Zukunft Energieholz?!

Das neue ökologische Bewusstsein macht Biomasseheizungen für den Verbraucher endlich interessant. Betrieben werden diese Heizungsanlagen mit unterschiedlichen Varianten des Rohstoffes Holz, denen eines gemein ist: der ökologische Vorteil zu den sonstigen fossilen Brennstoffen. Das sogenannte Energieholz als Rohstofflieferant ist eine Möglichkeit, mit Biomasse Heizwärme auf ökologisch weitestgehend unschädliche Weise zu erzeugen.

Informationen anfordernAls Energieholz wird Holz bezeichnet, welches nur für die Energiegewinnung durch Verbrennung genutzt wird. Dafür werden in der Regel minderwertige Hölzer aus Kurzumtriebsplantagen, Resthölzer aus der holzverarbeitenden Industrie oder auch Altholz verwendet.

Schon im Mittelalter versorgten sich die Menschen mit Brennholz. Dafür wurden Hölzer wie Erle, Linde oder Eiche etwa alle 10 bis 30 Jahre abgeschlagen, um sie danach wieder wachsen zu lassen. So konnte sich der Holzbestand erholen und danach wieder optimal genutzt werden. Seit den 70er Jahren hat man diese Art des Holzanbaus wieder aufgegriffen und erntet heutzutage mit dem sogenannten Kurzumtrieb sogar alle vier bis sechs Jahre neues Holz.

Energieholz wird speziell angebaut

Bei dieser speziellen Anbauwirtschaft zur Gewinnung von Energieholz werden Dauerkulturen angelegt, die dann ausschließlich für die Energiegewinnung eingesetzt werden. Für den Anbau bieten sich dabei landwirtschaftliche Nutz-, Rekultivierungs- oder auch spezielle Ackerflächen an. Die Qualität des Rohstoffes spielt bei dieser Art der Bewirtschaftung im Gegensatz zur Forstwirtschaft keine große Rolle. Das Hauptaugenmerk liegt darauf,in möglichst kurzer Zeit so viel Biomasse wie möglich zu produzieren.

Bei der Wahl der Baumarten, die man für die Energieholzgewinnung nutzen kann, sind verschiedene Kriterien zu beachten. Sie sollten zum Beispiel ein schnelles Jugendwachstum, ein sicheres Anwuchsverhalten oder auch eine hohe Toleranz gegenüber Schädlingen aufweisen. Beliebte Arten, die diesen Ansprüchen gerecht werden, für anderweitige Verarbeitungen aber als ungeeignet gelten, sind u.a. Birken, Erlen oder auch Pappeln. Da sie in der Holzindustrie nicht genutzt werden können, bezeichnet man sie auch als „minderwertiges Holz“, was aber dennoch ihren guten Eigenschaften als Brennholz nicht abträglich ist.

Die für die Kurzumtriebsplantagen genutzten, schnellwachsenden Bäume benötigen nährstoffreiche frische Standorte und vor allem viel Licht. Das Holz wird dann mit sogenannten Vollerntern geerntet und unter anderem direkt zu Hackgut verarbeitet.

Energieholz wird sowohl für den Privatgebrauch zum Heizen, als auch zur Herstellung von Holzkohle oder Holzgas verwendet. Des weiteren wird das Holz auch in der Industrie zur Energiegewinnung genutzt. So versuchen Ölkonzerne zum Beispiel, aus dem Holz flüssige und gasförmige Treibstoffe zu synthetisieren. Doch auch für die Forstwirtschaft bietet sich mit der Energieholzgewinnung eine Chance der Absatzsteigerung, da die erhöhte Nachfrage nach Brennholz dazu beiträgt, die wirtschaftliche Situation zahlreicher Forstbetriebe zu verbessern. Auch Besitzer weniger gewinnbringender Flächen können sich somit eine neue Einkommensquelle schaffen. Immer mehr Privathaushalte nutzen aufgrund steigender Energiepreise das Holz – Heizen mit Energieholz kommt wieder in Mode.

Energieholz bietet etliche Vorteile

Die Produktion von Energieholz bietet viele Vorteile, zum Beispiel niedrige Produktionskosten, minimale Arbeitszeiten oder auch die geringen Standortansprüche. Des Weiteren dienen die Flächen der Kurzumtriebswirtschaft als Rückzugsgebiet für einheimische Tiere sowie als Windschutz. Weiterhin mindern sie auch gleichzeitig die Erosionsgefahr. Im Gegensatz zu Monokulturen lockern sie auch das Landschaftsbild auf, zudem müssen keine neuen Anbauflächen geschaffen werden. Diese und noch viele andere Aspekte machen das Energieholz zu einem zukunftsorientierten Rohstoff und schaffen somit eine neue Unabhängigkeit zu fossilen Brennstoffen. Die Verwendung von Energieholz als Rohstoff zur Beheizung ist also vor allem auch aus ökologischer Sicht sehr sinnvoll.

Informationen anfordernMittlerweile hat sich die Verbrennungstechnik von Holzfeuerungen enorm weiterentwickelt und eine umweltschonende Nutzung von Holzenergie mit modernen Stückholz-, Holzpellet- und Hackschnitzelheizanlagen.

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