Einen Balkon richtig anbauen

Ein schöner Südbalkon steht bei Häuslebauern und Wohnungssuchenden noch immer hoch im Kurs, schließlich bedeutet der Hausvorsprung immer auch erhöhten Wohnkomfort und zusätzlichen Wohnraum. Wer jedoch bisher auf einen Balkon verzichten musste, kann dies ändern: Auch nachträglich können Balkone an Alt- und Neubauten angebracht werden. Dabei sollte aber einiges bedacht werden.

höherer Wohnkomfort und Wertsteigerung: die nachträgliche Installation von Balkon kann sich lohnen
Ein nachträglich angebrachter Vorstellbalkon. Foto: tdx/leeb balkone

Vor allem während der Frühlings- und Sommermonate kann man auf dem Balkon schöne Stunden verbringen – unpraktisch ist nur, wenn das Eigenheim oder Mietwohnungsgebäude keinen Balkon besitzt. Das muss allerdings nicht so bleiben, denn man kann Balkone auch nachträglich am Gebäude montieren. Was zuerst nach großen Kosten aussieht, kann sich durchaus als lohnende Investition herausstellen, denn der gesteigerte Wohnkomfort erhöht auch gleich den Wert der Immobilie. Experten sollten hinzugezogen werden

Die Erweiterung des Hauses um eine Balkonkonstruktion sollte deshalb auch nicht dem Zufall überlassen werden. Schon gar nicht sollte man sich als leidlich begabter Handwerker selbst am Balkonbau versuchen, egal, ob es ein kleiner Austritt oder eine halbe Terrasse werden soll.
An erster Stelle – noch vor Baubeginn – sollte die baurechtliche Seite abgeklärt werden. In jedem Fall sollte der Anbau genehmigungsfähig sein, wobei je nach Bundesland verschieden Regelungen zu beachten sind, über die sich im Vorfeld informiert werden sollte. So können Denkmalschutzregelungen oder Bebauungspläne dem Vorhaben ein vorschnelles Ende setzen.

Wo soll der Balkon hin?

Bei der Auswahl des Standortes haben die Hausherren auch keine freie Hand. Zwar könnte man auch vor Bad oder Küche einen Balkon anbringen, optimalerweise platziert man ihn aber an das Wohnzimmer. Das sollte optimalerweise gen Süden ausgerichtet sein, zumindest aber nicht in Richtung Norden. Nordbalkone haben die unangenehme Eigenschaft, praktisch den ganzen Tag im Schatten zu liegen.
Auch auf Bepflanzung und umliegende Gebäude sollte geachtet werden. Fällt auch durch sie zu viel Schatten auf den potentiellen Balkonbereich, könnte der Spaß am Plätzchen im Freien bald verdorben sein.

Verankert oder vorgestellt

vSollten alle Voraussetzungen gegeben sein, kann es an die konkrete Planung gehen. An erster Stelle steht dabei dir Konstruktion – soll der Balkon im Mauerwerk verankert werden oder soll es ein sogenannter Vorstellbalkon sein? Eine tragende Verankerung im Mauerwerk scheitert dabei oft an dessen schlechtem Zustand und der mangelnden Tragfähigkeit. Zudem drohen durch die Installation von Stahlträgern unangenehme Wärmebrücken.

Ein selbsttragender Vorstell- bzw. Vorsatzbalkon gestaltet sich dagegen deutlich einfacher. Hier reichen vier Stützpfeiler für die notwendige Stabilität aus, zudem wird ein Punktfundament für die Pfeiler benötigt. Diese Variante gibt es zudem oft als Systemlösung, was sich vor allem beim Preis bemerkbar macht. Auch kann der Balkon etwas größer ausfallen – allerdings sollte hier bedacht werden, dass dem darunter liegenden Geschoss nicht zu viel Sonnenlicht genommen wird.

Beim verwendeten Material hat der Bauherr dagegen praktisch frei Hand. Holzbalkone haben einen urigen Charme, während Balkone aus Metall oder Aluminium modern und filigran wirken.