Fliesen legen leicht gemacht

Als Hausherr können Sie mit  etwas handwerklichem Geschick und praktischen Tipps und Tricks ganz einfach Räume wie ein Profi fliesen und in einem ganz neuen Stil erscheinen lassen. Idealerweise haben Sie sich bereits Anregungen oder Ideen aus Fachkatalogen und Magazinen geholt. Sind alle Materialien vorbereitet? Dann kann’s mit dem Fliesen legen losgehen!

Neue Fliesen kleben

Fliesen richtig verlegen

Bevor Sie anfangen, den Fliesenkleber aufzutragen, erstellen Sie sich unbedingt einen Verlegeplan, wonach die Leisten montiert werden. Es kann sein, dass die Höhe des Fliesenspiegels angepasst werden muss, sollte dies nicht der Fall sein, so fangen Sie unten an, die erste Fliese zu legen. Tragen Sie nun den Fliesenkleber mit einer Zahnspachtel an der Wand auf. Diese verhilft dem Kleber zu Rillen, die wiederum den Fliesen einen haftbaren Untergrund schaffen.
Beim Auftragen unbedingt auf den Faktor Zeit achten! Die sogenannte „offene“ Zeit, also der Zeitraum zwischen Kleberauftragen und Beginn der Erstarrung des Klebers, sollte nicht überschritten werden, da sonst die Fügeteile keine ausreichende Benetzung mehr erfahren und nicht mehr optimal haften werden. Generell wird diese Zeitspanne mit ca. 15 Minuten bemessen.

Die erste Fliese wird exakt an den Leisten ausgerichtet, darauffolgende werden horizontal verlegt. Beachten Sie, um kleine und große Fliesen herum genügend Platz für den Fugenmörtel zu lassen, damit diese später genug Platz zur Dehn- oder auch Stauchbewegung hat.

Alte Fliesen überkleben

Wer sich nicht die Mühe machen möchte, um Fliese für Fliese von der Wand zu schlagen, der hat mittlerweile die Möglichkeit, die Altfliesen mittels neuem Klebstoff einfach zu überkleben.

Voraussetzung für dieses Vorhaben sind eine glatte, trockene, staub- und frettfreie Fläche, die außerdem frei von Hakenklebern und Ähnlichem sein muss sowie ein fester Sitz der alten Fliesen – am besten zu überprüfen durch einen sogenannten Klopftest, bei dem Sie die alten Fliesen mit einem Gummihammer auf Haftung und Klebevermögen untersuchen. Auch Abdichtungen in Spritwasserbereichen sollten in Ordnung sein, sonst gibt es unter Umständen Feuchtschäden und die Abdichtung muss erneuert werden.

Reinigen Sie nach dem Überprüfen die Fliesen mit einem speziellen Konzentrat für schwach bis nicht saugende, alte Fliesen. Die lässt den neuen Untergrund griffig werden und nimmt den aufzutragenden Kleber sowie die neuen Fliesen besser auf. Nehmen Sie sogenannte „flexible Kleber“, das sind Verbundmaterialien die auf Zementbasis als Trockenmischung mit Wasser angerührt werden. Solche Kleber können kleine Unebenheiten auf dem Untergrund ausgleichen und reißen nicht so schnell. Für kleine Teilbereiche können Sie auch sogenannte „Dispersionskleber“ nehmen, die direkt verarbeitet werden.

Mischen Sie den Kleber mit Wasser an und geben Sie die Masse vollflächig mit einer Glättkelle auf den Untergrund. Kämmen Sie anschließend die aufgetragene Stelle mit einer Zahnspachtel durch. Tragen Sie aber nur soviel Kleber auf, wie auf der Packung empfohlen. Danach bringen Sie die Fliesen von oben nach unten an der Wand an. Mittels einer Richtschnur justieren Sie die Ausrichtung der Fliesen – auch Fliesenkreuze helfen für ein exaktes Fugenbild.

Fugenmörtel anbringen

Lassen Sie den Kleber trocknen und schließen Sie danach die Fugen mit Fugenmörtel. Bringen Sie diesen mit einem Fugenbrett diagonal zum Fugenverlauf an, so erhalten Sie die optimale Füllung. Überstehendes Material direkt entfernen. Noch ein Hinweis: Füllen Sie Fugen überall dort, wo Bewegungen entstehen können, mit elastischem Sanitärsilikon. Davon betroffen sind überwiegend Eckfugen, Anschlussfugen an Toilette und Waschbecken, Dehnungsfugen bei großen Bodenflächen und Trennfugen bei unterschiedlichen Bodenbelägen.

Eine persönliche Note für Ihre Zuhause: Glasfliesen

Glasfliesen (gemeinhin auch als Glasmosaik bezeichnet) sind eine optimale Möglichkeit, Ihr Zuhause nachhaltig individuell zu gestalten. Sie lassen sich als Bordüre an der Wand oder im Boden einpflegen, eignen sich aber je nach Format auch für die Verlegung größerer Flächen. Wie Sie Glasfliesen richtig verlegen, erfahren Sie im Henkelhaus.


 


Decken & Böden

Die eigenen vier Wände sollen nicht nur groß und attraktiv geschnitten sein – wer ein Haus baut, der möchte ein warmes und behagliches Heim, in dem er an kalten Tagen gut aufgehoben ist. Eine ausreichende Wärmedämmung ist dazu absolut notwendig. Sie reduziert den Verlust von Wärmeenergie und senkt so die Heizkosten. Gleichzeitig steigt der Wert der Immobilie und die Bausubstanz des Gebäudes wird geschützt. Genug Gründe also, um für eine gute Wärmedämmung innen sowie an der Außenfassade zu sorgen – denn eine schlechte Dämmung bedeutet nicht nur frieren. An kalten Wänden setzt sich eine hohe Luftfeuchtigkeit ab, die selbst die beste Heizung nicht vertreiben kann. So bildet sich ein idealer Nährboden für Schimmelpilze, die die Gesundheit in großem Maß gefährden können.

Die Frage, was gedämmt werden soll, lässt sich leicht beantworten: Eigentlich alles. Indem Bauteile wie das Dach, Fenster, Außenwände und der Keller eine ausreichende Wärmedämmung erhalten, entsteht eine Art schützender Mantel um das Haus, der nicht nur wärmt, sondern auch noch Geld spart – Heizkosten senken durch Wärmedämmung. Im Zuge der zunehmenden Relevanz von energieeffizientem Bauen wird diese in einigen Fällen sogar gefördert, zum Beispiel von der staatlichen KfW-Bank.

Wärme ist allerdings nicht das einzige, was innerhalb der eigenen vier Wände gehalten werden soll. Auch eine Schalldämmung ist unverzichtbares Element eines attraktiven Zuhauses. Nicht nur in Wohnungen stört es, wenn der Nachbar mal eine etwas lautere Party veranstaltet, eine ausreichende Schalldämpfung gibt auch Hausbesitzern die Freiheit, sich nicht immer so ruhig wie möglich verhalten zu müssen. Häufig besteht die Dämmung einfach aus schallreflektierenden Hindernissen wie eine Wand oder ein Vorhang. Vor allem für die schallisolierte Trennung von Wohnungen und Außenwänden sind jedoch meist besondere Maßnahmen nötig. Während Massivbauwände einen ausreichenden Schallschutz hervorbringen können, müssen Leichtbauwände durch einen mehrschichtigen Aufbau oder Zwischenschichten gedämmt werden. Auch eine ausreichende Trittschalldämmung ist sehr wichtig, denn jedem Schritt aus dem Zimmer ein Stockwerk höher lauschen zu müssen, ist alles andere als entspannend.