Richtig Sparen beim Hausbau
Das eigene Haus mit Garten gehört nach wie vor zu den Lebensträumen vieler Menschen. Damit dieser allerdings nicht zum Albtraum mutiert, weil die Kosten aus dem Ruder laufen und am Ende das Budget übersteigen, sollten Häuslebauer einige Dinge beachten. Mit ein paar Tricks können Sie viel Geld sparen – und dabei geht es nicht nur um „mit oder ohne Keller“.
1. Sparen beim Grundstück
Das richtige Grundstück finden

Das Bauland: Angebote vergleichen kann Geld sparen.
Nehmen Sie nicht das erstbeste Grundstück, daß Ihnen angeboten wird. Vor der Kaufentscheidung sollten Sie unbedingt verschiedene Angebote vergleichen und die Vor- und Nachteile abwägen. Schrecken Sie nicht vor einem kleineren Grundstück zurück. Auch auf weniger Quadratmetern lässt sich bei der Wahl des optimalen Grundrisses eine hohe Wohnqualität erzielen. So gelten 400 m² bei einem freistehenden Einfamilienhaus als ausreichende Größe. Bei Doppel- oder Reihenhäusern kann das Grundstück dank der Seite-an-Seite-Bebauung noch ein wenig kleiner sein.
Die Lage des Grundstückes hat einen großen Einfluss auf den Kaufpreis. Bauland an den Stadtgrenzen oder in Vororten ist meist günstiger zu haben als in begehrten Lagen. Nachteil: Es müssen unter Umständen längere Fahrtzeiten zum Arbeitsplatz, Schule oder Supermarkt eingeplant und die dadurch entstehenden Kosten einkalkuliert werden. Wer auf Urbanität verzichten kann, spart so einige zehntausend Euro.
Zudem sollte der Boden vor dem Kauf per Gutachten auf eventuelle Beeinträchtigungen wie Kontaminierungen, Belastungen oder mangelhafte Tragfähigkeit geprüft werden. Böse Überraschungen im Baugrund können später richtig teuer werden.
Grundstück kaufen oder pachten?
Das Bauland muss nicht unbedingt gekauft werden. Kirchen und Gemeinden bieten oft die Möglichkeit, Grund und Boden für eine festgelegte Gebühr zu pachten. Eine solche Erbpacht garantiert dem Pächter die gleichen Rechte, wie einem Grundstücksbesitzer und läuft im Normalfall über 99 Jahre.
2. Sparen beim Bau
Auf den Keller verzichten

Keller? Hausform? Je nach Anspruch kann hier viel Geld gespart werden.
Der Klassiker beim Sparen von Baukosten ist der Verzicht auf einen Keller. Wenn Sie nicht unbedingt ein voll unterkellertes Haus für Waschküche, Hobbyräume oder für die Heizungsanlage benötigen, können Sie durch einen Verzicht auf den Keller eine fünfstelligen Betrag sparen. Moderne Heizungsanlagen benötigen nicht mehr so viel Standfläche und auch die Brennstoffvorräte können platzsparend gelagert werden.
Die Hausgröße
Überprüfen Sie, wie viel Wohnfläche Sie wirklich benötigen. Im Normalfall reichen knapp 100 m² Wohnfläche für einen vier-personen-Haushalt. Mehr Platz ist zwar immer schön, aber jeder zusätzliche Quadratmeter ist mit Kosten von ca. 1.500 Euro verbunden. Mit einer cleveren Planung der Flure können zudem einige Quadratmeter mehr bei den Zimmern rausgeholt werden. Hausform- und ausrichtung
Die einfachsten, d.h. streng quaderförmigen Hausformen, sind natürlich auch die günstigsten. Jeder Vorsprung wie z.B. ein Erker erhöht durch die größere Oberfläche die Bau- und Betriebskosten. Letztes kann man auch durch eine intelligente Ausrichtung des Hauses einsparen. Wohnräume sollten stets Richtung Süden ausgerichtet werden, da sie hier von der längeren Sonneneinstrahlung profitieren und so Heizkosten gespart werden. Wenig beheizte Räume wie Küche oder Bad können dafür an die Nordseite des Hauses verlagert werden. Auch beim Balkon kann gespart werden. Freitragende Konstruktionen sind immer teurer als Balkone auf Ständern und bergen das Risiko von Wärmebrücken.
Fassade und Aussenwände

