entstehen, zahlt die Versicherung im Falle einer Feuer-, Wohngebäude- oder Hausratversicherung. Allerdings sollte man bedenken, dass Blitzschutzanlagen retten können, was mit keiner Versicherung der Welt ausgleichbar ist: Menschenleben.

Wartung ist eine zweckmäßige Notwendigkeit

Blitzschutzsysteme halten nicht unendlich lange. Daher ist eine regelmäßige Wartung, - allerspätestens nach vier Jahren je nach Blitzschutzklasse - unbedingt notwendig, damit die Anlage auch weiterhin für Schutz garantieren kann. Die Überprüfung und Wartung sollte unter allen Umständen einem sachkundigen Experten überlassen werden. Hierbei werden die Systeme abwechselnd einer Sichtprüfung und einer umfassenden Prüfung, bei der elektronische Messungen durchgeführt werden, unterzogen. Der Turnus der Prüfungen richtet sich nach der jeweiligen Blitzschutzklasse der Einrichtung, die durch einen Experten im Rahmen einer Risikobewertung bestimmt werden sollte.

Der Blitzschlag

Blitz über JenaGewittern begegnet man in Deutschland überwiegend in der Zeit zwischen Mai und September. Durch starke Sonneneinstrahlungwird die Luft erwärmt und viel Wasser verdunstet. Wenn dann kalte auf warme Luft stößt, steigt die feuchtwarme Luft nach oben, wobei der Wasserdampf kondensiert und Quellwolken entstehen. Diese können zu Kumuluswolken anwachsen. In diesem Wolkengefüge herrschen starke Aufwinde, wodurch verhindert wird, dass kleinere Regentropfen herausfallen. So werden diese Regentropfen weiter nach oben getragen, wo sie schließlich gefrieren. Sind die Tropfen so schwer geworden, dass sie vom Aufwind nicht mehr gehalten werden können, so bemerken wir dies in Form von Graupeln oder Hagelkörnern.

Durch die unterschiedliche Ladung in der Wolke nun - der obere Teil ist meist positiv, der untere negativ geladen – kommt es innerhalb der Wolke zu einer enormen Spannung, die sich schließlich durch den Blitzschlag entlädt. Dies erfolgt entweder in Form eines Spannungsausgleichs innerhalb der Wolke oder in Form eines Ausgleichs zwischen dem Erdboden und dem unteren, negativ geladenen Teil der Wolke. Der Spannungsunterschied beträgt bei einem Blitzschlag mehr als 100 Mio. Volt. Der Blitzschlag wiederum sorgt dafür, dass die den Blitzkanal umgebende Luft „blitzschnell“ auf 40.000°C erhitzt wird, was zu einer enormen Ausdehnung der Luft führt. Hierdurch entsteht der Donner.

Wo der Blitz einschlägt, hängt zum einen von der Verteilung der elektrischen Ladung und zum anderen von der Erdoberfläche ab. Zumeist trifft ein Blitz höher gelegene Punkte. Daher sollte bei der Installation einer Blitzschutzanlage die Höhe von Schornsteinen oder Fernsehantennen berücksichtigt werden.

 

 


  • Wanddämmung immer beachten: Der Anteil der Wände am Wärmeverlust des Hauses ist mit 40% des Gesamtverlustes besonders hoch, weshalb ein besonderes Augenmerk auf eine Wanddämmung gelegt... [mehr]
  • Baulexikon - Übersicht Buchstabe "P": Von Palisade bis PVC - alle Einträge mit dem Anfangsbuchstaben P [mehr]
  • Photovoltaik - Inselanlage oder netzgekoppelt? : Als Photovoltaik bezeichnet man die direkte Umwandlung von Energie, die über Solarzellen mit der Sonneneinstrahlung gewonnen werden kann. Anders als bei speziellen... [mehr]
  • Barrierefrei wohnen – Komfort ohne Stolperschwellen: Barrierefreies Wohnen ist längst nicht mehr nur für Senioren und behinderte Menschen ein Thema. Jeder, der diese Wohnform einmal erlebt hat, weiß es zu schä... [mehr]
  • Schalldämmung: Durch Schalldämmung soll eine Ausbreitung des Schalls in angrenzende Räume oder nach draußen, genauso wie die Ausbreitung des Schalls von außen nach innen, verhindert bzw.... [mehr]
  • Wandfarbe: Wenn man von Wandfarbe spricht, meint man meistens Farbe für den Innenanstrich. Im Gegensatz zu Außen- oder Fassadenfarbe wird Wand- oder Innenfarbe also als Beschichtung bzw.... [mehr]
  • Massivbau: Anders als bei der Skelettbauweise, bei der die tragende Konstruktion aus Stäben, Stützen und Balken besteht, sind die tragenden Elemente bei der Massivbauweise die Wände und... [mehr]
Haustechnik