Dacharten - Flachdach und Steildach
In Anbetracht der vielen verschiedenen Dachformen ist nicht immer offensichtlich, dass es vom Grundprinzip her nur zwei Dacharten gibt: Das Steildach und das Flachdach. Während dem Gestaltungstrieb beim Flachdach durch die geringe Neigung enge Grenzen gesetzt sind, können die Steildächer verschiedenste Formen haben.
Das Flachdach

Flachdächer bieten verschiedene Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten
Das ursprünglich aus Amerika, Asien und dem Mittelmeerraum stammende Flachdach wurde früher vor allem für gewerbliche Bauten eingesetzt, heute jedoch auch immer öfter für den Bau von Wohnhäusern. Aufgrund der in seinen Ursprungsländern herrschenden klimatischen Bedingungen, der vorhandenen Baumaterialien und den kulturellen Eigenheiten wurde das Flachdach schon immer gern als Terrasse genutzt – ein Vorteil, der sich auch hierzulande einrichten lässt. Außer als Terrasse können sie zudem zum Parken, für Dachaufbauten und zum Begrünen mit Pflanzen genutzt werden.
Charakteristisch für Flachdächer ist der geringe Neigungswinkel von mindestens 2° bis maximal 10°. Das Gefälle ist nötig, damit das Wasser abfließen kann und sich nicht sammelt oder gefriert. So wird auch einem ungewollten Algenbewuchs vorgebeugt. Beim Bau des Flachdaches muss penibel auf eine korrekte Abdichtung geachtet werden, da sonst Feuchtigkeit in die Dachkonstruktion eindringen kann.
Warmdach
Die Konstruktion eines Flachdachs lässt sich auf zweierlei Arten ausführen: als unbelüftetes (Warmdach) und belüftetes (Kaltdach) Dach. Ersteres besteht aus einer Tragkonstruktion, beispielsweise aus Stahlbeton oder Holz, auf der Wärmedämmung und Dachhaut bündig anschließen. Schaut man sich den Aufbau einmal etwas genauer an, sieht man, aus wie vielen Schichten ein Warmdach wirklich besteht.
Kaltdach
Das Kaltdach hingegen ist eine Dachkonstruktion aus zwei Schalen mit einem dazwischenliegenden und von außen belüfteten Dachraum. Die obere Schale dichtet dabei gegen Niederschlag ab, während die untere Schale für die Wärmedämmung sorgt.
Umkehrdach
Eine Sonderform unter den Flachdächern ist das Umkehrdach, bei dem sich im Gegensatz zum Kalt- und Warmdach die Feuchtigkeitsisolierung unter der Wärmedämmung befindet. Die Schichtenfolge ist somit im Vergleich zu den herkömmlichen Dächern genau umgekehrt.
Gründach
Ein begrüntes Dach bietet die Möglichkeit, sich den ökologischen Aspekt zu wahren und der zunehmenden Versiegelung entgegenzuwirken. Auch bautechnisch ist ein Gründach mehr als sinnvoll. So wird das Dach vor extremen Temperaturen und Witterungsbedingungen besser geschützt und gleichzeitig der Schall- und Wärmeschutz erhöht.
Achtung: Das Flachdach richtig abdichten
Ein Flachdach muss sehr gründlich abgedichtet und ständig entwässert werden, denn auf dem Dach stehendes Wasser strapaziert das Dichtungsmaterial und lässt Beton porös werden. Beim Bau des Daches muss daher auf hochwertige Materialien geachtet werden, damit es nicht nach kurzer Zeit undicht ist. Häufig werden zum Abdichten eines Flachdachs Bitumen-Schweißbahnen oder spezielle Kunststoffdachbahnen verwendet. Auch Kautschuk und Kunststoffdichtungsbahnen aus PVC sind sehr robust und gut geeignet.
Das Steildach

Haus mit typischen Steildach
Das Steildach ist eher ein Sammelbegriff als eine spezielle Dachart, zu unterschiedlich sind verschiedenen Formen, in denen ein Steildach daherkommen kann. Gemeinsam ist allen eine Neigung der Dachflächen von etwa 30° sowie ein je nach Art des Daches gut nutzbarer Raum darunter. Zum Decken der Steildächer werden meist Dachziegel oder Dachsteine verwendet, aber auch Reet-, Schiefer oder Metalldächer sind beliebt. Die üblichste Form ist das Satteldach, das aus zwei gegeneinander geneigten Dachflächen besteht.
Trotz der vielen verschiedenen Dachformen gibt es prinzipiell nur zwei Dacharten: Das Steildach und das Flachdach. Während dem Gestaltungstrieb beim Flachdach durch die geringe Neigung enge Grenzen gesetzt sind, können die Steildächer verschiedenste Formen haben.
