Die unterschiedlichen Estrich-Arten

Bevor Sie in Ihrem neuen Heim mit der Verlegung des Bodens beginnen, muss dieser zuerst vorbereitet werden. Als Unterlage für weitere Fußbodenbeläge wird hierzulande meist ein Estrich als Ausgleichsschicht benutzt, da die rauen und unebenen Oberflächen von Massivdecken oder Betonböden in den meisten Fällen ungeeignet für die Verlegung des Bodenbelags ist. Wie bei den meisten Materialen gibt es auch beim Estrich eine große Auswahl an Estricharten, Techniken zum Estrich verlegen und diverse Ausführungen.

Zement-Estrich

Für verschiedene Ansprüche gibt es unterschiedliche Estrich-Arten.
Für verschiedene Ansprüche gibt es unterschiedliche Estrich-Arten.

Der Zement-Estrich ist die mit knapp 50% Marktanteil die weitverbreitetste Estrich-Art in Deutschland. Für ihn sprechen seine hervorragenden Eigenschaften und die umfassenden Einsatzmöglichkeiten. Er kann im Innen- und Aussenbereich verlegt werden, da er gegen Feuchtigkeit unempfindlich ist und eine gute Festigkeit besitzt. Allerdings sollten Sie bedenken, daß Zement-Estrich erst nach 20 bis 30 Tagen belegreif ist.
Zement-Estrich besteht aus einer Mischung von Zement, Wasser und Sand. Die Sandkörner haben entweder einen Durchmesser von 0 mm bis 8 mm beziehungsweise 0 mm bis 16 mm. In manchen Fällen kommt noch ein Hartstoffzuschlag dazu.
Zement-Estriche werden nach der DIN in acht Festigkeitsklassen von ZE 12 bis ZE 16 eingeteilt, wobei die Zahl die maximale Belastung des Estrichs in Newton pro Quadratmillimeter angibt.

Kurzübersicht:

  • Bestandteile: Mischung aus Wasser, Zement und Sand.
  • Verarbeitung: Zement und Wasser werden im Verhältnis 2,5 zu 1 gemischt und mit Sand aufgefüllt, bis der Mörtel erdfeucht ist
  • Einbringung: der Mörtel wird verteilt und verdichtet. Mit zwei Röhren/Hölzern wird die endgültige Höhe des Estrichs angegeben. Nachdem der Estrich abgezogen wurde, werden diese entfernt und die Löcher mit Mörtel verfüllt.

Andydrit-Estrich

Der Andydrit-Estrich hat in den vergangenen Jahren in der Gunst der Gunst stark aufgeholt. Gründe dafür gibt es einige: Er gilt als ökologisch unbedenklich, benötigt eine kürzere Bauzeit und ist früher begehbar. Für private Bauherren ist er interessant, weil er sich auch ohne gross körperliche Belastungen verarbeiten lässt.
Als Anhydrit-Fließestrich ist er besonders als Heizestrich geeignet, da er spannungsarm und nicht brennbar ist, zudem leitet er Wärme gut weiter und speichert Wasser.
Für den Aussenbereich und in Nassbereichen ist er dagegen nicht geeignet, da er als feuchtigkeitsempfindlich gilt. Auch als Verbund-Estrich bei Dampfdiffusion aus dem Untergrund und als Nutz-Estrich ohne Belag darf er nicht bernutzt werden.
Anhydrit-Estrich setzt sich aus Wasser, Sandkies und Bindematerial zusammen und wir in den Festigkeitsklassen AE12 bis AE40 verkauft.

Kurzübersicht:

  • Bestandteile: Wasserfreier Gips
  • Verarbeitung: schnell durch die Zugabe von Wasser
  • Einbringung: durch Estrichmaschine, vorher mit Pumpe gemsicht und mir Schlauch an Einbauort gebracht

Vorteile:

  • Selbstnivellierung, kein aufwendiges Verteilen, Verdichten oder Glätten nötig
  • Gute Wärmeleitfähigkeit

Gussasphalt-Estrich

Gussasphalt-Estrich gehört zu den Estrich-Arten mit einem eher geringen Marktanteil. Der aus Bitumen bzw Bitumen mit Naturasphalt, Splitt, Sand und Füllmaterial bestehende Estrich kann Witterungs- und temperaturunabhängig verlegt werden. Nach dem Erkalten kann ohne längere Verzögerungen mit den weiteren Arbeiten begonnen werden, da er bereits nach einem Tag belegreif ist. Zu seinen Vorzügen gehörtder guten Schall- und Wärmeschutz, zudem ist er wasserfrei und dampfdicht – er eignet sich daher auch für den Einsatz in Nassräumen - , staubt und riecht nicht. Gussasphalt-Estrich wird im Gegensatz zu anderen Estrich-Arten statt in Festigkeitsklassen in Härte-Klassen von GE 10 (hart) bis GE 100 (weich) klassifiziert.

Magnesia-Estrich

Magnesia-Estrich hat genauso wie Gussasphalt-Estrich einen geringen Marktanteil, er wird auch nur durch spezialisierte Firmen ausgeführt. Er besteht aus einer Mischung von Magnesia, wässriger Lösung und einem Zuschlagstoff (z.B. Textilfasern, Papier-Korkmehl, Weichholzspäne oder Quarzsand).
Durch seine Eigenschaften ist er vielmehr für spezielle Aufgaben geeignet. So kann er für Antistatikböden genutzt werden, da er fast komplett staubfrei und elektrisch leitfähig ist. Da er auch gegen äußere Einwirkungen wie Stösse oder Schläge sehr widerstandsfähig ist, kann er für Böden mit hohen mechanischen Belastungseinwirkungen genutzt werden; zudem dämmt er Schall und Wärme zuverlässig.
Magnesia-Estrich ist zwar gegen Lösungsmittel, Treibstoffe und Öle relativ unempfindlich, dauerhafte Feuchtigkeit setzt ihm dagegen aber zu. Von einem Einsatz in Nassräumen und im Aussenbereich ist deshalb abzuraten.
Magnesia-Estrich wird in sieben Festigkeitsklassenvon ME 5 bis ME 50 eingeteilt.

Kosten für Estrich

Dass guter Estrich Kosten verursacht, die das ursprünglich geplante Budget überschreiten, kann passieren. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass der Einbau eines hochwertigen Dämmestrichs bezüglich Dämmung eine sehr effektive Lösung darstellt. Und nichts ist ärgerlicher als am Ende festzustellen, dass es sich aufgrund eingesparter Estrich Kosten um eine minderwertige Qualität handelt.