Bauen mit Lehm

Lehm ist einer der traditionellsten Baustoffe schlechthin. Bereits im alten Ägypten wurden luftgetrocknete Lehmziegel zum Bau von Häusern eingesetzt. Dann war er allerdings eine ganze Weile aus der Mode, galt als unmodern, minderwertig und billig. Doch hinter der feuchten Erde verbirgt sich ein Baustoff mit herausragenden ökologischen und bauphysikalischen Eigenschaften.

Lehm: natürlicher Rohstoff mit vielen Vorteilen
Lehm: natürlicher Rohstoff mit vielen Vorteilen

Der Baustoff Lehm setzt sich aus mehreren verschiedenen Materialien zusammen, darunter Ton, sehr feiner Sand (Schluff) sowie Steine oder Kies. Die Mischung dieser Bestandteile kann regional variieren, was auch die Eigenschaften des Lehms je nach Abbauort beeinflusst. Somit ist klar, dass es sich bei Lehm auch nicht um einen genormten Baustoff handelt. Um ihn zu verarbeiten, muss er zuerst angefeuchtet und dann in Form gebracht wird. Dabei ist vor allem auf das richtige Mischungsverhältnis zu achten, denn er bröckelt leicht, wenn er zu viel Sand enthält, während er durch zu viel Ton leicht Risse bekommt.

Lehm-Eigenschaften: regulierend und konservierend

Einer der herausragenden Eigenschaften des Lehms ist sein hohes Wärme- und Wasserspeichervermögen. Er kann somit Luftfeuchtigkeit der Raumluft regulieren und stabilisieren, indem er die Feuchtigkeit aufnimmt und bei Bedarf wieder abgibt. Für das Raumklima hat das nur gute Auswirkungen: Es ist angenehmer und gesünder, da die Bildung von Staub herabsetzt wird und auch Schadstoffe und Feinstaub aus der Luft gefiltert werden. Allergien kann so wirksam vorgebeugt werden. Zudem können Lehmgebäude eine äußerst konstante Luftfeuchtigkeit vorweisen, die lediglich um fünf Prozent schwankt und im Mittel bei circa 50% liegt. Der gemeine Schnupfen hat es dadurch nicht mehr so einfach, da die Schleimhäute nicht so leicht austrocknen.
Auch Schädlinge haben es in Lehmhäusern schwerer, da von Lehm umhüllte organische Stoffe wie Holz deutlich trockener sind als ohne Lehm. Feuchtigkeitsliebenden Pilzen oder Insekten wird damit die Grundlage für einen Befall entzogen.

Guter Wärmespeicher mit guter Ökobilanz

Zu einem guten Raumklima gehört auch eine wohlige Wärme – und auch dafür kann der Lehm sorgen, da er sich als guter Wärmespeicher präsentiert. Selbst die ökologischen Eigenschaften des Lehms sprechen für sich. So wird zur Herstellung des richtigen Gemischs und dessen Verarbeitung nur wenig Primärenergie benötigt, zudem gilt Lehm als schadstofffrei und hautfreundlich, wirkt antibakteriell und ist vollständig recyclebar.

Nachteil: nicht wasserfest

Zu den wenigen Nachteilen des Lehms gehört allerdings, dass er nicht wasserfest ist. Ohne größeren Aufwand wie der Anbau eines überstehenden Daches, Schutz gegen Spritzwasser oder aufsteigende Nässe oder durch Oberflächenbehandlung sollte er nur im Gebäudeinneren verarbeitet werden.


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