Fenster und Fassade: die Standardausführung ist deutlich günstiger
Auch beim äußeren Erscheinungsbild des Hauses können Sie die Kosten eindämmen. Wenn Sie zum Beispiel statt einer Klinkerfassade auf ein Wärmeverbundsystem oder eine Holzverschalung setzen, können die Kosten um bis zu 20.000 reduziert werden. Bei einem einschaligen Mauerwerk eignet sich insbesondere Porenbeton dank seiner guten Wärmedämmeigenschaften als Baumaterial.
Dach
Auch beim äußeren Erscheinungsbild des Hauses können Sie die Kosten eindämmen. Wenn Sie zum Beispiel statt einer Klinkerfassade auf ein Wärmeverbundsystem oder eine Holzverschalung setzen, können die Kosten um bis zu 20.000 reduziert werden. Auch durch die Wahl eines einfacheren Dachtyps wie Pult- oder Satteldach können Sie nochmals ca. 15.000 Euro sparen.
Decken, Wände und Fenster
Mit nichttragenden Wänden aus Gipskarton ist der Grundriss des Hauses im wahrsten Sinne des Wortes nicht in Stein gemeisselt und kann kostengünstig verändert werden, wenn das eine oder andere Familienmitglied auszieht.
Standard-Deckenelemente aus vorgefertigtem, massiven Stahlbeton sind die günstigste Variante für Geschossdecken. Je größer die Spannweite der Decken, desto höher die Kosten. Im Prinzip gilt das auch für Fenster. Standardisierte Fenster sind natürlich preiswerter als auf Kundenwunsch angefertigte Sondervarianten. Größere Glasflächen erhöhen durch die schlechtete Isolation zudem die Nebenkosten.
Elektroleitungen und Hauselektronik
Sämtliche Leitungen (Wasser- und Elektroleitungen) sollten möglichst zentral im Haus untergebracht werden, um unnötig lange Wege zu vermeiden. Bei der Hauselektronik ist weniger manchmal mehr: je komplizierter die Technik, desto störungsanfälliger.
3. Sparen bei Planung und Bau
Überschätzen sie nicht die Eigenleistungen

Beim Rohbau kann gespart werden - aber nicht übermäßig.
Durch Eigenleistungen können Sie bis zu 20.000 Euro sparen. Sie sollten allerdings nicht überschätzt werden: Rund 20% der Bausumme können damit gespart werden. Wenn Sie selber Hand anlegen, kann sich unter Umständen die Bauzeit verlängern, was die Kosten wiederrum in die Höhe treibt.
Rohbau kostet nur 1/3 des gesamten Preises
Beim Rohbau bis zum letzten Cent verhandeln bringt vergleichsweise nur wenig, denn der Innenausbau ist in den allermeisten Fällen doppelt so teuer. Deshalb sollte beim Thema „Geld sparen“ von Anfang an auf den Innenausbau geachtet werden, zu dem zum Beispiel die Heizung, Fließen, Bad oder auch der Fußboden gehört.
Planung nicht vernachlässigen
Keinesfalls sparen sollten Sie bei der Planung. Hier entstehen oft Fehler, die im Nachhinein teuer werden können. Die allgemeine Annahme, dass ein Einbeziehen von Architekten den Hausbau unangemessen verteuert, ist falsch: Oft haben Architekten Erfahrungen mit Einfamilienhäusern und können alle oben genannten Punkte gut einschätzen.
Auch bei Wärmedämmung und Heizungsgeräten sollte auf keinen Fall der Rotstift angesetzt werden - in Zeiten steigender Energiekosten sollte Ihr neues Haus keinesfalls eine Energieschleuder sein. Nicht viel besser als ganz einsparen ist es, das billigste Material zu nehmen. Oft ist es um die Qualität und Güte bei billigen Baustoffen nicht gut bestellt. Besser ist es, in qualitativ hochwertiges Material zu investieren – aber dabei nach günstigen Preisen Ausschau zu halten. Gleiches gilt auch für Handwerker – oft rächt sich hier das billigste Angebot in Form von mangelhafter Ausführung und Qualität.
Insbesondere beim Thema Eigenleistung liegen Anspruch und die Wirklichkeit oft meilenweit auseinander. Sollten Sie sich nicht sicher sein, wie hoch Ihre Eigenleistung realistisch sein wird, konsultieren Sie unbedingt einen Experten.
